Energiewechsel

Hofheim: Radfahrer mit Rückenwind – Bürger fordern mehr nachhaltige Mobilität

Pressemeldung vom 23. April 2015, 14:18 Uhr

Tempo-30-Zonen auch auf innerörtlichen Hauptverkehrsstraßen – weitere Öffnung von Einbahnstraßen in Gegenrichtung für Radfahrer in Marxheim

Die Agenda-Gruppe Radverkehr (AG Radverkehr) der Hofheimer Lokalen Agenda 21 (HLA 21) hat sich die Verbesserung der Situation des Radverkehrs zum Ziel gesetzt.

In dieser Zielsetzung wurde sie kürzlich durch die Ergebnisse der in Berlin vorgestellten Erhebung für das Umweltbundesamt (UBA) bestätigt. 82 Prozent der befragten Bürger fordern demnach einen stärkeren Fokus auf Fuß- und Fahrradwege sowie den öffentlichen Nahverkehr. Unter den 14-17-Jährigen sprechen sich sogar 92 Prozent für eine Abkehr von der vorrangig auf den Autoverkehr ausgerichteten Städteplanung aus. Neben der Reduktion von gesundheitsgefährdendem Lärm und Feinstaub war der Wunsch nach mehr Lebensqualität das ausschlaggebende Argument.

In die gleiche positive Richtung geht die Initiative des hessischen Verkehrsministers Tarek Al-Wazir Tempo-30-Zonen ab 2016 in den Verkehrs-Infrastruktur-Katalog des Landes Hessen aufzunehmen und Kommunen bei der Umsetzung finanziell zu unterstützen. Auch die Verminderung der Regelgeschwindigkeit auf innerörtlichen Hauptverkehrsstraßen soll überprüft werden. Gerade die innerörtlichen Hauptverkehrsstraßen hatte auch die AG Radverkehr in Hofheim als besonders gefährlich für Radfahrer ausgemacht.

Die Zustimmung des Ortsbeirats Marxheim, 8 von 13 geprüften Einbahnstraßen in Gegenrichtung für Radfahrer noch in diesem Frühjahr zu öffnen, wurde als ein Schritt in die richtige Richtung begrüßt.

Dies alles sind im Sinne der AG Radverkehr positive Entwicklungen. Daher sieht sie sich in ihren Bemühungen „mit Rückenwind“.

In ihrer letzten Sitzung hat sich die AG Radverkehr auf Haupt-Ziele verständigt.

Dazu gehört neben der Verbesserung der Infrastruktur für Radfahrer auch die Verbesserung des Fahrradklimas gemäß dem ADFC-Fahrradklimatest. Mehr Lebensqualität durch weniger Emissionen und die Steigerung des Anteils des Radverkehrs an der Mobilität werden angestrebt. Eine fahrradfreundliche Orientierung von Politik, Magistrat und Verwaltung sind dafür unabdingbar.

Als eine ihrer Aufgaben sieht die AG Radverkehr, die unterschiedlichen Gruppen der Bevölkerung von den Vorteilen der verstärkten Radnutzung zu überzeugen. Dabei soll der teilweise noch vorhandenen Skepsis u.a. auch bei Einzelhandel und Wirtschaft durch geeignete Vorbilder vergleichbarer Städte entgegen gewirkt werden.

Das Mittel der Wahl, um ihre Ziele zu erreichen, sieht die AG Radverkehr insbesondere in der Kommunikation und dem Finden von Fürsprechern in allen relevanten Bevölkerungsgruppen.

Die AG Radverkehr ist eine Arbeitsgruppe im Rahmen der Hofheimer Lokalen Agenda 21. Die HLA 21 ist Teil eines weltweiten Netzwerkes „Lokale Agenda 21“. Dieses Netzwerk geht auf einen Beschluss der UNCED (United Nations Conference on Environment and Development („Weltgipfel“) von 1992 in Rio de Janeiro zurück.

Nachhaltigkeitsstrategien wurden von verschiedenen Ländergruppen, Staaten, Bundesländern und Kommunen erarbeitet. An ihrer Umsetzung und Einhaltung arbeitet die HLA 21 für Hofheim.

Zur Förderung der umweltverträglichen Mobilität wurde vor kurzem die Gruppe zum Thema Radfahren gegründet, da hier aus Sicht der HLA 21 besonderer Handlungsbedarf besteht. Ziel ist es, gemeinsam mit den am Radverkehr beteiligten Institutionen Ansatzpunkte zur Verbesserung des Radverkehrs in Hofheim zu finden.

Bereits die vorangegangenen Treffen der AG Radverkehr, bei denen Herr Dr. Holger Küst vom ADFC, Frau Christine Filipp von der Stadt Hofheim, Frau Birgit Hartmann vom MTV (Main-Taunus-Verkehrsgesellschaft mbH) sowie der Radverkehrsbeauftragte der Stadt Schwalbach, Herr Alexander Barth, die aktuelle Situation detailliert dargestellt haben, konnten dazu wichtige Hinweise liefern.

Der Termin der nächsten Sitzung wird rechtzeitig bekannt gegeben. Gäste sind willkommen.

Quelle: Hofheim

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