Energiewechsel

Kreis Bergstraße: „Zusammenarbeit auf den Philippinen erfolgreich – der Kreis Bergstraße hilft nach dem Taifun“

Pressemeldung vom 6. Februar 2015, 08:55 Uhr

Kreis Bergstraße (kb.) Im November 2013 kam es mit einem der stärksten Taifune, die je gemessen wurden, auf den Philippinen zu einer für die Menschen verheerenden Katastrophe. Über eine Million Häuser wurden dabei beschädigt, die Hälfte davon total zerstört. Nach offiziellen Regierungsangaben starben 6.300 Menschen, 28.700 wurden verletzt und 1.000 als vermisst gemeldet. Darüber hinaus verursachte der Taifun einen Sachschaden von ca. 1,5 Milliarden Euro.

Ganz besonders betroffen waren der innere Teil der Philippinen und hier vor Allem die Insel Bantayan. Hier wurden rund 90 Prozent aller Wohnhäuser der rund 137.000 Einwohner zerstört. Auch die örtliche Grundschule und das von der Karl-Kübel-Stiftung in Bensheim geförderte Gemeindezentrum in der Gemeinde Bantayan, sowie ein Großteil der öffentlichen Einrichtungen, wurden dem Erdboden gleich gemacht.

Vor dem Eindruck dieser katastrophalen Auswirkungen für die ansonsten schon von Armut betroffenen Menschen auf der Insel Bantayan, hat sich der Kreis Bergstraße im Dezember 2013 entschieden erstmalig ein kommunales Hilfsprojekt aufzulegen. Der Landkreis konnte in diesem Zusammenhang auf ein neu aufgelegtes Programm des deutschen Entwicklungsministeriums zurückgreifen, welches gezielt kommunale Entwicklungspartnerschaften fördert. In Hessen ist der Kreis Bergstraße damit der erste Landkreis, der an diesem Programm teilnimmt. 90 Prozent der Projektmittel werden vom Bund über das Entwicklungsministerium finanziert; 10 Prozent sind vor Ort durch den Landkreis aufzubringen. Ein großer Teil der hier erforderlichen Mittel konnte bereits durch Spenden eingenommen werden. Im Rahmen der Projektlaufzeit von August 2014 bis August 2015 geht es einerseits darum einen Beitrag zu leisten, dass der Schutz der Menschen bei ähnlichen weiteren Naturkatastrophen verbessert wird. Der Kreis Bergstraße hat sich mit der Gemeinde Bantayan gemeinsam entschieden, zu diesem Zweck vier neue Klassenräume für die Grundschule San Jose im Ortsteil Patao zu errichten, um damit zum einen die räumlichen schulischen Voraussetzungen wieder herzustellen und zu verbessern, die durch den Taifun durch Provisorien ersetzt werden mussten und andererseits diese Gebäude so zu errichten, dass sie auch im Ernstfall als Katastrophenschutzzentrum benutzt werden können. Weitere Sensibilisierungen und Informationen der Bevölkerung durch Informationskampagnen auf Bantayan zum Thema Katastrophenschutz gehören ebenfalls zu den Projektzielen. Darüber hinaus soll die Zusammenarbeit aber auch die Perspektive haben, über die Projektlaufzeit hinaus die Verbindung zwischen dem Kreis Bergstraße und der Gemeinde Bantayan zu erhalten und zum Beispiel im Bereich von regenerativen Energien weitere Bereiche der Zusammenarbeit zu organisieren.

Bestandteil des vom Entwicklungsministerium geförderten Projektes ist es darüber hinaus, dass auch ein direkter persönlicher Austausch der Verantwortungsträger stattfindet, um damit persönliche Informationen in die jeweils eigene Öffentlichkeit über die Zusammenarbeit zu bringen. Zu diesem Zweck reiste jetzt Landrat Matthias Wilkes nach Bantayan und konnte im Rahmen seines kurzen Besuches auch an der Grundsteinlegung für die vier neuen Klassenräume teilnehmen. „Die Stimmung und Zuversicht, trotz der gewaltigen Traumatisierung durch den Taifun, insbesondere bei den Schulkinder und Lehrern war überwältigend“, so Landrat Matthias Wilkes. Die Bauzeit der Klassenräume ist auf 120 Tage festgelegt, sodass pünktlich zum Projektende im August 2015 die Fertigstellung mit Beginn des neuen Schuljahres stattfinden kann.

Der Gegenbesuch an der Bergstraße durch den Bürgermeister der Gemeinde Bantayan, Ian Christopher G. Escario, wird im Mai 2015 erfolgen. Während dem Bergsträßer Landrat die Situation vor Ort vor Augen gestellt wurde durch Besichtigung und Informationsvorträge, wird der Bürgermeister von Bantayan vor Allem die Gelegenheit bekommen, über seine Situation in Schulen und vor interessierter Öffentlichkeit zu berichten. Zu diesem Zweck hatte Landrat Wilkes die Informationen über dieses Projekt bereits auf die Tagesordnung der letzten Schulleiterversammlung Ende 2014 gesetzt. „Es ist eine riesige Chance und wäre schön, wenn viele Bergsträßer Schulen im Rahmen ihres Bildungsauftrags die Gelegenheit nutzen würden, aus erster Hand Informationen zu entwicklungspolitischen Herausforderungen an Ihre Schüler zu vermitteln“, so der Appell des Bergsträßer Landrats und Schuldezernenten. Abschließend stellt Landrat Matthias Wilkes fest, dass der Erfolg dieses entwicklungspolitischen Hilfsprojektes in jeder Beziehung gegeben ist: “ Den Menschen in Armutsregionen vor Ort zu helfen, insbesondere auch nach Naturkatastrophen, von denen wir in Mitteleuropa ja weitgehend verschont bleiben, ist nicht nur eine humanitäre Aufgabe, sondern liegt auch im Interesse der globalen Zusammenarbeit und Stabilität. Flüchtlingsbewegungen, die in der Welt immer größer werden, lassen sich auch dadurch am besten reduzieren. Schließlich ist es der Wunsch aller Menschen eine Chance und Perspektive in der eigenen Heimat zu haben. Dafür hat der Kreis Bergstraße für dieses Projekt einen kleinen aber für die Menschen vor Ort wirkungsvollen Beitrag leisten können“, so Landrat Matthias Wilkes.

Quelle: Kreis Bergstraße / Bürgerservice und Presse

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