Energiewechsel

Hünfeld: Ökostrom – Hünfelder machten über eine Million Euro plus

Pressemeldung vom 23. Oktober 2012, 13:31 Uhr

Die andere Energiewende: Alle Haushalte müssen zahlen

Hünfeld. Die Einnahmen von Hünfelder Stromproduzenten im Rahmen der EEG-Umlagen (Energieeinspeisegesetz) überstiegen im vergangenen Jahr die von Hünfelder Privathaushalten und gewerblichen Kunden eingeforderten Umlagen um mehr als eine Million Euro. Diese Zahlen legten jetzt die Stadtwerke Hünfeld vor, teilt Bürgermeister Dr. Eberhard Fennel mit.

Private Haushalte und gewerbliche Kunden mussten insgesamt im Rahmen der EEG-Umlagen 2011 2.353.485 Euro zahlen, die auf ihren Stromverbrauch aufgeschlagen wurden. Dagegen nahmen Produzenten von Ökostrom aus regenerativen Anlagen 3.394.023 Euro ein. Während diese Einnahmen allerdings nur den Produzenten wie Solar- und Biogasanlagenbetreibern, Besitzer von Wasserkraftanlagen und dem Eigenbetrieb Abwasseranlagen für seine Klärgasnutzung zu gute kamen, mussten die Umlagen allerdings von allen Haushalten und gewerblichen Kunden aufgebracht werden. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt durch Biomasseanlagen rund 7,3 Millionen Kilowattstunden, durch Solaranlagen 4,75 Millionen Kilowattstunden, durch Wasserkraft 233.367 Kilowattstunden und durch die Klärgasanlage 237.354 Kilowattstunden erzeugt und in die Stromnetze eingespeist. Insgesamt gibt es in Hünfeld gegenwärtig sechs Wasserkraftanlagen, ein Blockheizkraftwerk, das Klärgas verwertet, drei Biomasseanlagen und 365 Photovoltaikanlagen.

Bei den Umlagen kommt es allerdings nicht zu einem lokalen Ausgleich vor Ort. Vielmehr werden die Umlagen in einen bundesweiten Topf einbezahlt, von dem alle Anlagen bundesweit gleichermaßen profitieren. Insgesamt ergibt sich somit ein Überschuss von den von allen Kunden eingeforderten Umlagen zu den ausgezahlten Einspeisevergütungen von 1.040.538 Euro zugunsten der Anlagenbetreiber. Belastungen aus der EEG-Umlage, den erhöhten Netzentgelten für den Ausbau der Stromtrassen, die neu eingeführte Offshore-Haftung und die Umsatzsteuer steigt vom laufenden Jahr für einen Single-Haushalt von 84 auf 147 Euro und für einen 4-Personen-Haushalt von 466,65 Euro auf 613,07 Euro pro Jahr. Damit nähert sich die so genannte Staatsquote am Strompreis der 50-Prozent-Marke und erreicht damit ähnliche Dimensionen wie beim Kraftstoff für den Fahrzeugverkehr. Allein für die neu eingeführte Offshore-Haftungsabgabe wird im kommenden Jahr jeder 4-Personen-Haushalt mit durchschnittlich 13,75 Euro belastet, für den Netzausbau steigen die Kosten gegenüber dem vergangenen Jahr von 8,31 auf 24,75 Euro, für die EEG-Umlage von 197,56 auf 290,14 Euro und die eigentliche Stromsteuer schlägt mit 112,75 Euro zu Buche. Da auch auf die Umlagen Umsatzsteuer berechnet wird, klettert allein deren Anteil an dem Strombezugspreis für den 4-Personen-Haushalt von 74,54 Euro auf 97,89 Euro im kommenden Jahr.

Quelle: Magistrat der Stadt Hünfeld

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