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Kriftel: „Für Kriftel nötige Vorhaben anpacken und durchführen“

Pressemeldung vom 26. August 2009, 16:47 Uhr

Kriftel. Am 1. September 2006 fand in Kriftel ein bedeutsamer Wechsel statt: Mit Christian Seitz und Franz Jirasek hatte die Gemeinde einen neuen Bürgermeister und einen neuen Stellvertreter im Amt, und das Rathaus hatte eine neue Verwaltungsspitze. Seit diesem Wechsel sind drei Jahre vergangen: Seitz und Jirasek befinden sich in der Mitte ihrer Amtszeit. Fußballer sprechen von zwei Halbzeiten. Die erste Halbzeit ist jetzt vorbei. Was hat das Führungsduo in dieser Zeit für Kriftel erreicht? Was will man in den nächsten drei Jahren bis zum Ende der ersten Amtszeit für die Gemeinde noch umsetzen und in die Wege leiten?

Seitz und Jirasek blicken in einem Interview mit den „Krifteler Nachrichten“ zurück auf das bisher Erreichte und danken dabei auch den Mitgliedern der Gemeindekörperschaften für faire, gute und sachliche Zusammenarbeit sowie der Mannschaft im Rathaus – vom Mitarbeiter im Betriebshof bis zu Dezernatsleiter – für die engagierte Mitarbeit

KN: Herr Bürgermeister, Sie wollten in Kriftel Vieles anpacken und auch durchführen. Gehen Sie doch mal ins Detail!

Seitz: Wir wollten die erfolgreiche Arbeit meines Amtsvorgängers Paul Dünte fortsetzen und mit neuen Ideen verbinden und hatten dabei ein gut bestelltes Haus übernommen. So konnten wir auch gleich zu Beginn unserer Amtszeit etliche Projekte umsetzen, weil Planungen vorhanden waren. Dabei hatten wir aber auch Glück, dass die notwendigen Finanzierungsmittel vorhanden waren.

Begonnen haben wir gleich zum Amtsantritt mit einer kleinen Maßnahme: Mit dem Fahnenschmuck am Kreisverkehr im Norden wollten wir nur unsere Gäste aus der Partnerstadt Airaines begrüßen. Als wir sahen, welch ein attraktives Bild das gibt, haben wir es dabei belassen. Und diese Gestaltung findet auch in der Bevölkerung Gefallen. Viele andere Projekte wie etwa der Ausbau der Kinderbetreuung sind gefolgt, um nur ein Beispiel zu nennen. Das neue Wohnbaugebiet an der ehemaligen Grube bzw. Ziegelei ist ein weiteres Beispiel. Unser Ziel, dass sich junge Familien dort ansiedeln, haben wir u.a. auch mit dem neuen Förderprogramm erreicht.

Hinsichtlich der B 519 neu haben wir die Bevölkerung zum Widerstand gegen die Planung aufrufen und stark motivieren können. Wer hätte anfänglich gedacht, dass wir über 6000 Einwendungen von Bürgern zum Regierungspräsidenten nach Darmstadt schicken können? Die Gründung der BI gegen die Straßenplanung führte bisher zu über 1000 Mitgliedern. Und bedeutsam ist, wir haben in Hofheim Verbündete gegen diesen Straßenbau gewonnen. Auch dort fängt man an, über Alternativen zu diesem Straßenbau zumindest einmal nachzudenken. Die B 519 neu ist und bleibt aber ein ganz bitteres Thema für Kriftel und wäre im Falle ihrer Realisierung eine Katastrophe.

KN: In Ihrer ersten Amtszeit fallen besondere Schwerpunkte auf: Wirtschaftsförderung, Soziales, Betreuung …

Seitz: Wir brauchen eine effiziente Wirtschaftsförderung. Wir brauchen weiter die Ansiedlung junger Familien und damit verbunden auch die Betreuung von Jugend in Kindergärten und Schule. Es zeigt sich, dass unsere Wirtschaftsförderung rasch und wirksam arbeitet. Und es ist gelungen, mit dem neuen Baugebiet Ziegelei junge Familien dazu zu bewegen, sich dauerhaft in Kriftel niederzulassen. Wir unterstützen sie durch ein vielfältiges und qualifiziertes Betreuungsangebot für ihre Kinder. Die jungen Familien nehmen die Angebote und die nützliche Infrastruktur im Ort gerne an.

