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Kriftel: Ein Stück Ortsgeschichte in Ansichtskarten

Pressemeldung vom 4. Oktober 2012, 08:33 Uhr

Aspekte der jüngeren Geschichte der Gemeinde Kriftel kann man in einer Ausstellung erkennen, die noch bis Freitag, 12. Oktober in den Fluren im Obergeschoss des Rat- und Bürgerhauses zu sehen ist. An mehreren Stellwänden hängen Reproduktionen von insgesamt ca.80 Ansichtskarten von Kriftel ab dem Beginn des 20. Jahrhunderts. Sie stammen aus dem Bestand des Heimatmuseums. Die Ausstellung hat Gemeindearchivar Wilfried Krementz zusammengestellt.

Neben Gesamtansichten und einigen Luftaufnahmen zählen natürlich die beiden Türme von St. Vitus zu den beliebtesten Motiven. Darüber hinaus ist das „Kriegerdenkmal“ am Lindenplatz auf den Karten früher oft abgebildet worden. Die Markthalle ist auch mehrfach zu sehen, und außerdem verschiedene Gasthäuser wie die „Krone“, der „Grüne Wald“ oder das Café Beck. Stolz waren die Krifteler offenbar einst auf eine „Bürgeranlage“ am alten Schwimmbad, wo an einem Wehr im Verlauf des Schwarzbachs auch ein „Wasserfall“ rauschte.

Der seinerzeit hochmoderne Wohnungsbau am Berliner Platz war es einem Hersteller ebenfalls wert, auf einer Ansichtskarte abgebildet zu werden. Auf ein dunkles Kapitel deutscher Geschichte weisen Motive von der Neupflanzung der Ortslinde 1933 hin, die vom Hakenkreuz-Symbol dominiert sind. Zwei der ausgestellten Karten hat Krementz im Internet ersteigert. Ein französischer Soldat, dessen Regiment im Mai 1919 nach Mainz verlegt worden war, hat sie in seine Heimat geschickt. Ihm war wohl eine Unterkunft in Kriftel zugewiesen worden, wo man ihn allerdings unter den gegebenen Umständen nicht eben gerne sah. „Die Bevölkerung ist nicht freundlich“, notierte er auf seiner Karte. „Und ich hoffe, dass bald Verstärkung nachrückt“.

Für die allermeisten Karten dienten Schwarz-Weiß-Fotografien als Vorlagen. Einige sind nachträglich „koloriert“ oder mit Zeichnungen ausgeschmückt worden. Wer sich dafür interessiert, wie sich die Gemeinde Kriftel in den vergangenen 100 Jahren entwickelt hat, sollte es nicht versäumen, diese Ausstellung zu besichtigen.

Quelle: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Gemeinde Kriftel

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