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Kreis Bergstraße: Jede Impfung zählt!

Pressemeldung vom 20. September 2016, 13:48 Uhr

Jedes Jahr im Spätsommer veröffentlicht die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Instituts ihre neuesten Empfehlungen zum Thema Impfen. Die Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernentin Diana Stolz erklärt dazu: „Zur Vorbeugung von Krankheiten gehört das Impfen zu den am besten untersuchten und wirksamsten Methoden. Die aktuell verwendeten Impfstoffe sind in der Regel sehr gut verträglich und das Auftreten schwerer Nebenwirkungen ist ausgesprochen selten“. Zu den Standardimpfungen gehört die Grundimmunisierung z.B. gegen Tetanus, Keuchhusten , Masern, Mumps oder Röteln im Kindesalter, die schon seit vielen Jahren praktiziert wird und zu einem deutlichen Rückgang der Erkrankungshäufigkeit und der damit verbundenen Folgeschäden geführt hat. Neu hinzugekommen ist 2014 die Impfung von Mädchen im Alter von 9 bis 14 Jahren gegen Humane Papillomaviren (HPV). Diese weit verbreiteten und bei sexuellem Kontakt leicht übertragbaren Viren können Gebärmutterhalskrebs und Feigwarzen auslösen. Der Kreis Bergstraße gehört mit seiner 2014 gestarteten Informations- und Impfkampagne an den Grundschulen zu den Vorreitern auf diesem Gebiet.

Präventive, also krankheitsvorbeugende, Maßnahmen sind nicht allein auf das Kindes- und Jugendalter beschränkt. Regelmäßig überprüfen und alle 10 Jahre erneuern lassen, sollte man seinen Immunschutz gegen Tetanus und Diphterie (eine Erkrankung, die typischerweise den Rachen- und Kehlkopfbereich infiziert, der sogenannte „echte“ Krupp). Einmalig wird hierbei eine Kombination zusätzlich gegen Keuchhusten und Kinderlähmung als Auffrischung der Immunität empfohlen.

Da mit steigendem Lebensalter die Erkrankungen leider nicht seltener werden, empfiehlt die STIKO für alle Personen ab einem Alter von 60 Jahren eine jährliche Grippeschutzimpfung. Nach der neuesten Veröffentlichung wird dies auch Menschen geraten, die im gleichen Haushalt mit schwer Erkrankten und ungenügendem Immunschutz leben oder diese betreuen.

Außerdem wurden aktuell die Empfehlungen für die Pneumokokken-Impfung überarbeitet. Pneumokokken sind in Europa die häufigste Ursache für eine bakterielle Lungenentzündung, an der oder deren Folgen nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts deutschlandweit jährlich mehr als 5000 Menschen sterben. Da besonders Kinder unter 2 Jahren, aber auch Senioren und Menschen mit chronischen Grunderkrankungen gefährdet sind, wird hier ebenso eine Impfung empfohlen.

„Wem jetzt bereits beim Lesen der Empfehlungen schon vor dem nächsten „Piekser“ graut, ist nicht allein und in bester Gesellschaft. Damit Impfen in Zukunft weniger von Angst und Anspannung begleitet wird, hat die STIKO zusammen mit den Impfempfehlungen eine Reihe von Ratschlägen für schmerz- und stressreduzierteres Impfen veröffentlicht. Hierzu gehören einerseits eine gute Beratung und Aufklärung ebenso wie bei Bedarf die Verwendung von schmerzstillenden Pflastern oder die Kühlung mit Eisspray vor der Injektion. Nicht nur bei Kindern sind Ablenkungstechniken ein gutes Mittel. Auch bei Erwachsenen sollte die Aufmerksamkeit weg von der Nadel hin zu anderen Dingen z.B. auf die Atmung gelenkt werden“, empfiehlt Amtsärztin und Leiterin des Gesundheitsamtes Dr. Sabine Güssow. Weiter rät Dr. Güssow: „Weniger sinnvoll sind dagegen ein Kneten oder Massieren der Impfstelle oder die Einnahme von Schmerzmitteln vor der Impfung. Für den Tag der Impfung selber sollte man keine sportlichen Tätigkeiten mehr planen, sondern den Tag eher ruhig ausklingen lassen. Nach der Impfung kann eine Rötung, Schwellung oder Schmerzhaftigkeit als lokale Reaktion an der Impfstelle auftreten. Manche Menschen fühlen sich deutlich schlapper oder berichten von Unwohlsein und Übelkeit. In den meisten Fällen verschwinden diese Symptome aber innerhalb von 3 Tagen. Fühlt man sich dagegen vor einer Impfung nicht gut, muss diese nicht automatisch verschoben werden. Banale Infekte ohne Fieber oder auch der mögliche Kontakt zu Personen mit einer ansteckenden Krankheit sind kein Grund eine wichtige Impfung abzusagen. Im Zweifel wird der behandelnde Arzt in einem Gespräch und einer Untersuchung klären, ob eine Impfung möglich ist. Wurde nun eine Impfserie aufgrund einer Erkrankung oder anderer Umstände unterbrochen, muss später nicht wieder ganz von neuem begonnen werden, hier gilt der Grundsatz: Jede Impfung zählt! In solchen Fällen kann auch Jahre später noch die Immunisierung abgeschlossen werden.“

Bei allen Fragen rund um das Thema Impfen berät auch das Gesundheitsamt in seiner telefonischen Reiseimpfsprechstunde unter 06252/ 15584 jeden Donnerstag von 14 bis 15 Uhr.

Impfempfehlungen im Überblick: Die Grundimmunisierung z.B. gegen Tetanus, Keuchhusten, Masern, Mumps oder Röteln im Kindesalter Neu hinzugekommen ist 2014 die Impfung von Mädchen im Alter von 9 bis 14 Jahren gegen Humane Papillomaviren (HPV) Regelmäßig überprüfen und alle 10 Jahre erneuern lassen, sollte man seinen Immunschutz gegen Tetanus und Diphterie Einmalig wird eine Kombination zusätzlich gegen Keuchhusten und Kinderlähmung als Auffrischung der Immunität empfohlen Für alle Personen ab einem Alter von 60 Jahren wird eine jährliche Grippeschutzimpfung empfohlen

Quelle: Kreis Bergstraße

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