KN: Die Gemeinde betreibt auch Wirtschaftsförderung durch ihre großen Investitionsprojekte – das Parkbad ist ein Beispiel dafür.

Jirasek: Das kann man wohl so sagen. Auch wenn wir die Sanierung vor allem zur Erhaltung bzw. Steigerung der Wohn- und Lebensqualität in Kriftel vorangetrieben haben. Das Projekt ist aber sicherlich auch ein Segen für viele Firmen in dieser Wirtschaftskrise, weil wir investieren. Als Leiter der Wirtschaftsförderung erkenne ich, wie stark die Sanierung des Parkbads auch das Handwerk in der Region stützt. Es ist unsere größte und mit 5,5 Millionen Euro auch unsere investivste Baustelle. Wir mussten das Parkbad sanieren und verändern und durften nicht länger auf den Zusammenbruch der Technik warten. Die Krifteler können sich ihre Gemeinde ohne Schwimmbad kaum vorstellen. Die örtlichen Freizeiteinrichtungen sind aber auch ein positiver weicher Standortfaktor, der bei der Standortentscheidung von Unternehmen durchaus eine Rolle spielt.

KN: Sie engagieren sich sehr stark in der Wirtschaftsförderung?

Jirasek: Die Firmen erwarten kompetente Ansprechpartner im Rathaus, die auch schnell Antworten auf ihre Fragen und Hilfestellungen geben können. Das ist unsere Stärke. Wir bringen auch unbürokratisch und rasch die Eigentümer von Gewerbeflächen und interessierte Betriebe zusammen. Das hat sich bei den neuen Märkten an der Kapellenstraße bewährt wie auch im Fall des Grundstücks zwischen der L 3011 und der Bachstraße, wo u.a. ein neuer Aldi-Markt sowie ein Fachmarkt für Dachbedeckungen entstanden sind. Über die Vermarktung des noch brachliegenden Restgrundstücks dort gibt es auch bereits Gespräche. Und das Gelände Gutenbergstraße 1 haben wir auch im Blick.

KN: Sie sind aber auch kleinteiliger aktiv?

Jirasek: Auf jeden Fall. Auch bei jedem gewerblichen Leerstand in Ortsmitte oder am Rand werden wir aktiv und bemühen uns um die Herstellung von Kontakten. Denken Sie an das neue Bürocenter mit Existenzgründerzentrum im Gewerbegebiet oder an den Bäcker und den Metzger in den Räumen des früheren Edeka-Marktes in der oberen Frankfurter Straße. Wir sind aktiv. Auch im Hinblick auf den Leerstand der ehemaligen Postfiliale in der Ortsmitte versuchen wir zumindest Kontakte anzubahnen und zu vermitteln. Das letzte Wort hat in solchen Fällen natürlich der Eigentümer.

KN: Herr Bürgermeister, Sie sagen: „Soziales ist mein Steckenpferd.“ Erläutern Sie uns das bitte einmal!

Seitz: Als Familienvater, als Bürgermeister einer Gemeinde, in der junge Leute Wünsche haben, ältere Mitbürger zu recht Ansprüche äußern, als Mitglied des Kreistags und sozialpolitischer Sprecher meiner Fraktion dort ist es natürlich, sich in diesen weiten Themenkreis einzuarbeiten und auch Vorstellungen zu entwickeln und umzusetzen. Betreuung der Kinder vor Ort, beim Pflegeheim in Planung am Konzept mitarbeiten, um auch die wirtschaftliche Kombination von Pflege und Betreutes Wohnen herzustellen, der Jugend in Kriftel altersgemäßen Spielraum zu geben, Sport und seinen sozialen Anteil darin zu bedenken und zu fördern, das alles macht Soziales mit aus und fordert mich als Bürger und Bürgermeister.

