Energiewechsel

Kriftel: Gebührenhaushalte müssen ausgeglichen sein

Pressemeldung vom 31. Oktober 2012, 10:16 Uhr

Wie in anderen Städten und Gemeinden müssen sich auch die Krifteler Bürgerinnen und Bürger darauf einstellen, dass ihnen im Rahmen der leider notwendigen Sanierung der kommunalen Finanzen in einzelnen Bereichen Mehrbelastungen nicht erspart bleiben. Die Gebühren für die Wasser sowie Abwasser- und Abfallbeseitigung sind nicht Bestandteil entsprechender Sanierungsprogramme, denn hier gilt schon immer der Grundsatz der Kostendeckung. Gestiegene Kosten führen dazu, dass der Wasserpreis im nächsten Jahr nochmals leicht angehoben werden muss.

„Wir betrachten diese drei Gebührenhaushalte auch als Gesamtpaket und versuchen, die verfügbaren geringen Spielräume zu nutzen, um zusätzliche Belastungen für die Bürger möglichst klein zu halten“, sagt Bürgermeister Christian Seitz. Deshalb schlägt der Gemeindevorstand vor, die Kostensteigerungen für die Abfallbeseitigung im kommenden Jahr durch eine Rücklagenentnahme auszugleichen und hier auf eine Gebührenerhöhung zu verzichten. Bei den Gebühren für die Schmutz- und Regenwasserbeseitigung besteht keine Notwendigkeit, etwas zu verändern.

Mehraufwand für die Wasserversorgung

Die Wasserbenutzungsgebühr beträgt im laufenden Jahr 2,25 Euro pro Kubikmeter (brutto). Der Gemeindevorstand schlägt auf der Grundlage der im nächsten Jahr zu erwartenden Erträge und Aufwendungen eine Anhebung auf 2,35 Euro vor. Insgesamt stellt sich der Gesamtaufwand für die Wasserversorgung im kommenden Jahr um rund 40.000 Euro höher dar als der für 2012 gebildete Planansatz. Hinzu kommt ein seit Jahren tendenziell rückläufiger Wasserverbrauch, der zwar mit Blick auf die Schonung der Ressourcen zu begrüßen ist und einzelne sparsame Haushalte entlastet. Er mindert aber den Ertrag der Gemeindewerke, ohne dass sich die anfallenden Kosten verringern.

Strompreiserhöhung wirkt sich aus

Beispiel Energieversorgung: Die Pumpen müssen laufen, egal, ob der Verbrauch steigt oder fällt. Und hier schlägt natürlich die Erhöhung des Strompreises im nächsten Jahr zu Buche. So musste der Ansatz dafür gegenüber dem laufenden Jahr um 10.000 Euro erhöht werden: 65.000 Euro wird es 2013 voraussichtlich kosten, die notwendige Technik für die Wasserversorgung am Laufen zu halten. Zunehmen wird auch der Personalaufwand dafür. Alles in allem summieren sich die kalkulierten Aufwendungen auf ca. 1,286 Millionen Euro.

Verbandsumlage nicht erhöht

Mit rund 1,73 Millionen Euro ist der kalkulierte Gesamtaufwand für die Entsorgung von Schmutzwasser und Regenwasser noch etwas höher. Das war aber schon immer so. Der aktuelle Kostenanstieg macht sich hier weniger stark bemerkbar. Ein maßgeblicher Berechnungsfaktor ist stets die Umlage an den Betreiber der Abwasserreinigungsanlagen – den Abwasserverband Main-Taunus. Der Verband hat seine Umlage für das kommende Jahr nicht erhöht. 995.000 Euro sind im Entwurf des Wirtschaftsplans 2013, Teilbetrieb Abwasserbeseitigung, eingeplant, ebenso viel wie 2012.

Vorausschauende Planung

Da Unternehmen wie auch Privathaushalte zunehmend den Nachweis führen, dass sie einen Teil des von ihnen verbrauchten Wassers nicht in die Kanalisation leiten (in Privathaushalten z.B. durch Installation von Gartenwasserzählern), kann die Gemeinde nur Gebühreneinnahmen für rund 90 Prozent der gebührenrelevanten Schmutzwassermenge veranschlagen. Diese Entwicklung ist bereits bei der Kalkulation für das laufende Jahr berücksichtigt worden und floss auch jetzt wieder in die neuen Berechnungen ein. Die derzeitigen Gebührensätze können unter Berücksichtigung aller Erträge und Aufwendungen für 2013 beibehalten werden: 2,13 Euro pro Kubikmeter für die Schmutzwassereinleitung und 0,67 Euro pro Quadratmeter versiegelte Fläche.

Abfallhaushalt hat sich positiv entwickelt

Positiver als zunächst erwartet hat sich der Gebührenhaushalt für die Abfallwirtschaft im laufenden Jahr entwickelt. Am Beginn des Jahres hatten die Berechnungen ergeben, dass ein Ausgleich nur durch eine Rücklagenentnahme in Höhe von 42.000 Euro möglich sein würde. Zu dem Zeitpunkt war der enorme Anstieg der Vergütungen für Altpapier und Metallschrott im Laufe des Jahres nicht absehbar gewesen. Nach aktuellen Berechnungen müssen der Rücklage voraussichtlich nur ca. 23.000 Euro entnommen werden. Wenn es so kommt, befinden sich am Jahresende noch rund 84.400 Euro „im Topf“.

Bei unveränderten Gebührensätzen fehlen der Gemeinde im nächsten Jahr voraussichtlich 32.729 Euro zum Ausgleich von Einnahmen und Ausgaben im Bereich Abfallbeseitigung. Diese Lücke soll durch eine weitere Entnahme aus der Rücklage gedeckt werden, in der sich dann immer noch mehr als 50.000 Euro befinden würden. „Wir müssen nach 2013 die Reserve wieder auffüllen. Doch angesichts der zunehmenden Belastung der Haushalte auch durch steigende Energiekosten ist jetzt nicht der richtige Zeitpunkt dafür“, stellt der Rathauschef fest.

Quelle: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Gemeinde Kriftel

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