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Kriftel: „Geist der Freiheit“

Pressemeldung vom 10. August 2009, 16:56 Uhr

Frühe Kämpfe um Demokratie auch in Hofheim und Kriftel

Kriftel. „Geist der Freiheit – Freiheit des Geistes“ lautet der Titel einer historischen Wanderausstellung, die noch bis 31. August im Rat- und Bürgerhaus Kriftel zu sehen ist. Es ist eine Gemeinschaftsausstellung der KulturRegion FrankfurtRheinMain und der FrankfurtRheinMain Gesellschaft für Internationales Marketing der Region. Die Ausstellung gibt in Kürze wieder, wie und von welchen Persönlichkeiten „der Kampf um Menschen- und Bürgerrechte, um mehr Demokratie und Freiheit“ geführt wurde. Abbildungen beleben die Texte, die von Heidrun Merk, Dina Draeger, Heike Drummer und Jutta Zwilling verfasst wurden.

In ihren Nachforschungen sind die Historikerinnen Heike Drummer und Jutta Zwilling auch in Hofheim und Kriftel auf markante Geschehnisse gestoßen und haben sie in ihrem Buch „Im Geist der Freiheit – Eine Topographie der KulturRegion Frankfurt RheinMain“ dokumentiert. Das bemerkenswerte über 350 Seiten starke Buch ist im Frühjahr 2008 im Verlag der Frankfurter Societäts-Druckerei erschienen. Es kostet 24,90 Euro.

Über Hofheim beginnt die zeitgeschichtliche Darstellung mit einem Zitat vom Geheimen Regierungsrat F. W. Emmermann, 20. September 1831: „Die geführte Untersuchung gibt zwar keine Gewissheit, aber viel Wahrscheinlichkeit, dass Mitglieder des Vorstandes von Hofheim zu der Demolation der Schulhausmauer aufgereizt haben, welche von Einwohnern der armen Klasse ausgeführt wurde …“ Es geht um die „Schulhausrevolte“. Ein weiteres Thema zu Hofheim befasst sich mit der „Unabhängigkeit der Kirche vom Staat – Eine Petition“. Zum Text gibt es ein Foto des früheren Hofheimer Pfarrers Antonius Hilf, der für Religionsfreiheit und Unabhängigkeit der Kirche vom Staat eintrat. Ein drittes Kapitel befasst sich mit dem „Taunusdemokratenverein“, der 1849 gegründet wurde.

Das Kapitel über die Bauernrevolution ist der Gemeinde Kriftel gewidmet. Auch Kriftel wurde 1848 von der revolutionären Bewegung erfasst. Die verarmten Bauern forderten die Beseitigung feudaler Abgaben und mehr. Die Krifteler Bauern machten Ernst und vertrieben die vom Herzog eingesetzten Forstbeamten. Sie stellten sogar bewaffnetes Landvolk auf und ließen es mit anderem nach Wiesbaden marschieren. Nicht ohne Wirkung: Herzog Adolf von Nassau bewilligte schließlich die Forderung nach einer Agrarreform.

Ein weiteres Kapitel des Buches beschreibt Ereignisse aus neuerer Zeit in Kriftel: Den Kampf der Krifteler gegen die im Zuge der Gebietsreform geplante Eingemeindung nach Hofheim Anfang der 1970er Jahre. Es wird an den Bürgerentscheid erinnert, in dem 92 Prozent der Krifteler die Eingemeindung ablehnten, der aber den Hessischen Innenminister zunächst nicht umstimmen konnte. Und an die weiteren Aktivitäten, die dann doch zum Erfolg für Kriftel führten. Auch der Igel, das Symbol des Krifteler Widerstands damals, ist abgebildet.

Quelle: Gemeinde Kriftel – Pressestelle

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