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Kriftel: Lernstube zieht in die Weingartenschule um

Pressemeldung vom 9. Juni 2011, 08:51 Uhr

Da in der Lindenschule mehr Platz für die Schulkinderbetreuung benötigt wird, ist geplant, dass die Lernstube (Hausaufgabenhilfe für ausländische Schüler) nach den Sommerferien in die Weingartenschule umzieht. Silvia Schmidt, die kommissarische Leiterin der Weingartenschule, hat die Bereitschaft erklärt, an drei Nachmittagen pro Woche Räume für die Lernstube zur Verfügung zu stellen. „Dafür sind wir der Schule sehr dankbar, denn damit ist sichergestellt, dass diese wertvolle Arbeit zugunsten der Förderung und Integration von Kindern und Jugendlichen nichtdeutscher Herkunft fortgesetzt werden kann“, sagt Bürgermeister Christian Seitz. Jetzt ist nur noch eine formelle Zustimmung des Main-Taunus-Kreises notwendig.

In der Lernstube Kriftel werden seit über 40 Jahren ausländische Schülerinnen und Schüler bei der Erledigung ihrer Hausaufgaben betreut. Nach ihrer Gründung war die damals erste Einrichtung dieser Art Vorbild für viele weitere ähnliche Projekte. Träger der Lernstube Kriftel ist das Diakonische Werk der evangelischen Kirche, das dafür staatliche Zuschüsse erhält. Im Rahmen ihrer breit angelegten „Integrationsoffensive“ trägt die Gemeinde Kriftel die Kosten für die Leitung der Einrichtung und übernimmt bei Bedarf weitere Kosten, die durch die Zuschüsse nicht gedeckt sind. Ab und zu gehen auch Spenden ein, mit denen weiteres Lernmaterial angeschafft werden kann.

Seit 2004 leitet Hannelore Rothermel die Lernstube. Nach ihren Angaben werden dort derzeit 62 Kinder und Jugendliche betreut. Die Zahl ist etwas zurückgegangen, seitdem die Weingartenschule ihren Schülern nachmittags verschiedene Sport- und Freizeitangebote macht. „Aufgrund einiger Angebote kommen jetzt weniger Fünft- und Sechstklässler zu uns“, stellt Hannelore Rothermel fest. Sie ist jedoch überzeugt, dass sich das wieder ändert, wenn Prüfungen anstehen. Der Besuch der Lernstube ist für die Schüler kostenlos und erfolgt auf freiwilliger Basis, auch deswegen ist die Teilnehmerzahl schwankend.

Vor allem Grundschüler aus den verschiedensten Herkunftsländern nehmen die Hilfen in Anspruch. Ein großer Teil von ihnen hält der Lernstube aber auch nach dem Wechsel auf eine weiterführende Schule die Treue – die Jugendlichen kommen gerne, weil sie merken, dass ihnen hier eine wertvolle Unterstützung angeboten wird. Einige ehemalige Schüler erhalten in der Lernstufe auch Hilfen bei der Suche nach Praktikumsplätzen oder Lehrstellen oder bei der Aufnahme eines Studiums. In der Einrichtung sind insgesamt 18 Betreuungskräfte tätig. Sie erhalten für ihre Arbeit lediglich eine Aufwandsentschädigung in Höhe von fünf Euro pro Stunde. Man darf ohne Übertreibung feststellen, dass in der Lernstube Kriftel seit Jahrzehnten eine effektive Integrationsarbeit geleistet wird, ohne die es die Kinder und Jugendlichen viel schwerer hätten, die an sie gestellten schulischen Anforderungen zu erfüllen.

Quelle: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Gemeinde Kriftel

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