Energiewechsel

Kriftel: Gewerbe an der Kapellenstraße – Zweite Planoffenlegung

Pressemeldung vom 1. September 2011, 10:01 Uhr

Früher konnte man sie in vielen heimischen Gärten beobachten. Heute gehört die Zauneidechse zu den bedrohten Tierarten. Weil einige Exemplare auf der Fläche zwischen Kapellenstraße (L 3011 alt) und der Bahnlinie leben, auf der die Bäckerei Heislitz ein „gläsernes Backhaus“ mit Cafébetrieb errichten möchte und wo daneben eine Autowaschanlage entstehen soll, kann für beide Vorhaben noch kein grünes Licht gegeben werden. Die Untere Naturschutzbehörde beim Main-Taunus-Kreis hat Bedenken gegen den Änderungsbebauungsplan der Gemeinde, der die Nutzung des Geländes ermöglichen soll. Einwände hat im Offenlegungsverfahren auch das Amt für Straßen- und Verkehrswesen (ASV) erhoben.

Knackpunkte Verkehr, Tierschutz und Lärmschutz

Dass der Kreisausschuss zudem auf eine Überarbeitung des Lärmschutzgutachtens für den Bereich drängt, das 1989 erstellt wurde, sieht der Erste Beigeordnete und Planungsdezernent der Gemeinde, Franz Jirasek als weniger problematisch an. Die Gewerbebetriebe müssten mit ihren Bauanträgen ohnehin nachweisen, dass sie die geltenden Grenzwerte nicht überschreiten. Und das ist in diesen Fällen auch nicht zu erwarten. Schwieriger wird es sein, das ASV zufriedenzustellen. Denn die Behörde hat sich dafür ausgesprochen, dass die Landesstraße bei Realisierung des Projektes zur Gemeindestraße abgestuft werden soll. Das ist ein aufwändiges und langwieriges Verfahren. Und schließlich die Eidechsen: Die müssen wohl umgesiedelt werden.

Gespräche mit den Behörden geplant

Jirasek betont, dass es für die Einwendungen durchaus Gründe gibt. Das Ärgerliche daran ist nur: Das brachliegende Areal zwischen Straße und Bahnlinie ist bereits im geltenden Bebauungsplan für eine gewerbliche Nutzung vorgesehen. Die Gemeinde passt durch den Änderungsbebauungsplan nur den Zuschnitt der einzelnen Flächen an die konkreten Projekte an. Ohne das dafür notwendige Verfahren, an dem eine Vielzahl von „Trägern öffentlicher Belange“ zu beteiligen ist, hätte es für gewerbliche Nutzungen des Areals zunächst jedenfalls keine Hürden gegeben. „Das hilft uns jetzt natürlich auch nicht weiter“, stellt der Erste Beigeordnete fest, der aber zuversichtlich ist, dass es gelingt, in Gesprächen mit den Behörden relativ zügig zu Lösungen zu kommen, die von beiden Seiten akzeptiert werden.

Lösungen werden auch Kosten verursachen

Indessen wird die Entwicklung von Lösungen und ihre Umsetzung wohl nicht nur Zeit kosten, sondern auch Geld, wie Jirasek jetzt im Planungsausschuss bemerkte. Die Gemeinde hat inzwischen einen Verkehrsgutachter eingeschaltet, der untersuchen soll, wie den Bedenken des ASV Rechnung getragen werden kann, die sich auch auf geplante Zufahrten zu den Gewerbebetrieben beziehen. Und ein Experte hat sich auf dem Gelände nach Eidechsen umgeschaut und auch ein paar entdeckt. Nach seinen Beobachtungen dürften insgesamt etwa zwanzig Tiere dort leben. Der Fachmann hat vorgeschlagen, einen drei bis fünf Meter breiten Streifen an der Bahn einzuzäunen und durch gezielte Maßnahmen so zu gestalten, dass sich die kleinen Reptilien dort wohlfühlen – und sie dann dorthin umzusiedeln.

Dies muss natürlich in Abstimmung mit der Naturschutzbehörde geschehen. Viel Arbeit kommt da auf alle Beteiligten zu. Der Planungsausschuss hat einer erneuten Offenlage des Änderungsbebauungsplans nach den erforderlichen Verhandlungen zugestimmt. „Unser Ziel ist es, das noch in diesem Jahr über die Bühne zu bringen“, erklärt der Erste Beigeordnete.

Quelle: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Gemeinde Kriftel

Share on Facebook Share on Google+

 Hinweis