Energiewechsel

Hofheim: „An allen Ecken und Enden tut sich etwas“

Pressemeldung vom 7. August 2009, 10:03 Uhr

Hofheim. Zahlreiche Schulbauarbeiten während der Ferien – Gall informiert sich über Projekte

„Die Schulen haben Ferien – wir nicht“: Auf diesen Nenner bringt Landrat Berthold Gall die laufenden Bauarbeiten an den Schulen des Main-Taunus-Kreises. Den Angaben zufolge hat der Kreis seit dem Jahr 2000 rund 310 Millionen Euro in die Schulbauten investiert. Hinzu kommen 88,8 Millionen Euro, die im Rahmen der Bauunterhaltung für die Verschönerung der Schulen, für Wartung und Reparaturen ausgegeben wurden. Gall informierte sich über den Fortgang der Arbeiten an Schulen in Hofheim, Schwalbach und Bad Soden.

Wie der Landrat erläutert, fließen in die Bauvorhaben des laufenden Sommers auch Mittel aus dem Konjunkturprogramm von Land und Bund ein. Dazu zählen rund 6,7 Millionen Euro für die so genannte Verbesserung des Lernumfeldes, beispielsweise für die Bauunterhaltung, die Ausstattung von Fachräumen und die Verkabelung.

Mehrere Gebäude würden energiebewusst saniert, wie die Georg-Kerschensteiner-Schule Schwalbach und die Comeniusschule Eppstein. Die Sophie-Scholl-Schule Flörsheim werde erweitert. Dazu werde die alte Adolf-Reichwein-Schule abgerissen. In der Energie sparenden Passivhausbauweise werde ein neues Gebäude errichtet, das mit Erdwärme beheizt werde. Geplant werde auch die Erweiterung der Konrad-Adenauer-Schule Kriftel, mit 12,5 Millionen Euro der größte Investitionsposten, und die Eddersheimer Grundschule.

Von den insgesamt mehr als 34 Millionen Euro von Bund und Land im Rahmen des Konjunkturprogramms habe der Kreis bereits 17,7 Millionen Euro abgerufen.

Der Aufwand des Kreises bei den Schulen sei ohnehin immens. Die Schulen und Sporthallen verfügten über insgesamt 345.000 Quadratmeter, das entspreche einer Fläche von rund 50 Fußballfeldern, so Gall: „Und an allen Ecken und Enden tut sich etwas“.

Einige der Baustellen suchte Gall im Kreis auf:

Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule Hofheim

Der Erweiterungsbau und die Sanierung der Förderschule soll „nicht nur eine Erweiterung in der Fläche, sondern auch in der Qualität“ bieten, wie Gall hervorhebt. Für rund 3,8 Millionen Euro entstehen bis kommenden Sommer sechs Klassenräume, vier Förderräume, ein Ruheraum und eine behindertengerechte Lehrküche. Zudem würden die Außenanlagen „behindertengerecht und großzügig“ gestaltet.

Neben diesen Investitionen werden den Angaben zufolge weitere Mittel für die Sanierung des bestehenden Gebäudes aufgewendet. Unter anderem werden drei Bäder rollstuhl- und behindertengerecht saniert sowie die Küchenzeilen in den Klassenzimmern und die Heizungs-, Sanitär- und Elektroleitungen erneuert. Im Rahmen des Konjunkturprogramms würden zudem Kabel für die Informationstechnologie (IT) verlegt.

Die von-Bodelschwingh-Schule für Praktisch Bildbare wird von 89 Schülern besucht und ist damit seit 2001 um rund ein Drittel gewachsen. „Die Zahlen zeigen, dass auch in diesem Bereich der Bedarf an einer hochwertigen Ausstattung besteht“, so der Landrat. „Der Main-Taunus-Kreis bietet auch die geeigneten Lernbedingungen für diejenigen, die es im Unterricht schwerer haben als andere.“

Albert-Einstein-Schule Schwalbach

Erweitert und saniert wird auch in der Schwalbacher Albert-Einstein-Schule. Für 4,3 Millionen Euro entsteht bis zum September 2009 ein Erweiterungsbau. Laut Gall wird es nach der Energie sparenden Passivhaus-Bauweise errichtet; dabei wird die Abluft zum Beheizen des Gebäudes genutzt. Außerdem wird eine Solaranlage installiert. „Dies ist einer von vielen Belegen, wie der Main-Taunus-Kreis mit seinen Schulen Energie spart und doch herausragende Bedingungen zum Lernen bietet“, so der Landrat. Der neue Bau soll elf Klassenräume, vier Fachräume und drei Gruppenräume beherbergen.

