Energiewechsel

Kriftel: Erdbeerkomödchen in Hochform – Für den Uhrenhehler wäre die Zeit fast abgelaufen

Pressemeldung vom 29. April 2015, 10:38 Uhr

Kriftel. Mit vier vergnüglichen Stücken „Theaterspaß“, drei Sketchen und der Langvorstellung „Der Typ mit dem Mantel“, hat das „Erdbeerkomödchen“ an zwei Tagen seine Besucher in der Kleinen Schwarzbachhalle wieder einmal vergnüglich unterhalten.

Die Bühnenvorstellungen haben die Theaterregel von der „Einheit des Orts“ eingehalten und führten ihre Besucher stets ins „Gasthaus zum Babba“: Diese wohlmeinende Dörflichkeit im Namen führte gleich zur Absicht, das pralle Leben dieser Darbietungen in Mundart aufzuführen.
Viel Leben fängt und hält sich in Gasthäusern. Besonders, wenn die „Wirtsfamilie“ mit Ehemann, Ehefrau, großer Tochter und heranwachsendem Sohn die Familie ausmacht.

Damit kommt auch schelmischer Generationenwitz auf, ebenso Geheimniskrämerei, versteckte Liebschaftsvorstellungen und Verkupplungsgeist. Wenn die Gäste dann auch noch im Geschlecht gemischt sind, dazu noch alleinstehend und auf der Suche nach „Liebe und Zweisamkeit auf ewig“, entwickeln sich „Geschichtchen“, die das Leben genauso schreiben könnte.

Witz und Schelmerei

Erziehung hin, Erziehung her: Wenn beim Essen nicht geredet werden soll, schluckt die strenge Mama halt die Fliege in der Suppe, wovor der Sohn sie bewahren wollte. Und zwei „abgefeimte“ Damen als abgekartetes Duo richten auch mehr aus, als ein ehrlicher Wirt: Die scheinbare Freundin und Wirtskollegin spielt ein Spielchen um die „Gaststättenkontrolleuse“, die harsch, bestimmend und abwertend auftritt, aber dennoch das Pflaster „Hunderter“ unter der Kaffeetasse einsteckt und den in die Enge getrieben Wirt im doppelten Sinn erleichtert. Es ist ein „Spielchen Wechsel Dich“, was die beiden Damen mit Erfolg betreiben und so Moral und Moneten zugleich auftischen wie auch mitnehmen.

Im Sketch „Ein feines Lokal“ kann es der Wirt (Kurt Mitternacht) selbst nicht fassen, dass bei ihm jemand „gut essen“ will. Das Vergnügen an den Sketchen und ihren Schauspielern ließ die Erwartung auf das „Mantelstück“ natürlich ansteigen.

Vom Hehler zum Helden

Ein geheimnisvoller Koffer kann auch Menschen aus ihrer Rolle fallen lassen und der an sich ehrliche Wirt auf Anraten seines Freundes zu einer Art geheimnisvollem „Hehler“ werden, der vermummt auf heimischem Markt herumstreift und sogar Kriftels Bürgermeister Christian Seitz im Publikum eine Uhr zum Kauf anbietet. Der spielt die Rolle mit und muss die Uhr der Ermittlerin auch nicht abliefern, denn die große Wirtstochter rettet die Familienehre mit einem wahrhaften Geniestreich: Sie macht geistesgegenwärtig aus dem Hehler einen Helden. Es ist ein weiteres „Kapitel von Vater und Tochter“, die durch dick und dünn gehen können.

Alles wird gut!

Ende gut, alles gut: Der „Babba“ lässt sich feiern, die Fahnderin täuschen, zwei „Singles“ ein Paar werden. Und noch mehr: Die „große“ Tochter folgt ihrer Vorstellung vom „Mann fürs Leben“ und emanzipiert sich von Wünschen, die nicht in ihre persönliche Vorstellung von „Herz und Liebe“ passen.

Das Stück in Mundart ließ auch Marilyn Monroe aufleben, Zeitgeist um „Bi“ kurz und witzig anklingen und den agilen Wirt damit doch im Dorf: Der „Perversianer“ bleibt seine ureigene Schöpfung, die Veranlagung aufs Thresendeutsch zu trimmen.

Gut gespielt!

Am Ende erklang herzlicher, verdienter Beifall für die „Erdbeeren“ auf der Bühne: Marion Schiffler, Manuela Schultes, Christina Hahnel, Ludwina Liebner, Wilma Flick, Monika Gürtel, Marion Mitternacht und in der „Herrenrolle“ Elke Kaltenbach als Wirtsfreund Alfons, Henrik Henkel, Kurt Mitternacht und Günther Richter.

„Hochbeschäftigt“ als Theaterdirektor war Kurt Mitternacht, der Stück für Stück in seiner launig-heiteren Art ansagte und sich danach in seine Bühnenrolle schickte. Sein Gag, zur Pause hin im Publikum zu agieren, ist gelungen.

„Zwölfter“ Mitspieler nach Schauspielende auf der Bühne war Rathauschef Christian Seitz, der Komödianten und Kulturforum für diese weitere Darbietung des traditionellen „Krifteler Theaters“ und der Autorin des Stücks „Der Typ mit dem Mantel“, Monika Gürtel, dankte. Seitz wie Mitternacht dankten auch den Förderern des „Erdbeerkomödchens“ in der Gemeinde, die zu Blumenschmuck auf der Bühne („Tropica“), Programm (Metzgerei Wüst) und Einrichtung des Bühnenbilds (Privat) beigetragen hatten.

Wer spielt mit im nächsten Jahr?

Das „Erdbeerkomödchen“ sucht männliche Darsteller. Für einen sprang jetzt Elke Kaltenbach ein. Aber „Echte“ sind dringend erwünscht und willkommen. Das gilt auch für weitere Damen, die in Damenrollen in dieser munteren Theatergruppe mitspielen wollen. Ein Anruf genügt, und schon sind Sie „Star“! Telefon: 06192-45652 (Kurt Mitternacht).

Quelle: Gemeinde Kriftel

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