Energiewechsel

Kriftel: Energiebericht 2014 – „Es besteht weiter Handlungsbedarf“

Pressemeldung vom 11. Juni 2015, 11:18 Uhr

Kriftel. Es ist jedes Jahr eine echte Fleißarbeit, den Energiebericht zu erstellen. Eine Vielzahl von Daten müssen zusammengetragen werden. Aber es lohnt sich: „Der Bericht ist eine wichtige Arbeitshilfe – nicht nur für die Gemeindevertreter, sondern auch für die Verwaltung selbst“, betonte der Erste Beigeordnete Franz Jirasek in der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung, der er den 90 Seiten dicken Bericht jetzt vorstellte. Wen es interessiert: Der Bericht kann auch im Ratsinformationssystem abgerufen werden.

Im „Gebäudekatalog und Energiebericht 2014“ sind die einzelnen Liegenschaften der Gemeinde Kriftel, der Gemeindewerke und der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft mit ihren Energieverbräuchen seit 2011 aufgelistet. Der Bericht macht es dem Gemeindevorstand möglich, ein langfristiges Energiekonzept zu erstellen. „Sobald bauliche Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen anstehen, kann so versucht werden, den Verbrauch von Strom und Heizenergie und damit Kosten zu reduzieren“, so Jirasek. Im Extremfall könne das sogar Neubau statt Sanierung bedeuten.

Bei Betrachtung der Werte lässt sich eine positive Tendenz feststellen: In den letzten drei Jahren gingen die Verbräuche vor allem bei der Heizenergie stetig zurück. Hierbei wurde die Witterung bei der Berechnung berücksichtigt. Beim Strom sind die Kosten insgesamt nach einem deutlichen Hoch 2014 wieder rückläufig. Trotzdem: „Bis auf wenige Ausnahmen besteht aus gesetzgeberischer und energetischer Sicht Handlungsbedarf“, so Jirasek.

Sanierung hilft Energie zu sparen

Einige Beispiele: Das Josef-Wittwer-Haus in der Lindenstraße 57-59 (Baujahr 1974) wurde 2006 grundlegend saniert. Mit dem Wechsel des Energieträgers von Erdgas auf Pellets und der Sanierung der Fassaden konnte eine deutliche Senkung des Energieverbrauchs und somit der Kosten erzielt werden. Verbraucht werden hier nur noch 103 Kilowattstunden (kWh) pro Quadratmeter. Der Vergleichswert der Energieeinsparverordnung (EnEV) 2014, die am 1. Mai 2014 in Kraft getreten ist, beträgt für diese Gebäudeart 150 kWh/m². Der „witterungsbereinigte“ Gesamtverbrauch lag im Jahr 2014 bei 268.601 kWh, 2012 waren es noch 306.995 kWh.

„Gerade bei nicht bewohnten Gebäuden lassen sich durch Maßnahmen zur Senkung des Verbrauchs erhebliche Kosten einsparen“, so Jirasek. Die Sanierung und Instandsetzung der Schwarzbachhallen (Baujahr 1972) erfolgte in den letzten Jahren abschnittsweise. Die energetische Sanierung der Großen Schwarzbachhalle konnte 2010 abgeschlossen werden. Die Erneuerung der Lüftungsanlage hat hier zu einer Stromeinsparung geführt. Als Mängel angegeben werden: die unzureichende Wärmedämmung, Schadstellen beim Bodenbelag, Fenster mit Einfachverglasung (kleine Halle) und Schadstellen am Putz hinter der Tribüne (große Halle). Hier wird mit 149 kWh/m² (Empfehlung EnEV: 120 kWh/m²) zwar noch zu viel Heizenergie (Erdgas) verbraucht, beim Stromverbrauch liegt die Gemeinde mit 33 kWh/m² allerdings unter dem empfohlenen Vergleichswert (EnEV: 40 kWh/m²).

Im Parkbad wird durch die Solaranlage deutlich Heizenergie eingespart, der Stromverbrauch ist durch technische Vorgaben bei der Badewasseraufbereitung allerdings in die Höhe geklettert.

Immer wieder an die Nutzer appellieren!

Viele ältere Gebäude können dem Vergleich mit modernen Neubauten nicht standhalten, doch eine Investition in energiesparende Technik ist in einem Rundumschlag für die Gemeinde finanziell nicht leistbar. „Da lässt sich am Nutzerverhalten ansetzen“, betont der Erste Beigeordnete, der demnächst die Arbeitsgruppe Klimaschutz zur Diskussion des Energieberichts 2014 einladen möchte. Hier sollen insbesondere die Kindertagesstätten betrachtet werden.

Im Rat- und Bürgerhaus werden zweimal im Jahr die Mitarbeiter vor Ort in den Liegenschaften – wie Hausmeister und Hallenmeister – zusammengerufen: Sie werden auf die Einsparung von Energie hingewiesen und sollen als Multiplikatoren fungieren. „PCs und Kopierer abends auszustellen, Fenster in der kalten Jahreszeit zu schließen und nur kurz zu lüften sowie Licht nicht unnötig einzuschalten – das spart Energie und Geld.“ Der Erfolg ist im Energiebericht ablesbar.

In der Trauerhalle am Friedhof konnte ganz einfach und unmittelbar Energie gespart werden: Die Heizung, die früher fast permanent an war, wird neuerdings nur noch kurz vor Trauerfeiern eingeschaltet. Die einfach verglasten Fenster auszutauschen, wäre eine Investition, die sich erst in Jahrzehnten amortisiert.

Quelle: Gemeinde Kriftel

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