Energiewechsel

Hünfeld: Dr. Fennel – Wegenetz muss an neue Nutzungen angepasst werden

Pressemeldung vom 23. Oktober 2012, 13:34 Uhr

Bürgermeister fordert Hilfe des Landes beim Ausbau der Feldwegeinfrastruktur

Hünfeld. Die in breitem gesellschaftlichem Konsens gewollte Energiewende hat nach Auffassung von Hünfelds Bürgermeister Dr. Eberhard Fennel auch Konsequenzen für den Ausbau des Feldwegenetzes in ländlichen Kommunen. Damit dürften die Städte und Gemeinden nicht alleine gelassen werden, betont der Bürgermeister. Deshalb sei das Land Hessen gefordert zu helfen.

Das Feldwegenetz sei überwiegend dort, wo es in den letzten Jahren kein Flurbereinigungsverfahren gegeben habe, noch auf landwirtschaftliche Nutzungen der 20-er und 30-er oder 50-er Jahre mit Pferdefuhrwerken und Kleinschleppern aus den Anfängen der landwirtschaftlichen Motorisierung ausgelegt. Dieses Wegenetz sei kaum geeignet, Transportverkehre für Substrate von modernen Biogasanlagen aufzunehmen. Die Fahrzeuge seien nicht nur weitaus breiter, zunehmend würden auch LKW eingesetzt, um aus weiterem Umkreis Mais in die Biogasanlagen zu transportieren.

Andere Bundesländer, in denen es schon in der Vergangenheit großflächigere Landwirtschaft gegeben habe, wie Thüringen oder Niedersachsen, seien da schon viel weiter. Dort würden Feldwege standardmäßig auf vier Meter Breite, teilweise mit Ausweichbuchten, und tragfähigem Unterbau ausgebaut. Auch die Flurbereinigungsbehörden in Hessen, soweit Verfahren stattfinden, leisteten hier bereits gute Arbeit. Nachdem das Land Hessen wohl entschieden habe, auf wiederkehrende Beiträge für den Feldwegebau zu verzichten, seien meist finanzschwache Städte und Gemeinden in ländlichen Räumen ohne Hilfe des Landes darauf angewiesen, wieder Feldwegebeitragssatzungen wie in den 50-er und 60-er Jahren oder andere finanzielle Beteiligungsformen einzuführen, erklärte Dr. Fennel.

Die Energiewende sei in breitem gesellschaftlichem Konsens auf den Weg gebracht worden, betonte Dr. Fennel, jedoch wer ja zum Ausbau regenerativer Energien etwas sage, müsse ja auch etwas zum Ausbau der dafür notwendigen Infrastruktur sagen. Dies gelte gleichermaßen für den Bau von Fernstromtrassen wie für den Ausbau des Wegenetzes. Die Flächenkommunen im ländlichen Raum dürften mit dieser Aufgabe nicht alleine gelassen werden, weil sie damit völlig überfordert würden. Das liege im Interesse der gesellschaftlich gewollten Energiewende, der modernen Landwirtschaft, der alternativen Energieerzeugung und der Bürgerschaft und der Touristen, die diese Wege für Freizeit und touristische Aktivitäten nutzten. Die Flurbereinigung mit hohen staatlichen Zuschüssen und kommunaler Unterstützung sei dabei ein möglicher Weg, reiche aber wegen der rapiden Veränderungen in der Agrarstruktur bei weitem nicht mehr aus, so Dr. Fennel abschließend.

Quelle: Magistrat der Stadt Hünfeld

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