Energiewechsel

Kriftel: Bestnoten für frisch gekochtes Essen

Pressemeldung vom 29. April 2015, 10:27 Uhr

Kriftel. Beim Mittagessen sieht man in der Kindertagesstätte Lichtblick seit Wochen nur noch zufriedene Kindergesichter: Die Gemeinde hat mit Jahresbeginn einen neuen Caterer verpflichtet. Und der liefert nicht an, sondern stellt einen Koch, der in der dafür eigens modernisierten Küche das Essen frisch zubereitet. In der Kita neben der Lindenschule werden 275 Schulkinder betreut, 220 essen mittags regelmäßig – verteilt auf zehn Gruppen – in den Kita-Räumen.

„Ende des Jahres häuften sich Beschwerden, es blieb viel Essen übrig. Das Preis-Leistungsverhältnis hat einfach nicht mehr gestimmt“, fasst Kita-Leiterin Luisa Almeida die Situation vor dem Wechsel zusammen. Der „alte“, bundesweit agierende Caterer hatte die Kita acht Jahre lang mit Tiefkühlkost beliefert, die nur noch erwärmt werden musste. Das ist zwar eine gängige Methode: „Doch individuelle Wünsche konnten nicht erfüllt werden, die Speisen wiederholten sich schon nach drei Wochen“, so Almeida.

20 Prozent Sonderwünsche

Sie freut sich, dass es viele positive Rückmeldungen gibt. „Wir fragen die Kinder nach jedem Essen, wie es ihnen geschmeckt hat. Sie geben mittlerweile nur noch die Noten eins oder zwei. Auch die Eltern wollen sich schon anmelden“, sagt sie augenzwinkernd. Wenn das Essen besonders gut war, schicken die Erzieher die Schüler direkt in die Küche zu Küchenmeister Michael Euler (57). „Diese unmittelbare und ehrliche Reaktion der Kinder ist toll“, sagt der Koch, der zuvor noch nicht für Kinder gekocht hat. „In 40 Berufsjahren hatte ich nie so eine Resonanz wie hier.“

Euler geht individuell auf Wünsche der Kinder, Erzieher und Lehrer ein, befriedigt fast alle Sonderwünsche und berücksichtigt Muslime, Kinder mit Allergien oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Euler: „Das sind 20 Prozent.“ Er kauft selbst ein und stellt den Speiseplan zusammen. „Bisher hat sich selten eine Speise wiederholt“, schwärmt Stefani Petermann aus dem Kita-Büro. Neuerdings gibt es frische Salate, Saucen und Suppenfonds stellt Küchenmeister Euler selber her und auch Fisch in allen Varianten lieben die Kinder wieder. Sie probieren viel und können sich Essenbeliebig nachholen. Weggeworfen wird fast nichts mehr.

Robs Catering schwört auf das „Erlebnis Essen“

Michael Euler ist für die Firma „Robs Catering“ mit Sitz in Bad Vilbel tätig. Unterstützt wird er von drei Vier-Stunden-Kräften. Firmenchef Robert Balz (44) hat 43 Mitarbeiter, die in 25 verschiedenen Einrichtungen – Schulen, Kitas, Horte – Essen frisch zubereiten. „Das ist meine Firmenphilosophie“, so Balz. Eine Empfehlung brachte seine Firma ins Gespräch. „Es ist für die Kinder ein ganz anderer Zugang zum Essen, wenn sie sehen können, wie es hergestellt wird. Sie riechen schon, wenn sie das Gebäude nach der Schule betreten, was es gibt“, so Balz, für den das Essen mit allen Sinnen erlebt werden sollte. Auch der regionale Einkauf der Zutaten ist ihm wichtig.

Damit der Plan der frischen Zubereitung funktionieren konnte, musste die enge und nicht auf das frische Zubereiten von 220 Essen ausgelegte Küche der Kita optimiert und an die Standards angepasst werden. Neu angeschafft wurden in den Weihnachtsferien von der Gemeinde zwei Konvektomaten („Kombidämpfer“), eine neue Spüle und eine Kühlkombination. „Auch das ganze Equipment mit Kochlöffeln oder Töpfen fehlte“, so Balz.

Regionales Obst und ein Kräutergarten

Bürgermeister Christian Seitz informierte sich Anfang der Woche vor Ort über den Stand der Dinge und zeigte sich sehr zufrieden mit der Entwicklung. „Uns ist nicht nur eine gute pädagogische Betreuung, sondern auch die gesunde Ernährung der Kinder wichtig“, so Seitz.

In der vergangenen Woche hat Michael Euler bei Krifteler Obstbauern angeklopft, um Angebote einzuholen. „Er möchte regionales Obst anbieten“, freut sich Luisa Almeida. „Außerdem hat er vor, ein Kräutergärtchen zusammen mit den Kindern anzulegen.“ Für den Kräuterquark holen die Kinder die Kräuter dann aus dem eigenen Gärtchen und sehen, was damit passiert. An eine Rückmeldung erinnert sich Stefani Petermann besonders gut: „Ein Kind hat einmal seine Mutter gefragt: ‚Hat der Koch das Rezept von Oma? Das schmeckt ja noch besser als bei ihr!'“

Quelle: Gemeinde Kriftel

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