Energiewechsel

Hofheim: „Die Maakuh darf nicht untergehen“

Pressemeldung vom 10. August 2009, 17:01 Uhr

Hofheim. Gall ruft zu Rettungsaktion für historischen Kettenschlepper auf – Beteiligung des MTK

Zu einer Rettungsaktion aller Anrainerkommunen des Mains für den Kettenschlepper „Maakuh“ hat Landrat Berthold Gall aufgerufen. Dieses letzte Schiff seiner Art sei ein „historisch wertvolles Industriedenkmal“ für das Miteinander auf dem Main und in der gesamten Region, so der Landrat. Wenn jede Stadt, jede Gemeinde und jeder Kreis entlang des Mains Geld zur Verfügung stellen würde, könne dieses Unikat gerettet werden. Käme eine solche Initiative zustande, würde der MTK 2000 Euro dafür aufbringen. Die 110 Jahre alte „Maakuh“liegt derzeit sanierungsbedürftig an einem Liegeplatz bei Wörth.

Wie Gall erläutert, sind der Rumpf des Schiffes und zahlreiche originale Bauteile im Innern erhalten. Durch spätere Umbauten und den „Zahn der Zeit“ aber habe der Kettenschlepper Schaden genommen, der nur mit einer sechsstelligen Summe zu beseitigen sei. Weder der Eigentümer des Schiffes noch die Stadt Aschaffenburg halten sich mit Blick auf hohe Reparatur- und Transportkosten mit einem Engagement zurück. Ein Förderverein bemüht sich seit Wochen um einen Weg, die „Maakuh“ zu erhalten.

Gall regt nun eine Initiative aller Mainkommunen von Bamberg bis Mainz an, um dieses Zeugnis der Technikgeschichte vor dem Untergang im doppelten Sinne zu bewahren: „Wenn zum Beispiel jeder der rund 80 Gemeinden, Städte und Kreise 2000 Euro beitragen würde, kämen bereits 160.000 Euro zur Rettung der ‚Maakuh“ zusammen“. Er werde deshalb sowohl „flussauf, flussab“ mit den Kommunen und auch mit der Kultur-Region FrankfurtRheinMain Kontakt aufnehmen. Eine solche Kooperation könne andere Identität stiftende Projekte in der Region ergänzen, etwa die Route der Industriekultur oder der Main-Radweg.

Ein Kettenschlepper wird nicht mit einer Schraube angetrieben, sondern an einer im Fluss verankerten Kette entlang gezogen. Die „Maakuh“, je nach mundartlicher Färbung etwa auch „Mookuh“ oder „Määhkuh“ genannt, erhielt ihren Namen durch den Klang ihres Dampfhorns, das an eine Kuh erinnert. Die Kettenschifffahrt auf dem Main war 1886 eröffnet worden und erreichte vor Beginn des Ersten Weltkrieges Bamberg. 1937 wurde der Betrieb auf dem letzten Abschnitt eingestellt, die Kette entfernt und die Schiffe größtenteils verschrottet. Inzwischen ist einzig die Aschaffenburger „Maakuh“ übrig geblieben.

„Jeder, der wie ich am Main groß geworden ist, kennt die ‚Maakuh‘ aus Erzählungen unserer Großeltern“, bemerkt Gall. Die Kettenschifffahrt auf dem Main sei ein wichtiges Bindeglied der Geschichte der Region: „Jetzt funkt die ‚Maakuh‘ SOS. Sie darf nicht untergehen“. Notfalls könnte der historische Kahn auch seine neue Heimat im Regionalpark in Flörsheim finden, als schwimmendes oder an Land ruhendes Exponat.

Quelle: Stadt Hofheim – Pressestelle

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