Energiewechsel

Hofgeismar: Elektrowärmepumpe – Wissenswertes für Verbraucher

Pressemeldung vom 15. Juni 2011, 14:49 Uhr

Seit einigen Jahren werden Elektrowärmepumpen verstärkt zur Gebäudeheizung eingesetzt. Optimistische Aussagen sprechen davon, dass jeder dritte Neubau mit einer Elektrowärmepumpe ausgerüstet wird. Nach Angaben des Wärmepumpenbundesverbandes nutzen rund 50 % aller verkauften Wärmepumpen die Außenluft als Energieträger. „Damit wählen die Verbraucher leider den ineffizientesten Wärmepumpentyp“, so Werner Eicke-Hennig von der „Hessischen Energiespar-Aktion“, ein Projekt des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Denn mittlerweile haben zwei große Untersuchungen von über 300 Wärmepumpenanlagen in Deutschland Fragen aufgeworfen. Die Energieeffizienz der untersuchten Luft-Wärmepumpen war mit einer durchschnittlichen Jahresarbeitszahl (JAZ) von 2,3 so schlecht, dass die Förderbedingungen der Bafa, (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) um 30 % verfehlt wurden. Dies gilt für Wärmepumpen mit Heizung und Warmwasserversorgung, aber auch die reinen Heizungs-Elektrowärmepumpen schnitten schlecht ab. Dies ist kein zufälliges Ergebnis: Die Außenluft ist dann besonders kalt (gleich energiearm), wenn sie im Winter als Energieträger genutzt wird. Einzelnen Wärmepumpenbesitzern fällt das auf, wenn die Leistung der Luftwärmepumpe im Winter sinkt und z.B. der Warmwasserspeicher nicht mehr richtig warm wird. Oft gleicht dann ein eingebauter Elektro-Heizstab den Leistungsabfall aus. Dies ist aber teure Direktheizung mit Strom. Luft-Wärmepumpen waren wegen dieser systematischen Ineffizienz schon einmal von der Förderung ausgeschlossen. „Aus Klimaschutzgründen wünschen wir uns JAZ von 4,0, die deutsche Energieagentur und das RWE sehen 3,5 als gut an“, so Eicke-Hennig.

„Meinen Altbau kann ich nicht dämmen. Ist es sinnvoll, als Ersatz eine Elektrowärmepumpe einzubauen“, fragen viele Ratsuchende die Hessische Energiespar-Aktion. Die Antwort: In einem ungedämmten Altbau muss die Vorlauftemperatur des Heizwasser besonders hoch sein, die Heizperiode ist lang (240 Tage) und viele kleine Mängel im Heizsystem, bis hin zum schlechten Teillastverhalten von Wärmepumpen in den langen „Übergangszeiten“ drücken auf die Energieeffizienz der Wärmepumpe. Die Messungen an ausgeführten Grundwasser- und Erdreich-Wärmepumpen zeigen:

Im Altbau werden im Mittel Jahresarbeitszahlen zwischen 3,1 und 3,3 erzielt, bei Luftwärmepumpen sind es nur zwischen 2,3 und 2,6. Damit stößt ein beachtlicher Teil der EWP im ungedämmten Altbau mehr CO2 aus als ein moderner Gas-Brennwertkessel. Dipl.-Ing. Christina Hönig, eine Wärmepumpenexpertin sagt zur Wirtschaftlichkeit von Wärmepumpen im ungedämmten Altbau: „Die Betriebskosten für die Wärmepumpe im ungedämmten Altbau bewegen sich in ähnlicher Größenordnung wie beim Öl- oder Gasbrennwert- oder auch Pelletheizkessel.“ Fazit: Die Mehrkosten der Wärmepumpe bis zu 17.000 EUR kommen im Altbau nicht wieder herein. An einer gut gedämmten Gebäudehülle geht kein Weg vorbei.

Hausbesitzer sollten für sich auch die folgende Frage abwägen: Schon in wenigen Jahren wird das Klein-BHKW zu ähnlichen Kosten wie die Elektrowärmepumpe am Markt sein. Bereits heute wird es durch die beiden großen hessischen Heizkesselhersteller angeboten. Dann steht die Frage, warum soll ich Strom verbrauchen zur Heizung, wenn ich mit meiner Heizung Strom erzeugen kann.

Wichtig ist auf jeden Fall ein Gesamtkonzept für das Haus.

Das erhält man durch den „Energiepass Hessen“ Den Fragebogen zum Pass bekommen Sie unter www.energiesparaktion.de oder Hessische Energiespar-Aktion“, Rheinstraße 65, 64295 Darmstadt. Der Pass kostet 75,00 Euro.

Informationen bietet die Wärmepumpen-Checkliste“ des Bundesverbandes Verbraucher-zentrale unter http://www.verbraucherzentrale-energieberatung.de/web/broschueren.html

Informationen zu den aktuellen Förderrichtlinien und -möglichkeiten finden Sie unter www.kfw.de, www.bafa.de, oder www.foerderdata.de

Informationen zur „Hessischen Energiespar-Aktion“, zum „Energiepass Hessen“, den Kooperationspartnern, die 14 Energiesparinformationen mit detaillierten Hinweisen zu den wichtigsten Energiespartechniken, viele weitere Fachbeiträge oder die Energieberaterliste erhalten Sie unter www.energiesparaktion.de
Die „Hessische Energiespar-Aktion“ ist ein Projekt des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

Quelle: Stadt Hofgeismar

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