Energiewechsel

Hofgeismar: Die „Hessische Energiespar-Aktion“ informiert – Schimmel – Die „atmende Wand“ – Sorption

Pressemeldung vom 20. Februar 2015, 11:44 Uhr

„Wenn ich meine Wand dämme, entsteht doch Schimmel. Sie atmet dann doch nicht mehr?“ So oder ähnlich hören sich die Ängste von Hauseigentümern vor der Wärmedämmung an. Wo tritt Schimmel im Haus auf? In der Regel auf den Innenoberflächen der Außenbauteile. Kalte Wände, Fensterstürze, Raumecken, Wärmebrücken usw. werden feucht, weil sich die feuchte Innenraumluft an ihnen abkühlt. Häufig sind Schlaf- und Kinderzimmer in kleineren Wohnungen betroffen, weil diese Räume nachts kaum gelüftet werden können (Lärm, Einbruchgefahr, Zugluft). Umso feuchter ist ihre Innenluft. Kalte Bauteile gibt es aber vor allem in ungedämmten Häusern, in jedem Althaus befindet sich irgendwo zumindest eine Stelle, die irgendwie „kritisch“ ist. Und so sind besonders die älteren ungedämmten Gebäude auch vom Schimmel betroffen.

„Je besser die Wärmedämmung der Außenbauteile ist, desto wärmer wird ihre Innenoberfläche im Winter und desto geringer ist die Gefahr, dass die Bauteile feucht werden. Ohne Feuchtigkeit kann der Schimmel nicht wachsen. Damit verhindert Wärmedämmung geradezu den Schimmel“, so Werner Eicke-Hennig, Programmleiter der „Hessischen Energiespar-Aktion“.

Gut die Hälfte des in einem Raum freigesetzten Wasserdampfes wird übrigens zunächst in den oberen Schichten der Putze, Möbel und Teppiche zwischengespeichert, dies nennt man Sorption. Daran ändert die Dämmung nichts. Diese Feuchte wandert aber nicht durch die Wand nach außen, sondern wird wieder in die Raumluft abgegeben, von wo sie weggelüftet werden muss.

„Je kälter die Innenoberfläche eines Bauteils ist, desto mehr Wasserdampf kondensiert aus der Raumluft auf ihr, und das erzeugt wieder die Schimmelgefahr. Der häufigste eingesetzte Dammstoff Polystyrol hat fast die gleiche Eigenschaft wie Holz und ist u.a. in die Kritik geraten, weil jedermann sofort an „Plastiktüte“ denkt. Das Gegenteil ist der Fall: Die Wärmedämmung bewirkt, dass sich meist keine Feuchtigkeit mehr im Mauerwerk bildet und auf keinen Fall auf der Wand. Bei Feuchte in der Wand kondensiert der Dampf zu Wasser, aber nicht in einem Punkt, sondern in einem Bereich von 10 bis 15 cm, der je nach Innen- und Außentemperatur wandert. Der Taupunkt ist ein falscher Begriff“, stellt Eicke-Hennig klar.

Wer sich die Vorgänge in Wänden einmal plastisch anschauen möchte, kann dies unter www.energiesparaktion.de tun. Rechts auf der Startseite zeigt der Film „Wasserdampfdiffusion im Bauwesen“ eine „Fahrt“ der Wassermoleküle durch die Kapillaren einer Außenwand und erläutert, wann und warum es zu Tauwasserausfall kommt.

Informationen zum Energieberatungsangebot der Verbraucherzentrale Hessen unter www.verbraucher.de
Die „Hessische Energiespar-Aktion“ ist ein Projekt des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung.

Quelle: Stadt Hofgeismar

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