Energiewechsel

Hofheim am Taunus: Wieder Raupen des Eichenprozessionsspinners entdeckt

Pressemeldung vom 21. Juni 2011, 11:18 Uhr

HOFHEIM Im Jahr 2007 wurden im Stadtgebiet Hofheim am Taunus erstmals Raupen des Eichenprozessionsspinners an mehreren Bäumen entdeckt und von Fachleuten entfernt.

Aktuell wurden Raupen auf Bäumen im Bereich des Sportplatzes Diedenbergen gefunden und die Anlage vorsorglich gesperrt. Der Magistrat der Stadt Hofheim hat eine Fachfirma mit der Beseitigung der Nester beauftragt. Sollten Nester an anderen publikumsrelevanten Orten entdeckt werden, wird der Magistrat oder Hessen Forst auch diese fachmännisch entfernen lassen.

Mit Blick auf den Eichenprozessionsspinner ist derzeit ein Spaziergang auf dem Feld unproblematischer als im Wald, so der Magistrat der Stadt Hofheim.
Denn die Brennhaare der Raupen des Eichenprozessionsspinners können zu unterschiedlich ausgeprägten allergischen Reaktionen führen.

Äußerlich treten Hautausschläge mit Rötungen, Schwellungen und starkem Juckreiz auf. Durch das Einatmen der dünnen Haare kann es zu Reizungen an Mund- und Nasenschleimhaut bis hin zu Husten, Asthma und Atemnot kommen. Möglich sind auch Kreislaufschwäche, Fieber und Schockreaktionen.
Auch alte Nester stellen eine Gefahrenquelle dar, da die Raupenhaare eine lange Haltbarkeit von etwa einem Jahr besitzen.

Keinesfalls dürfen die Nester oder die Raupen berührt werden. Niemand sollte Nester selbst entfernen, sondern in jedem Fall damit Fachleute beauftragen. Betroffene Privatpersonen können sich direkt an eine Fachfirma aus dem Bereich Baumpflege oder an eine Schädlingsbekämpfungsfirma wenden.

Dennoch kann es zum Kontakt mit Brennhaaren kommen, weil diese leicht abbrechen und vom Wind über weitere Strecken geweht werden können.
Nach einem Kontakt mit den Raupenhaaren sollte schnellstmöglich die Kleidung gewechselt werden, nach Hautkontakt gründlich geduscht und auch die Haare gewaschen werden.

Beim Auftreten von Krankheitserscheinungen sollte sich niemand scheuen, den Arzt aufzusuchen und ihn über den Kontakt mit Raupenhaaren informieren. Bei schweren allergischen Reaktionen mit Atemnot, Hustenanfällen und ähnlichen Symptomen sollte umgehend der Rettungsdienst beziehungsweise Notarzt verständigt werden.

Der Eichenprozessionsspinner ist in Mitteleuropa beheimatet und hat sich in den vergangenen Jahren erheblich vermehrt. Wie der Name sagt, lebt der Schädling meist auf Eichen, seltener auf Buchen – in Hofheim wurden bislang keine Raupen an Buchen gesehen. Befallen werden Bäume am Waldrand und auch einzeln stehende Bäume in Wohngebieten.

Im aktuellen Waldschutzbericht des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz wird über den Eichenprozessionsspinner berichtet:
Die Eigelege befinden sich an kleinen Ästen in der Baumkrone. Ende April bis Anfang Mai schlüpfen die Raupen gleichzeitig mit dem Austreiben der Bäume. Sie leben in großen Kolonien und durchlaufen fünf bis sechs Larvenstadien.
Nachts wandern sie in die Baumkronen, um dort die Blätter zu fressen, und kehren im Morgengrauen zurück. Typische „Gespinsternester“, in die die Raupen zurückwandern, werden etwa ab dem fünften Larvenstadium angelegt und befinden sich häufig an Astgabelungen oder am Stamm.
Nach dem letzten Larvenstadium verpuppen sie sich in dicht aneinander gedrängten Kokons im Gespinstnest und verlassen dieses von Ende Juli bis Anfang September.

Quelle: Hofheim am Taunus / Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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