Energiewechsel

Hofheim: Störche sind zum Brüten am Wallauer Ortsrand willkommen

Pressemeldung vom 27. August 2009, 16:20 Uhr

Hofheim. Störche haben am Ortsrand von Wallau künftig eine Gelegenheit zum Brüten:
In der Kassernbachaue hat die Stadt Hofheim am Taunus am Mittwoch, 26. August 2009, nach längerer Vorarbeit – in Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde und in enger Kooperation mit dem BUND und der Süwag Netzservice GmbH – erstmals einen Storchenmast errichten lassen.
Der Standort befindet sich im unmittelbaren Anschluss an das gleichnamige Naturschutzgebiet auf einer städtischen Kompensationsfläche, die im Rahmen der Biotopentwicklung als Wiese gepflegt wird.

Erster Stadtrat Wolfgang Exner, Beate Gutenthaler-Gillies vom städtischen Team Umwelt und Natur, Harald Zengeler von der Süwag und Bernd Zürn vom BUND verfolgten das Aufstellen des Brutmastes vor Ort.

Der Ortsbeirat Wallau hatte angeregt, den Brutmast zu errichten. Einen artgerechten Standort zu finden, war jedoch nicht einfach, da in Wallau nur ein begrenztes Flächenangebot zur Verfügung steht und bei der Standortsuche bestimmte Auswahlkriterien zu beachten sind.

Zunächst muss darauf geachtet werden, dass im Umfeld des Storchenbrutmastes ein ausreichendes Nahrungsangebot vorhanden ist, damit brutwillige Störche auch die Möglichkeit haben, sich und ihren Nachwuchs zu versorgen: Auf dem „Speiseplan“ stehen Frösche, Regenwürmer, Nacktschnecken und Mäuse. Darüber hinaus ist ein freier Anflug ebenso erforderlich wie ausreichender Abstand zu umgebenden Autobahnen.

Diese Kriterien werden am gewählten Standort erfüllt. Die Untere Naturschutzbehörde, die auch einen Platz in der Kassernbachaue empfohlen hatte, sieht diese Wiesenfläche ebenfalls für die Aufstellung der Nisthilfe als geeignet an. Entscheidend war auch, dass an dieser Stelle Störche schon häufiger bei der Nahrungsaufnahme gesichtet wurden.

Bei der Standortsuche und der technischen Ausführung sowie der fachlichen Begleitung wurde die Stadt Hofheim intensiv von Bernd Zürn, BUND Flörsheim, und Harald Zengeler von der Süwag Energie AG unterstützt.
Der benötigte circa 12 Meter hohe imprägnierte Holzmast wurde von der Süwag Energie AG bereitgestellt, geliefert und aufgestellt. Der BUND montierte vor Ort den in Eigenarbeit fachmännisch zusammengebauten Nistkorb, bestehend aus einer Brutplattform mit Weidengeflecht umfasst.

Der Weißstorch war bis in die sechziger Jahre hinein in unseren Breiten heimisch und gehörte – wie in ganz Deutschland – zum gewohnten Erscheinungsbild der Dörfer und Felder. Die Intensivierung der Landwirtschaft jedoch hatte zur Folge, dass der Storch sich zurückzog.

In den Auen, in denen er in Hessen bevorzugt gelebt hatte, war er immer seltener zu sehen.
Aufwändige Arten- und Biotopschutzmaßnahmen führten dazu, dass der Weißstorch seit etwa dem Jahr 2000 wieder zurückkehrt. Deutschlandweit ist wieder ein positiver Bestandstrend zu verzeichnen und so gibt es auch im benachbarten Wicker und auf Wiesbadener Gemarkung erfreuliche Bruterfolge.

Quelle: Stadt Hofheim – Pressestelle

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