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Kriftel: Seit 60 Jahren im Öffentlichen Dienst

Pressemeldung vom 19. April 2017, 15:22 Uhr

Kurze Zeit nach der Überreichung des Hessischen Verdienstordens am Bande an Kriftels Ehrenbürgermeister Paul Dünte (74), hat ihm der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier jetzt auch noch die seltene Urkunde für „60 Jahre Tätigkeit im Öffentlichen Dienst“ ausgestellt. Kriftels Erster Beigeordneter Franz Jirasek bat jetzt in dessen Vertretung Dünte zur Feierstunde ins Rat- und Bürgerhaus – und gratulierte auch im Namen von Gemeindevorstand und allen Kriftelern herzlich.

Dünte: „Die Krifteler haben mir geglaubt“

Ein „besonderer Tag“ für Kriftel und Dünte. Daher legte Franz Jirasek die Überreichung der Urkunde und der Geschenke ins Dienstzimmer von Bürgermeister Christian Seitz, das auch Düntes in seiner Amtszeit (1994 bis 2006) war. Düntes Familie war dabei und beeindruckt, Enkel Lena und Luca gerührt.

„Die Krifteler haben mir geglaubt“, erzählte Dünte im Rückblick. Jirasek verlas die Urkunde. Er betonte, dass in der Regel Anerkennungen für 25, 40 und 50 Jahre im Öffentlichen Dienst vergeben werden. Dafür gibt es extra eine Dienstjubiläumsverordnung. Dass jemand 60 Jahre im Öffentlichen Dienst tätig sei, das sei ein außergewöhnlicher Tatbestand und in der Ehrenordnung eigentlich gar nicht „vorgesehen“, daher umso mehr anzuerkennen.

Seit 1994 Vorsteher des Ortsgerichts

Den aktuellen Anlass zur Urkundenverleihung hatte der Gerichtspräsident in Frankfurt am Main gegeben. Dünte ist bisher seit Beginn seiner Amtszeit als Bürgermeister (1994) und über sie hinaus offizieller Vorsteher des Ortsgerichts (OG) Kriftel. Diese Verbindung von OG und Amt besteht in Kriftel bewusst, weil so Fachwissen und wichtige Vorgänge wie etwa Beglaubigungen auf kürzestem Weg für Bürger in der wöchentlichen OG-Sprechstunde erledigt werden können.

Dünte gab zu, dass ihm die Umstellung von Dienstzeit ins Privatleben nach 41 Dienstjahren im Rathaus der Gemeinde nicht leicht gefallen sei: „Danach nur noch Privates? Das reicht nach einem vollen und engagierten Dienstleben nicht aus“, betonte er. Die Feierstunde gab ihm Gelegenheit, die bisher größte Herausforderung Kriftels anzusprechen: Der bestandene Kampf um die Selbständigkeit der Gemeinde in den siebziger Jahren. Diesen Kampf haben Bürgerschaft und Rathaus gemeinsam gekämpft und bestanden.

Junger Westfale machte Karriere

Dünte, am 2. März 1943 in Velen/Kreis Borken geboren, begann am 1. April 1957 in der Amtsverwaltung Velen-Ramsdorf mit seiner Ausbildung zum Verwaltungsangestellten. Damit legte er seinen Grundstein zu einer hervorragenden Karriere: Am 1. Januar 1962 wurde er in das Angestelltenverhältnis der Stadtverwaltung Borken übernommen, am 1. April 1964 wurde er Stadtassistent z. A. Aber es zog ihn weiter.

Bewerbung und Vorstellung in der Gemeindeverwaltung Kriftel verliefen positiv: Er trat am 1. September 1965 als Gemeindeobersekretär in den Dienst der Gemeinde. Haushalt und Finanzen wurden seine Schwerpunkte. Am 1. Dezember 1972 wurde er Amtsrat der Gemeinde und blieb es bis 31. Oktober 1977. Er wagte den Schritt zum Wahlbeamten und wurde am 1. November 1977 Erster Beigeordneter der Gemeinde Kriftel.

Wagnis Direktwahl glänzend bestanden

Zweimal wurde er als Erster Beigeordneter von der Gemeindevertretung wiedergewählt. In der Bürgermeister-Direktwahl am 24. April 1994 siegte er gegen eine Mitbewerberin und zwei Mitbewerber bereits im ersten Wahlgang mit 62 Prozent der Wählerstimmen. Er stellte sich einer Wiederwahl und trat nach noch höherem Wahlsieg seine zweite Amtszeit am 1. September 2000 an. Nach deren Ende verzichtete er darauf, sich erneut um das Amt des Bürgermeisters zu bewerben.

Er blieb aber noch Mitglied des Kreistags des Main-Taunus-Kreises (bis 2016), wurde darin Ausschussvorsitzender und zuletzt Mitglied des Kreistagspräsidiums. Dünte gehörte 14 Jahre dem „Hessischen Sozialparlament“ – Landeswohlfahrtsverband Hessen – in Kassel an und wurde darin Vorsitzender des Haushaltsausschusses.

Ein Herz für Kriftel

Dünte hat ein Herz für die Gemeinde. Der Ehrenbürgermeister ist bereits seitens der Bundesregierung, von Frankreich, vom Land Hessen und der Gemeinde für seinen dauerhaften Einsatz hoch geehrt worden. Ein Schicksalsschlag traf ihn 2007 mit dem Tod seiner Ehefrau Christa Dünte nach 42 gemeinsamen Ehejahren. Das Ehepaar bekam zwei Söhne und zwei Enkel.

Paul Dünte engagiert sich zudem ehrenamtlich als Vorsitzender der Turn- und Sportgemeinschaft, ist ein gläubiger Mensch, dankbar für seine Lebensleistung und sein Lebensvermögen. Wenn die Gesundheit dies zulässt, möchte er noch für zwei Jahre als Ortsgerichtsvorsteher weitermachen.

Quelle: Gemeinde Kriftel

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