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Kreiskrankenhaus Bergstraße GmbH: Medizin vor Ort

Pressemeldung vom 28. April 2017, 11:46 Uhr

Es ist erstaunlich wie beweglich ein Schultergelenk sein kann. Die Bilder von Tennisspielern, die weit zum Schlag ausholen, mögen bezeichnend dafür sein. Aber schon die Betrachtung des ganz normalen Alltags reicht, um sich der Beweglichkeit der Schulter bewusst zu werden. Der Gang durch den Einkaufsmarkt zum Beispiel: Wagen schieben, Griff ins Regal, Waren in den Wagen. Der Bewegungsablauf zeigt, wie sich der Arm in alle Richtung drehen lässt. Zumindest wenn das Schultergelenk gesund ist. Bei Erkrankungen ist die Mobilität oft stark eingeschränkt. Hinzu kommen Schmerzen. Dabei ist es meist weniger der Knochen wie vielmehr Sehne und Kapsel, die Probleme bereiten. Beim jüngsten Patientenforum der Orthopädie und Unfallchirurgie am Kreiskrankenhaus Bergstraße waren diese im Zentrum der Betrachtung. Die Oberärzte Dr. Hans Dreesen und Dr. Oliver Klemm sprachen über Ursachen, Symptome und Therapien bei Sehnenerkrankungen und Erkrankungen der Gelenkkapsel. Beide Ärzte sind Schulterexperten in der von Chefarzt PD Dr. Peter Arnold geleiteten Orthopädie des Krankenhauses in Heppenheim. Die Mediziner erleben dort tagtäglich wie verbreitet Erkrankungen in der Schulter sind. Auch die enorme Resonanz auf das Patientenforum dürfte Ausdruck der großen Zahl von Betroffenen gewesen sein. Das Schultergelenk ist im Aufbau und Mechanismus höchst komplex, was die extreme Beweglichkeit in alle Richtungen zulässt. Bei genauer Betrachtung sind es sogar fünf Gelenke, die in ihrem Zusammenspiel die Schulter ausmachen. Die Komplexität und die stete Bewegung lassen das Gelenk allerdings auch anfällig für Erkrankungen und Verschleiß werden. Die Folgen können sehr unterschiedlich sein. Vielfach bereitet ein Sehnenengpass, Impingement-Syndrom genannt, in Folge einer langsam voranschreitenden Veränderung des Gelenks Problem. Der Raum zwischen den Knochen verkleinert sich, die Sehne reibt auf dem Knochen, Sehnenrisse und Schleimbeutelentzündungen können auftreten. Bei Entzündungen sind Behandlungen mit Medikamente und Krankengymnastik möglich, allerdings kann der Gesundungsprozess langwierig sein. Greifen konservative Therapieansätze nicht, wird eine Operation notwendig, wenn der Patient nicht dauerhaft mit Schmerzen und Bewegungseinschränkungen leben möchte. Eingriffe an der Schulter sind heutzutage meist Routineoperationen. Am Kreiskrankenhaus gehört die Schultermedizin zu den Spezialitäten der Orthopädie. Dr. Dreesen und Dr. Klemm bringen mit ihren OP-Teams dabei umfassende Expertisen ein. Dazu gehört auch die Behandlung von Sehnenrissen und -abrissen. Beim Patientenforum gaben die Ärzte Einblick in die Arbeit im Operationssaal. Sie zeigten, wie Nähte zum Wiederherstellen einer Sehne gesetzt werden, wie das Nahtmaterial verknotet und verankert wird. Richtig angewendet ist die Technik äußerst erfolgversprechend. Ebenso waren Kalkablagerungen im Gelenk Thema beim Forum. Diese können zu einer extremen Form des Impingements führen und ebenfalls starke Schmerzen zur Folge haben. Wenn Ablagerungen sich nicht selbst auflösen, lassen sie sich bei einem vergleichsweise unkomplizierten Eingriff absaugen oder abschaben. Bilder und kurze Filmsequenzen aus dem Operationssaal dokumentierten die Entwicklung, die die Schultermedizin bis heute genommen hat. Dazu gehört auch die Möglichkeit, extrem geschädigte Schultergelenke durch Implantate zu ersetzen. Hier allerdings geht es vorrangig um den Knochenbereich, um Gelenkkopf und Gelenkpfanne. Eingriffe in der Schulter sind sowohl als offene Operation wie auch arthroskopisch, also minimalinvasiv, möglich. Die Entscheidung über das Verfahren ist im Einzelfall zu treffen. Wobei die Arthroskopie gewöhnlich mehr Zeit im OP-Saal in Anspruch nimmt, der Heilungsprozess aufgrund der nur kleinen Schnitte im Gewebe aber deutlich kürzer ist. Mit den Patientenforen hat das Kreiskrankenhaus eine Veranstaltungsreihe geschaffen, in der über Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten weitverbreiteter Krankheiten gesprochen wird. Fortgesetzt wird die Reihe am 2. Mai mit einer Veranstaltung der Chirurgie zum Thema Bauchwandbruch (Hernien) sowie am 6. Juni zum Thema Gallensteine. Am 9. Juni folgt ein weiteres Orthopädie-Forum, Thema werden Deformitäten im Bereich des Fußes sein.

Quelle: Kreiskrankenhaus Bergstraße GmbH

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