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Kriftel: Familienzentrum Kriftel hat sich etabliert

Pressemeldung vom 9. April 2015, 10:56 Uhr

Kriftel. Vor drei Jahren wurde in Kriftel die Idee geboren, ein Familienzentrum aufzubauen. Inzwischen ist sie erfolgreich umgesetzt: 2014 wurde das Familienzentrum Kriftel vom Land Hessen mit 12.000 Euro gefördert. Für 2015 ist ein erneuter Förderantrag gestellt. "Unter bestimmten Voraussetzungen stellt das Land kommunalen Familienzentren für die Dauer von drei Jahren Fördermittel in Aussicht", erklärt Lydia Rauh (35). Die Diplom-Soziologin ist seit Februar 2014 Leiterin der mobilen Beratung in Kriftel und begleitet seitdem den Aufbau des Familienzentrums. Vorrangiges Ziel für die Zukunft: Das Familienzentrum und seine Angebote sollen durch Flyer und einen professionellen Internetauftritt bekannter werden.

Unter dem Begriff Familienzentrum firmieren sehr unterschiedliche Einrichtungen. Das Krifteler Modell ist etwas Besonderes: Es ist nicht an eine bestimmte Organisation angegliedert und an ein Haus gebunden. Die Veranstaltungsorte variieren. Rauh erklärt: "Es ist ein Netzwerk unterschiedlicher Organisationen oder Dienste, die sich in Kriftel mit dem Thema Familie beschäftigen. Sie bilden ein Netzwerk, arbeiten aber selbstständig." Jeder Partner bringe ein, was er einbringen könne: Manpower, Räumlichkeiten oder Ausstattung. Das Familienzentrum nehme dabei eine Lotsenfunktion ein, bündele die Angebote für Familien, Senioren und Migranten. "So ist es für die Krifteler Familie einfacher, Angebote zu finden." Die Trägerschaft hat der Verein Jugendberatung und Jugendhilfe (JJ) mit Sitz in Frankfurt übernommen, bei dem Lydia Rauh angestellt ist.
"2014 war der Schwerpunkt der Arbeit die Unterstützung der Flüchtlinge, die Kriftel aufgenommen hat", erzählt die Diplom-Soziologin. "Wir haben den Aufenthaltsraum der Gemeinschaftsunterkunft mit Möbeln ausgestattet und gespendete Fahrräder wieder verkehrstauglich gemacht. Außerdem wurden ehrenamtliche Helfer in einem Kurs der Volkshochschule darin ausgebildet, Deutsch als Fremdsprache zu unterrichten."

Angeboten wurden 2014 zudem drei Ausbildungskurse zum Babysitter und Ersthelferkurse, Aktionstage für Grundschulkinder zum Thema Taschengeld, ein Selbstbehauptungstraining für Vorschulkinder und eine Veranstaltungsreihe, bei der Eltern mit ihren Kindern Spiele spielen können. Das ganze Jahr über konnte der gemeinsame Spielvormittag aller Krifteler Tagesmütter angeboten werden. Auch das "Café der Kulturen" wird vom Familienzentrum unterstützt.
"Kriftel ist schon immer familienpolitisch und ehrenamtlich sehr engagiert", sagt Bürgermeister Christian Seitz. "Man denke an den runden Tisch und die Spiele im Park. Vereine leisten ehrenamtliche Arbeit – bei den Ferienspielen oder in der Ganztagsbetreuung der Gesamtschule. Wir haben sechs Kitas vor Ort mit fünf verschiedenen Trägern sowie drei Kirchengemeinden, die in der Familienbildung, Beratung und Seniorenarbeit aktiv sind. Aber viele Angebote gibt es mehrmals im Ort und häufig ist die Teilnahme gering." Schulungen für Erzieherinnen könne man beispielsweise viel besser kitaübergreifend anbieten. Durch eine Bündelung von Angeboten könne der Teilnehmerkreis besser angesprochen und somit die Auslastung besser werden. "So kann man Beratungsangebote zentralisieren und kurze Wege schaffen", so der Bürgermeister. Die Gemeinde habe kein Geld in das Familienzentrum investieren können, helfe aber mit seinem Netzwerk. Seitz ist froh, dass das Land Hessen die Förderung übernommen hat. "So kann das Familienzentrum sein Angebot unabhängig von Haushaltsplanungen aufrechterhalten."
Kooperationspartner sind die Gemeinde Kriftel, die mobile Beratung, das Freizeithaus, der Ausländerbeirat, die Seniorenberatung, das Kulturforum, die Heilpädagogische Beratungsstelle, die Evangelische Kita Vogelnest, die Kita Obstgärtchen, der Montessori Arbeitskreis, die Evangelische Auferstehungsgemeinde, die Katholische Familienbildungsstätte und die Evangelische Familienbildung. Netzwerkpartner, mit denen punktuell zusammengearbeitet wird, sind das Jugendamt, die Frühförderstelle, die Katholische Kita Kinderplanet und die Katholische Kita Linsenberg, die Lindenschule und die Weingartenschule, die Katholische Kirchengemeinde St. Vitus, die Freie evangelische Gemeinde Main-Taunus, die Feuerwehr und die Sportvereine. "Das Familienzentrum wird weiter wachsen", ist sich die Leiterin der mobilen Beratung sicher.

Für 2015 gibt es viele Ideen. Die Partner des Familienzentrums haben sich bereits im Januar zum Gedankenaustausch getroffen. Rauh: "Wir haben einmal mehr festgestellt, dass sich alle Partner gegenseitig befruchten. Durch unsere Gespräche sind wir einfach näher an der Zielgruppe."

2015 soll es unter anderem auch in den Ferien Aktivitäten für Kinder und Jugendliche im Freizeithaus geben, einen Vortrag über gewaltfreie Kommunikation mit Kindern im Herbst und wieder die Familienspiele im Freizeithaus. Den Partnern des Familienzentrums ist es zudem wichtig, Angebote zu schaffen, bei denen Eltern und Kinder etwas gemeinsam tun: So findet am 16. Mai im Freizeithaus an der Weingartenschule von 15 bis 19 Uhr ein Eltern-Kind-Kochen statt.
Weitere Infos, Termine und Anmeldungsmöglichkeiten unter www.familienzentrum-kriftel.de.

Quelle: Gemeinde Kriftel

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