Energiewechsel

Kriftel: „Nachhall einer Liebe“ – Musikforum lädt ein

Pressemeldung vom 26. August 2009, 13:56 Uhr

Kriftel. Diese Love Story war ein Riesen-Skandal, und „tout Paris“ zerriss sich das Maul: Der polnische Komponist Frédéric Chopin, Liebling der Pariser Salons, und die zwar erfolgreiche, aber doch mit großem Misstrauen beäugte Schriftstellerin George Sand waren – ein Paar! Sie dazu noch erheblich älter als er. Das hatte doch nun nichts mehr mit Sitte und Anstand zu tun! Die Wogen der Entrüstung in den Salons schlugen hoch. Und so ganz weiß man ja bis heute nicht, was da eigentlich los war.

Mit der musikliterarischen Soirée „Nachhall einer Liebe“ gehen die Kulturjournalistin Brigitta Hermann und der Pianist Gerrit Zitterbart den Dingen auf den Grund – und befragen die Beteiligten selber. Nicht ganz einfach, so posthum; gibt es doch von Chopin selber kaum Äußerungen zu der Affaire. Er kommt „zu Wort“, wie es seiner Art gemäß ist: mit Musik; wahrhaft ein musikalischer Poet. George Sand äußerte sich hingegen immer wieder und recht unverblümt. Und vor allem ein Zeitzeuge wirft erhellende Schlaglichter auf diese ungleiche Liebe: Franz Liszt, Freund des Paares – einerseits. Und Konkurrent des Pianisten und Komponisten – andererseits.

Überempindlicher Paranoiker oder hochsensibles Genie?

„Die Texte“ bemerkte Ruth Fühner im Hessischen Rundfunk, „treffen ohne Kommentar aufeinander – umso vertrackter und vergnüglicher kommentieren sie sich gegenseitig. War George Sand nun enerviert und rücksichtslos oder ständig liebevoll um Chopin bekümmert? War der Komponist ein überempfindlicher Paranoiker oder einfach nur ein hochsensibles Genie? Tat ihm die Beziehung zu George Sand wirklich gut, wie Franz Liszt es sah: Schön wird die Wahrheit dieser Liebe in der Schwebe gehalten, als Hörer muss – nein: darf man sich sein eigenes Bild machen, die Urteilskraft wie ein Detektiv schärfen an den kleinen Dissonanzen, den Reibungen zwischen unterschiedlichen Perspektiven.“

Brigitta G. Hermann-Mazanec ist seit 1980 im Journalismus mit dem Schwerpunkt Kultur für die verschiedensten Medien tätig, u. a. in der Sendereihe „Doppel-Kopf“ des Hessischen Rundfunks. Nach einer spannenden Zeit als Pressereferentin der Oper Frankfurt hat sie mit der „Culture Company Rhein-Main“ in Kronberg eine Agentur für Kunst- und Kulturkommunikation und Veranstaltungsmanagement gegründet. Seit 2004 betreut sie die Reihe „Kultur im Krankenhaus“, die in zwei Krankenhäusern in Frankfurt mit großem Erfolg läuft. Zehn Jahre lang, bis März 2009, war die Journalisten aktives Mitglied im Caecilienverein Kriftel.

Als eine „Musikerpersönlichkeit von Rang“ beschreibt Kritikerpapst Joachim Kaiser in der „Süddeutschen Zeitung“ Gerrit Zitterbart. Der Pianist wurde 1952 in Göttingen geboren, seine Ausbildung erhielt er in Hannover, Salzburg, Freiburg und Bonn bei namhaften Lehrern. Am Beginn seiner Konzerttätigkeit standen Wettbewerbserfolge in der Schweiz, in Belgien, Italien und Deutschland, und mit dem Abegg-Trio, das er 1976 mitbegründete, in Frankreich, in der Schweiz und in Deutschland. Zusätzlich zu seiner Konzerttätigkeit leitet Gerrit Zitterbart seit 1981 eine Klavierklasse an der Hochschule für Musik und Theater Hannover.

Das Musikforum Kriftel präsentiert „Nachhall einer Liebe – George Sand und Frédéric Chopin“ mit der Sprecherin Brigitta Hermann und dem Pianisten Gerrit Zitterbart am Sonntag, 6. September um 17 Uhr im Rat- und Bürgerhaus Kriftel. Der Eintritt beträgt acht, ermäßigt vier Euro.

Quelle: Gemeinde Kriftel – Pressestelle

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