Energiewechsel

Kriftel: Chemie ist, wenn es kracht und stinkt …

Pressemeldung vom 9. Juni 2011, 08:53 Uhr

Die beiden sechsten Gymnasialklassen der Weingartenschule haben kürzlich an zwei Tagen das Juniorlabor der Technischen Universität (TU) Darmstadt besucht, um dort in Schülerversuchen mehr über Farbe und grundlegende chemische Prozesse zu erfahren. Geleitet wird das Labor für Schulklassen von Dr. Klaus Wannowius, der seit 44 Jahren an der TU Darmstadt arbeitet und dem Chemie immer noch Spaß macht. Das merkten die Schüler auch schon, als Dr. Wannowius mit ihnen besprach, worauf sie im Labor achten müssen und mit welchen Hilfsmitteln sie arbeiten werden. Ganz wichtig bei der Arbeit mit Chemikalien ist es natürlich, einen Schutzkittel und eine Schutzbrille zu tragen.

So ausgestattet ging es in Zweiergruppen in das Labor, wo die jungen Chemiker ein Seidentuch mit Indigo färben wollten. Leider, erklärte Dr. Wannowius, gebe es nur ein Problem: Indigo ist nicht wasserlöslich. Da helfe nur „Stinki“ (eigentlich heißt es Na2S2O4 oder auch Natriumdithionit). An dieser Substanz durften alle Schüler mal schnuppern. Wie alle Schwefelverbindungen riecht sie ziemlich unangenehm. Nach Anleitung wogen die Schüler sorgfältig 1 Gramm Indigo ab und vermischten es mit Ethanol und Natronlauge. Dann wurde Wasser auf 70 Grad im Magnetrührer erhitzt und die Farbmasse und das „Stinki“ reingeschüttet. Während Indigo eigentlich blau ist, wurde diese Flüssigkeit nun gelb. Und so sahen auch zunächst die Tücher nach dem Einfärben aus. Erst als sie aus der Farblösung herausgeholt wurden und mit der Luft in Verbindung kamen, entstand durch die Reaktion mit Sauerstoff zuerst eine grüne, dann eine tiefblaue Färbung.

Während die Tücher trockneten, stellte Dr. Wannowius den zweiten Versuch vor: Färben mit Naturfarbe wie Reseda für gelb oder Cochenille für rosa. Hierbei wurden die Tücher zuerst mit Alaun gebeizt, damit sie die Farbe aufnehmen konnten. Dann entstanden die unterschiedlichsten Farben, von blau bis dunkelrot, je nach Farbstoff. Einige mutige Schüler wagten auch eine Farbmischung, um grüne Tücher zu bekommen. Am Ende des Tages wollten alle möglichst bald wieder ins Juniorlabor, denn es gibt dort noch weitere spannende Programme und einige Schüler äußerten gegenüber den begleitenden Lehrkräften, dass sie später Chemie studieren wollen. Wie gut, dass ab der 7. Klasse auch endlich Chemie auf dem Lehrplan steht. Die G6a und G6b sind jedenfalls optimal vorbereitet …

Quelle: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Gemeinde Kriftel

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