KN: Wie sieht es denn mit der Fortentwicklung von Bauland in Kriftel aus?

Jirasek: Wir haben erstrangig das Mönchhofgebiet im Blick. Dafür erstellen wir eine Entwicklungsplanung. Zu ihr gehört natürlich auch die Zubringerstraße im Gewerbegebiet. Wir rechnen monatlich mit dem Bewilligungsbescheid aus Wiesbaden, damit dieses enorm wichtige Vorhaben vollendet werden kann. Wenn die Bescheide da sind, können wir sofort beginnen. Wir haben dort bereits hohe Ausgaben für den Grundstückserwerb. Jetzt stehen die Erschließungskosten im Raum. Für sie müssen wir einen Weg finden. Planungsrechtlich ist weiterhin eine Bebauung des Gebietes Engler II möglich. Derzeit gibt es dafür aber keine konkreten Pläne.

KN: Herr Bürgermeister, das Schlagwort „Barrierefreiheit“ macht auch in Kriftel nicht Halt. Werden das Engagement der Gemeinde in diesem Bereich fortgesetzt?

Seitz: Wir haben uns darauf im Sinne unserer älteren wie auch behinderten Mitbürger eingestellt und haben im VdK Kriftel sowohl eine kritische wie auch unterstützende Hilfe. In den Schwarzbachhallen haben wir eine Behindertentoilette eingerichtet, wir senken seit zwei Jahren Bordsteine ab, die neue Oberweidbrücke ist jetzt für die ganze Bevölkerung wie auch für die Autofahrer bedeutend zugänglicher geworden, das Josef-Wittwer-Haus ist behindertengerecht, und am Bahnhof entstehen derzeit die beiden. Barrierefreiheit ist gewiss auch ein dynamischer Prozess. Wir haben ihn in die Ortsgestaltung für die Zukunft aufgenommen.

KN: Hat darin auch der Umweltschutz seinen Platz?

Seitz: Selbstverständlich. Bei allen unseren Projekten prüfen wir entsprechende Möglichkeiten und setzen sie auch um. Denken Sie nur an die Holzpellets-Heizung im Josef-Wittwer-Haus, die Photovoltaik-Anlage auf dem Rathausdach, die neuen Fahrradboxen am Bahnhof … Viele weitere Maßnahmen sind in Planung.

KN: Welche größeren Projekte in den vergangenen drei Jahren fallen Ihnen noch ein?

Seitz: Natürlich kann ich hier nicht alles aufzählen. Wir haben z.B. den Umkleidetrakt in den Schwarzbachhallen erneuert, einen Kompaktbau an den Hallen geschaffen und mit ihm die Möglichkeit, dort einen Biergarten einzurichten, der sehr gut angenommen wird. Ebenso denke ich an die neuen Umkleiden und Duschen auf dem Sportplatz. Oder auch an den sogenannten Dalles mit dem Brunnen im alten Ortskern.

KN: …und nun zu den nächsten drei Jahren Ihrer Amtszeit!

Seitz: Da steht weiterhin viel an. Kindergarten Linsenberg, Pflegeheim, Sporthalle an der Konrad-Adenauer-Schule, Ausbau von Kinderkrippen, Zubringerstraße Gewerbegebiet, Wiedereröffnung Parkbad, Mönchhof-Entwicklung und nicht zuletzt die Haushaltskonsolidierung. Wegen der weltweiten Wirtschaftskrise werden die Einnahmen der Gemeinde 2011 und 2012 zurückgehen, so wie in allen anderen Kommunen. Es kann auch dramatische Ausmaße annehmen. Unsere Arbeit muss und wird aber weitergehen. Dazu wollen wir beide, Herr Jirasek und ich, unser Bestes beitragen, zusammen mit unserem engagierten Team.

Quelle: Gemeinde Kriftel – Pressestelle

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