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Kreis Bergstraße: Eine Gelegenheit, ins Gespräch zu kommen

Pressemeldung vom 26. September 2016, 15:27 Uhr

Erstmals, aber nicht zum letzten Mal, lud Landrat Christian Engelhardt die Kreishandwerkerschaft zu einer Gesprächs- und Kennlernrunde ins Landratsamt ein. Gemeinsam mit Kreishandwerksmeister Jörg Leinekugel und Geschäftsführer Dietmar Schott nahmen nahezu alle Obermeister diverser Innungen an der Veranstaltung teil. Auch Dr. Matthias Zürker, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Bergstraße sowie einige Bürgermeister des Kreises und weitere kommunale Vertreter waren der Einladung gefolgt.

Zu den Gesprächsthemen gehörten der Umgang mit Flüchtlingen, der Bereich Ausbildung und Berufsschule sowie das Bergsträßer Modell, eine mögliche Abschaffung des Bargelds und das Thema Schwarzarbeit. „Das Handwerk ist ein wesentlicher Baustein für diese Region“, richtete Landrat Engelhardt zunächst das Wort an die Handwerker. Die Vielfalt der Handwerksbetriebe mache die Attraktivität des Landkreises aus, und die Individualität des Handwerks führe dazu, „dass immer etwas Besonderes entsteht“. Aufgrund dieser Relevanz ist es dem Landrat wichtig, zukünftig möglichst einmal im Jahr den Austausch zwischen Handwerk und Kommunalpolitik zu finden. Im kommenden Jahr könnte das Treffen bei der Kreishandwerkerschaft stattfinden. Das erste Gesprächsthema war der Umgang mit Flüchtlingen. Auch wenn derzeit kaum neue Geflüchtete in den Landkreis kommen, gilt es doch, zumindest die 600 bereits anerkannten unter ihnen in den Beruf zu bringen. Einer der Handwerksmeister ließ verlauten, dass sich eine Ausbildung auch in finanzieller Hinsicht nur lohne, wenn der Lehrling nicht von der Abschiebung bedroht sei. Daher wäre es in puncto Planungssicherheit von größter Bedeutung, ob ein Arbeitnehmer dem Betrieb auch nach der Ausbildung erhalten bleibt.

Die Handwerkerschaft sieht außerdem ein Problem darin, dass ausländische Auszubildende wegen mangelnder Sprachkenntnisse die Prüfungen nicht bestehen. Eine Lösung sehen die Handwerker beispielsweise in Form von Sprachhelfern, wie Friseurmeisterin Angelika Gabriel sie bereits eingesetzt hat, oder in der Einführung einer abgeschwächten Betriebsausbildung zur Erlangung von Berufsbezeichnungen wie „Betriebshelfer“, die eine geringere Qualifikation voraussetzen.

Der nächste Diskussionspunkt waren Ausbildung und Berufsschule- mit der Frage, ob bei Berufsschulen eine optimale Ausstattung oder die Nähe zum Wohnort der Auszubildenden den Vorrang haben sollten.

Die Standortnähe ist für die Innungsmeister ein wichtiger Faktor. Um die Qualität der Ausbildung zu verbessern, wurde über Nachmittagsunterricht und eine Trennung von Grundlagen und Spezialisierungen diskutiert.

Anschließend sprach Landrat Engelhardt das Bergsträßer Modell mit der Auftragsvergabepraxis der „kleinen Lose“ an und zeigte auf, dass trotz neuer gesetzlicher Einschränkungen die meisten Aufträge im Landkreis oder in der Region vergeben werden. Die Handwerksmeister gaben positives Feedback zu diesem Modell und diskutierten Veränderungsvorschläge.

Ein weiteres Thema war die mögliche Abschaffung von Bargeld. Hier war man sich einig, dass dies nicht zu begrüßen wäre. „Bargeld ist Freiheit; eine Abschaffung würde zu mehr Kontrolle führen“, so Engelhardt. Abschließend kam der Landrat auf Schwarzarbeit zu sprechen und forderte die Handwerker auf, Verdachtsfälle zu melden. Dr. Matthias Zürker wies zum Schluss darauf hin, dass die Wirtschaftsförderung Handwerksbetrieben Unterstützung bei Anträgen für Förderprogramme anbietet.

Quelle: Kreis Bergstraße

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