Saniert werden an der Schule unter anderem der Chemieraum und die Toiletten. Um Platz für die Pädagogische Mittagsbetreuung zu schaffen, wird der Essensraum vergrößert. Wie Gall erläutert, wurden mittlerweile mit allen Schulen Vereinbarungen getroffen, in denen die Mitverantwortung der Schulgemeinde für saubere Toiletten festgeschrieben ist. Alleine im laufenden Jahr wende der Kreis für Toilettensanierungen eine Million Euro auf; die Schüler seien aufgefordert, die Anlagen pfleglich zu behandeln. Mit den laufenden Projekten seien die Arbeiten an der Schule aber noch nicht abgeschlossen; 2011 solle die Sporthalle saniert werden.

Im Zuge der Arbeiten wird auch der Chemieraum saniert. Gall stellt das in Zusammenhang mit der „Offensive Naturwissenschaften“ des Kreises. In einem umfassenden Programm würden nicht nur die räumlichen Voraussetzungen geschaffen, sondern auch die notwendigen Mittel für die Ausstattung bereitgestellt. So habe der Kreis zuletzt im Juni beschlossen, für 1,2 Millionen Euro Geräte für den naturwissenschaftlichen Unterricht anzuschaffen. Damit sollten die Schüler für einen künftigen naturwissenschaftlichen Beruf oder ein entsprechendes Studium begeistert werden: „Wir können hier einen Beitrag leisten, um dem Mangel von Fachkräften auf diesem Gebiet in Deutschland zu begegnen.“

Die von 1240 im Jahr 2001 auf 1479 im Jahr 2009 gestiegene Schülerzahl der Albert-Einstein-Schule belege, wie attraktiv dieses Gymnasium sei, stellt der Landrat fest.

Georg-Kerschensteiner-Schule Schwalbach

„Auch an den Grundschulen im Kreis tut sich in den Ferien einiges“, fasst Gall zusammen. So werde die Georg-Kerschensteiner-Schule bis Sommer 2010 für 1,8 Millionen Euro erweitert, um Raum für die Ganztagsbetreuung zu schaffen. Bis Juli kommenden Jahres entstünden ein Speisesaal mit Küche, zwei Gruppenräume, ein Ruheraum sowie ein Raum für die Sozialarbeit. Das städtische Schulkinderhaus werde parallel mitgenutzt. Dies zeige, wie eng der Kreis mit den Kommunen zusammenarbeite, um Betreuungsangebote im MTK weiter auszubauen, so der Landrat. Die Schaffung ausreichender Plätze sei eine der Prioritäten des Kreises.

Laut Gall ist auch diese Schule ein Beleg für energiebewusstes Bauen. Unter anderem werde die Haustechnik komplett erneuert und die Fenster ausgetauscht. Dafür würden Mittel aus dem Konjunkturprogramm von Land und Bund eingesetzt. Auch an dieser Schule werden die Toiletten saniert, zudem wird der Brandschutz weiter verbessert.

Um zusätzlich Platz für Veranstaltungen mit den rund 230 Schülern zu schaffen, würden die Giebelfassaden geschlossen: „So erhält die Schule eine Aula, ohne dass wir noch einen weiteren Erweiterungsbau brauchen“, erläutert Gall.

Theodor-Heuss-Schule Bad Soden

„Neue Technik in historischen Mauern“: Auf diese Formel bringt der Landrat die Arbeiten an der Theodor-Heuss-Schule. In dem unter Denkmalschutz stehenden Gebäude würden im Rahmen des Konjunkturprogrammes IT-Kabel verlegt. Dies sei Teil einer kreisweiten Initiative zur „vernetzten Grundschule“. Pro Schule würden rund 25 Kilometer Kabel verlegt.

An der Theodor-Heuss-Schule werden den Angaben zufolge außerdem die Heizungs- und Wasserleitung zu allen Gebäuden neu verlegt, und die Decken und die Haustechnik werden erneuert.

Die Schule wird von rund 450 Kindern besucht. In Erinnerung an den Namensgeber der Schule hatte der Kreis dort im Mai eine Bronzebüste des ersten Bundespräsidenten angebracht. Verwandte des Künstlers Wilhelm Hager waren bei der Übergabe anwesend. „Zum 60. Geburtstag der Bundesrepublik Deutschland will der Kreis an einen Staatsmann erinnern, der für das Ideal der Freiheit als Grundlage der demokratischen Gesellschaft eingetreten ist“, erläutert Gall. Dieser Gedanke könne kindgerecht auch in der Grundschule vermittelt werden.

Quelle: Stadt Hofheim – Pressestelle

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