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Kreiskrankenhaus Bergstraße GmbH: Einblick in die Unfallmedizin am Kreiskrankenhaus Bergstraße

Pressemeldung vom 22. Juni 2015, 13:24 Uhr

BEIM PATIENTENFORUM DER ORTHOPÄDIE SPRICHT OBERARZT DR. LEINER ÜBER DIE ARBEIT IM SCHOCKRAUM UND DIE BEHANDLUNG VON SCHULTER- UND SCNENKELHALSBRÜCHEN BEI ÄLTEREN MENSCHEN

KREIS BERGSTRASSE | JUNI 2015 | Ein Nachmittag, ein Thema, zwei Schwerpunkte: Das jüngste Patientenforum Orthopädie am Kreiskrankenhaus Bergstraße in Heppenheim hat die Unfallchirurgie im Fokus gehabt. Dabei zeigte Oberarzt Dr. Matthias Leiner die Bedeutung des Kreiskrankenhauses als Notfallstandort für die Region auf. Dr. Leiners Blick richtete sich auf die Versorgung der Unfallopfer im hochmodernen Schockraum. Zudem sprach er über die Behandlung von Brüchen in Schultergelenksnähe und des Schenkelhalsknochens bei älteren Menschen. Zwei Diagnosen, die in der orthopädischen Unfallchirurgie nicht selten sind und in Folge der demographischen Veränderungen an Häufigkeit zunehmen.

SCHNELLE HILFE IM SCHOCKRAUM

Es sind Leitlinien, vorgegeben von der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie, die eine optimale Versorgung von Verletzten im Schockraum sicherstellen. Behandelt werden dort Unfallopfer mit einem Polytrauma, also mehreren Verletzungen, davon eine oder gar mehrere mit lebensbedrohlicher Ausprägung. Vor zwei Jahren ist der Schockraum am Kreiskrankenhaus neu aufgebaut und eingerichtet worden, 100.000 Euro wurden investiert. „Wir sind so ausgestattet, dass wir uns mit den Spitzenkliniken messen können“, lautet die Standortbestimmung von Dr. Leiner. Im Schockraum arbeitet ein achtköpfiges Team plus Labor im Hintergrund. Die Ärzte und Pfleger sind binnen Minuten zur Stelle, wenn die Leitstelle den Transport eines Unfallopfers durch den Rettungsdienst ins Krankenaus ankündigt. Ist der Patient im Schockraum wird er nach einem in der Abfolge und in den Zeitvorgaben klar definierten Schema auf seine Verletzungen untersucht und stabilisiert, wobei an erster Stelle das Sichern der Atemwege steht. Es ist ein Schockraum-Algorithmus, der abgearbeitet wird, um sicherzustellen, dass den Ärzten keine lebensbedrohliche Verletzung entgeht.

BEHANDLUNG VON BRÜCHEN

Jenseits des Schockraums, gleichfalls aber im Bereich der Unfallchirurgie, werden Brüche in Schultergelenksnähe oder auch des Schenkelhalsknochens therapiert. Bei älteren Menschen sind sie vielfach Folge von Stürzen. Teil zwei der Nachmittagsveranstaltung der Orthopädie gab einen Einblick in die Versorgung dieser Patienten. Wo-bei Dr. Leiner deutlich machte, dass nicht zwangsläufig die Behandlung des Bruchs die größte Herausforderung für die Mediziner ist. „Oft sind die Weichteile viel entscheidender als der Knochenbruch“, so der Arzt. Was heißt, offene Wunden sind zu schließen und die Infektionsgefahr ist zu bannen. Das Heilen des Knochens kann bei Verletzungen nahe des Schultergelenks oft durch gezieltes Ruhigstellen, zum Beispiel mit einer Bandage oder einem Gips, ermöglicht werden. Fällt die Entscheidung für eine Operation, beispielsweise weil der gebrochene Knochen stark verschoben ist, der Patient extreme Schmerzen hat oder ein Zusammenfallen des Oberarmknochenkopfs droht, kann eine so genannte winkelstabile Platte, deren Schrauben auch bei Osteoporose extrem guten Halt finden, oder ein Marknagel eingebracht werden. Alternativ gibt es die Möglichkeit, das Gelenk durch eine Prothese zu ersetzen, eine Therapie, die vor allem bei älteren Menschen bevorzugt wird.

Ob Platte, Nagel oder künstliches Gelenk, die Entscheidung für eine Operation fällt vielfach auch, um dem Patienten schnell die Funktionalität des Gelenks zurückzugeben, sodass er in seinem häuslichen Umfeld wie gewohnt agieren kann. Denn vor allem bei älteren Menschen kann eine längere Zeit mit eingeschränkter Beweglichkeit neue Probleme zur Folge haben. Fakt ist aber auch: „Die operative Therapie soll zeitnah erfolgen“, so Dr. Leiner. Ebenfalls häufig und ebenfalls oft Folgen eines Sturzes werden Schenkelhalsbrüche bei älteren Patienten diagnostiziert. Eine kritische Verletzung. Ist eine Operation angeraten, kann eine dynamische Hüftschraube dem geschädigten Knochen Stabilität geben und das Zusammenwachsen unterstützen. Wie behandelt wird, ist im Einzelfall zu entscheiden. Die Medizin kennt eine große Bandbreite, das hat Dr. Leiner beim Forum dargestellt.

ZUSATZ:

Die Reihe der Patientenforen der Orthopädie am Kreiskrankenhaus Bergstraße wird am 14. August (Freitag) mit dem Thema „Fehlstellung und Deformitäten im Bereich des Vorfußes“ fortgesetzt. Der Fokus liegt dabei auf den operativen Möglichkeiten. Referentin: Oberärztin Dr. Marion Dieterich. Beginn ist um 14.30 Uhr in der Cafeteria des Krankenhauses, Viernheimer Straße 2, 64646 Heppenheim.

Quelle: Kreiskrankenhaus Bergstraße GmbH

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