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Kriftel: Kita-Neubau geplant Kinderplanet bekommt Neubau, Montessori Kinderhaus zieht an die Bleichstraße um

Pressemeldung vom 15. Dezember 2016, 11:33 Uhr

Die Obstbaugemeinde wird immer beliebter für junge Familien. Noch vor rund zehn Jahren haben weniger als 80 Prozent der Kinder zwischen 0 und sechs Jahren einen Betreuungsplatz in Anspruch genommen. Inzwischen kommt diese Quote immer näher an die 100 Prozent heran. Der Rechtsanspruch auf einen Kita- und Krippenplatz hat den Druck auf die Kommunen verstärkt. Kriftel reagiert: In der Rossertstraße, auf dem Grundstück Nummer 40, das jetzt als Spielplatz genutzt wird, soll 2018 eine Kita mit sechs Gruppen gebaut werden. Planungs-, Sozial- sowie Haupt- und Finanzausschuss befassten sich mit den Plänen und empfehlen dem Parlament einstimmig die Zustimmung.

Kinderplanet und Montessori Kinderhaus profitieren

In den Neubau soll der Kindergarten „Kinderplanet“ umziehen, dessen Kapazitäten um zwei Gruppen aufgestockt werden. „Die Katholische Kirchengemeinde St. Vitus hat die grundsätzliche Bereitschaft gegenüber der Gemeinde signalisiert, eine größere Kindertagesstätte als Ersatz für die bestehende Kindertagesstätte Kinderplanet in der Bleichstraße zu betreiben“, berichtete der Erste Beigeordnete Franz Jirasek. Der Montessori-Arbeitskreis Kriftel, als Träger des Montessori Kinderhauses und der Monte Pikolino Kinderkrippe, habe schriftlich gegenüber der Gemeinde erklärt, keine größere Einrichtung betreiben zu wollen. Nach einer absehbaren, umfangreichen und grundlegenden Sanierung der Gebäude an der Bleichstraße, wird dort der Montessori-Arbeitskreis mit seinem Kinderhaus, das derzeit an der Königsberger Straße beheimatet ist, einziehen. Der Vorteil: Die Krippengruppe „Monte Pikolino“, die derzeit in Räumen der Krifteler Märkte untergebracht ist, könnte in dieselbe Unterkunft ziehen.

Vor einigen Monaten hatte Bürgermeister Christian Seitz informiert, dass voraussichtlich Anfang 2017 ein Engpass droht und die zur Verfügung stehenden Kindergartenplätze den Betreuungsbedarf nicht mehr abdecken. Der Montessori-Arbeitskreis hatte in diesem Zusammenhang allerdings erklärt, dass die Betreuungseinrichtung seine Kapazitäten nicht erweitern möchte – auch, „weil die verwaltungsmäßige Betreuung auf überwiegend ehrenamtlicher Basis dann nicht mehr möglich wäre“, so der Vereinsvorstand gegenüber der Gemeindeverwaltung. Das Montessori-Kinderhaus an der Königsberger Straße wurde im Jahre 1993 aus gebrauchten Containern zusammengesetzt – damals als „Übergangs-Kindergarten“ bis zum geplanten Neubau eines Kinderhauses.

Zustimmung, wenn keine Mehrkosten entstehen

Um den zusätzlichen Bedarf von zwei Betreuungsgruppen decken zu können, hatte der Gemeindevorstand mit der katholischen Kirchengemeinde St. Vitus Kontakt aufgenommen, um zu klären, inwieweit die Katholische Kirche bereit wäre, eine größere Einrichtung auf einem anderen Grundstück zu betreiben. An den Gesprächen nahmen auch Vertreter des Bistums Limburg teil. Die Bereitschaft eine größere Einrichtung zu betreiben, ist da, allerdings unter der Voraussetzung, dass der Kirchengemeinde keine Mehrkosten zur jetzigen Betreuungssituation entstehen. In den kirchlichen Gremien werden derzeit die notwendigen Beschlüsse eingeholt.

Wichtig sei dem Montessori-Verein eine barrierefreie Gestaltung der Einrichtung, um die integrative Arbeit in den neuen Räumen fortsetzen zu können, heißt es in der Vorlage der Verwaltung. Das alte Backstein-Gebäude in der Bleichstraße, das 1895 vom Orden der Dernbacher Schwestern errichtet wurde, hat die Gemeinde 2002 in Erbpacht übernommen mit dem Nutzungszweck Kinderbetreuung. Es wurde nach und nach erweitert. Das Gebäude wird zurzeit von der Kindertagesstätte Kinderplanet und der Vorkindergartengruppe des Kulturforum Kriftel, „Die kleinen Wichtel“, genutzt. In den Obergeschossen befinden sich 4 Wohnungen. Eine Sanierung ist dringend notwendig: Im Zuge einer Untersuchung im Jahr 2003 wurden die Überalterung der Heizungsanlage und der Sanitärinstallationen sowie der Objekte, unzureichende und mangelhafte Elektroinstallationen, mangelhafte Brandschutzmaßnahmen, ein viel zu hoher Energieverbrauch und bauliche Mängel wie Risse, Putz- und Belagsschäden festgestellt.

Im Zuge eines ersten Bauabschnitts wurden im Jahr 2004/2005 die Heizungsanlage, die Sanitärinstallationen und die Fenster erneuert. Die notwendigen Brandschutzmaßnahmen wurden ausgeführt. Der hohe Energieverbrauch der Liegenschaft konnte jedoch nicht auf ein heute übliches Niveau gesenkt werden. Die weiteren beschriebenen Bau-mängel bestehen bis heute fort.

Anlieger bei Planung einbeziehen

Als Standort für die neue Kita kommen das gemeindeeigene Grundstück gegenüber vom Bahnhof und das Spielplatz-Gelände an der Rossertstraße in Frage. Für den Gemeindevorstand überwiegen die Vorteile des Geländes an der Rossertstraße. Auch die Ausschüsse und der Ausländerbeirat haben diese Standortentscheidung einstimmig der Gemeindevertretung empfohlen. Dort könnten aufgrund der Grundstücksgröße die notwendigen Spielflächen besser untergebracht werden. Auch die Parkplätze vor dem Spielplatz sprechen für den Standort. Die Fläche ist verkehrstechnisch über die Rossertstraße sehr gut erschlossen. Für den Spielplatz soll ein Ersatz gesucht werden. Bei der Entwurfsplanung für den Kita-Neubau, so schlug die CDU vor, sollen zudem die Anlieger frühzeitig einbezogen werden. Nach Schätzung der Verwaltung wird die neue Kita rund 4 Millionen Euro kosten.

Quelle: Gemeinde Kriftel

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