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Kreis Bergstraße: „Und sie erinnern sich doch!“

Pressemeldung vom 29. Oktober 2012, 14:00 Uhr

Gedenken an die Geschehnisse der Novemberpogrome // Veranstaltung am 12. November im Landratsamt Heppenheim

Der Fachdienst Kommunale Jugendarbeit und die Ausländerbeauftragte des Kreises Bergstraße sowie die Geschichtswerkstatt Jakob Kindinger e. V. laden am Montag, den 12. November, 10.00 Uhr – 13.00 Uhr, zu der Veranstaltung „Und sie interessieren sich doch! ‚Vergangenheitsbewältigung‘ in der Einwanderungsgesellschaft“ ein. Referentin ist Dr. Elke Gryglewski von der Berliner Gedenk- und Bildungsstätte „Haus der Wannsee-Konferenz“. Veranstaltungsort ist das Landratsamt in Heppenheim, Graben 15.

Am 9./10. November jährt sich die Nacht ,in der 1938 in unserer Region und im ganzen Land Synagogen zerstört, jüdische Geschäfte und Wohnungen überfallen und hunderte von Jüdinnen und Juden ermordet wurden. Das Gedenken an die Geschehnisse der Novemberpogrome ist eine Form, verantwortlich mit der Vergangenheit umzugehen und wachsam für die Gegenwart und die Zukunft zu sein.
Die Auseinandersetzung mit der deutschen Vergangenheit und den daraus zu ziehenden Konsequenzen ist von grundsätzlicher Bedeutung für die historisch-politische sowie demokratische Bildung einer jungen Generation, die in der Regel keinen unmittelbaren Bezug zu der Zeit des Nationalsozialismus mehr hat. Wer sich heute mit jungen Menschen über den Holocaust und die Hintergründe auseinandersetzt, erfährt oft sehr drastisch wie herausfordernd es ist, für dieses Thema zu sensibilisieren. Noch ganz am Beginn steht der Diskurs, wie Erinnerung in der Einwanderungsgesellschaft gestaltet werden kann und soll.
Dr. Elke Gryglewski von der Gedenk- und Bildungsstätte „Haus der Wannsee – Konferenz“ in Berlin wird gemeinsam mit den Besuchern Fragen nachgehen wie zum Beispiel : welche Bedeutung hat die deutsche Vergangenheit für junge Migranten und Migrantinnen, welcher Bezug besteht zur „Vergangenheitsbewältigung“ der Mehrheits-deutschen oder welchen Einfluss haben anti-israelische und/oder antisemitische Haltungen auf Jugendliche mit Migrationsbiografie.
Zudem wird Dr. Elke Gryglewski von Langzeitprojekten mit Jugendlichen türkischer und arabischer Herkunft zum Nationalsozialismus und zur Shoah berichten. Im Rahmen dieses Projektes haben sich die Jugendlichen nicht nur mit der Diskriminierung von Juden im sogenannten „Dritten Reich“ beschäftigt, sondern auch ihre eigenen Erfahrungen mit Ausgrenzung eingebracht.
Zu den zentralen Erkenntnissen dieses Projektes gehören u.a. die Schlüsselrolle von Pädagogen und Pädagoginnen im Vermittlungsprozess oder die positive Entwicklung des Selbstbewusstseins bei den Jugendlichen, wenn in der historisch-politischen Bildung deren Herkunftsgeschichten wahrgenommen und anerkannt werden. Umgekehrt wurde deutlich, dass der Rückbezug auf die Herkunftskultur ihrer Eltern mit den stigmatisierenden Zuschreibungen ihres deutschen Umfeldes zusammenhängt.
Viele der Erkenntnisse aus dem Langzeitprojekt gelten gleichermaßen für Jugendliche anderer Herkunftsgruppen oder für Jugendliche aus sozialen Brennpunkten.
Anmeldungen erbeten an:
Kreis Bergstraße

* Ausländerbeauftragte
Mail-Adresse: brigitte.paddenberg@kreis-bergstrasse.de<mailto:brigitte.paddenberg@kreis-bergstrasse.de>
Telefon: 06252 – 155782

* Jugendamt – Fachdienst Kommunale Jugendarbeit
Mail-Adresse: hermann.riebel@kreis-bergstrasse.de<mailto:hermann.riebel@kreis-bergstrasse.de>
06252 – 155616

Quelle: Kreis Bergstraße / Bürgerservice und Presse

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