Energiewechsel

Hofheim am Taunus: Wehrleute gingen in voller Ausrüstung auf „Tauchstation“

Pressemeldung vom 16. Oktober 2012, 15:47 Uhr

Was passiert eigentlich, wenn ein Feuerwehrmann in seiner Brandschutzbekleidung und zusätzlich mit der Last eines Atemschutzgeräts ins Wasser fällt? Geht er unter? Die Atemschutzgruppe der Freiwilligen Feuerwehr Diedenbergen hat genau das bei einer Selbstrettungsübung in der Rhein-Main-Therme in Hofheim ausprobiert. Am Ende zogen die zwölf Feuerwehrleute das positive Fazit: Niemand muss Angst haben, dass Kleidung und Gerät ihn unter Wasser ziehen.

Ein Feuerwehrmann hat mit der vollen Ausrüstung (Anzug, Handschuhe, Helm, Stiefel und Atemschutzgerät) zusätzlich rund 18 Kilogramm zu seinem Körpergewicht zu tragen. Fällt er damit in einen Fluss, einen See oder ein Schwimmbecken, sollte er doch eigentlich sofort untergehen. Um den Feuerwehrleuten diese Angst zu nehmen, wurde die Übung durchgeführt.

Als Ausbilder war in der Rhein-Main-Therme Jürgen Karheiding, Stadtbrandinspektor von Ginsheim-Gustavsburg, dabei. Die Gemeinde liegt an Rhein und Main, daher wird diese Übung bei der dortigen Feuerwehr einmal im Jahr durchgeführt.

In der Therme ging es los mit dem Anlegen der vollen Montur – erst einmal ohne Atemschutzgerät. Immer zwei Mann gingen dann ins Wasser, abgesichert durch zwei Mann am Beckenrand. Um den Gewichtsunterschied zu sehen, wurde ein Feuerwehrmann im trockenen und im nassen Zustand gewogen: Vor dem Aufenthalt im Wasser zeigte die Waage 100 Kilogramm an, nachher 125 Kilogramm. Im Wasser gab es keine Probleme mit der Gewichtszunahme. Die Anzüge haben so viele Luftpolster, das man darin gut schwimmen kann.

Nachdem alle Wehrleute diesen Durchgang, mit sehr viel Spaß, absolviert hatten, wurden die Atemschutzgeräte angelegt. Doch auch mit diesem weiteren Gewicht gingen die Männer nicht „wie ein Stein“ unter, sondern konnten sich knapp unter der Wasseroberfläche halten – und sogar mit Hilfe des Atemschutzgerätes Luft holen. Die Atemschutzgeräte sind natürlich nicht vergleichbar mit einer Taucherausrüstung, aber für kurze Zeit konnten die Wehrleute damit unter Wasser bleiben und ganz normal atmen. Im Ernstfall bleibt so kostbare Zeit, sich selbst ans Ufer oder den Beckenrand zu retten oder gerettet zu werden.

Einige Wehrleute kostete es schon etwas Überwindung auf „Tauchstation“ zu gehen, aber alle machten bei der Übung mit. Am Ende war ihnen die Angst davor genommen, mit der Feuerwehrbekleidung ins Wasser zu fallen. Alle Teilnehmer waren sich einig, dass dies eine sehr gelungene Übung war, die ganz bestimmt im nächsten Jahr wiederholt werden soll.

Die Atemschutzgruppe der Feuerwehr Diedenbergen dankte Jürgen Karheiding für die hervorragend ausgearbeitete Übung. Ebenso geht ein sehr großes Dankeschön an die Rhein-Main-Therme, die extra einen Abend lang für diese Übung das große Becken gesperrt und keinen Eintritt verlangt hat.

Erster Stadtrat Wolfgang Exner, zuständiger Dezernent für die Feuerwehr, unterstrich die Bedeutung solcher Übungen: „Wenn Feuerwehrleute im Einsatz andere Menschen retten, können sie selbst in gefährliche Situationen geraten. Deshalb ist es wichtig, solche Situationen zu trainieren, damit die Kameradinnen und Kameraden im Ernstfall die Handlungsmöglichkeiten kennen und entsprechend reagieren können.“

Quelle: Hofheim am Taunus / Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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