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Lahn-Dill-Kreis: An den „Hundstagen“ die Hunde nicht vergessen!

Pressemeldung vom 30. Juni 2015, 11:35 Uhr

Jetzt ist es soweit: Der diesjährige Sommer kommt so richtig in Schwung. Waren in der letzten Woche noch Socken und Jacke angesagt, erwarten wir in den nächsten Tagen Tagestemperaturen von über +30º Celsius.

Bei solchen Temperaturen haben auch unsere vierbeinigen Freunde und Hausgenossen einiges auszuhalten. Heinz Schreiber, der für den Tierschutz im Lahn-Dill-Kreis zuständige Dezernent, erinnert Hundehalterinnen und -halter nachdrücklich, ihre Tiere während der Einkäufe oder ähnlichem nicht unbedacht in den Fahrzeugen zu belassen. Auch enge, wenig belüftete Behausungen sind problematisch. „Hitze ist auch für Hunde ein erheblicher Stress, da sie extrem hitzeempfindlich sind“, so Heinz Schreiber weiter.

Hunde schwitzen nicht

Hunde haben nur wenige Schweißdrüsen und können allein durch Hecheln, das heißt durch Erzeugung von Verdunstungskälte, ihre Wärme abgeben. Die Wasserverdunstung erfolgt nur solange, wie die Temperatur und die Sättigung der Außenluft mit Wasserdampf niedriger sind als die Körpertemperatur und die Feuchtigkeit des Atems. Schafft der Hund die Wärmeabfuhr nicht durch Hecheln allein, muss er sich zusätzlich durch Liegen auf kalten Flächen, Anfeuchten des Felles durch Belecken oder auch mit einem Wasserbad Kühlung verschaffen.

Besonders kritisch: Hunde im geschlossenen PKW

Aber woher nehmen in einem geschlossenen PKW? Dort ist es besonders kritisch. Geöffnete Schiebedächer oder ein Fensterspalt reichen nicht aus, die Wärmeentwicklung zu bremsen. Wird das Fahrzeug im Schatten geparkt, muss berücksichtigt werden, dass die Sonne wandert und das schattige Örtchen schnell zum heißen Sonnenplatz werden kann. Nicht selten werden bei Sonneneinstrahlung im Fahrzeuginneren +50º Celsius und mehr gemessen! Wenn die Luft im Fahrzeug keine Feuchtigkeit mehr aufnehmen kann, ist dem Hund jede Möglichkeit des Temperaturausgleichs genommen. Steigt die Körpertemperatur über +39,2º Celsius, wird das Tier unruhig, lässt die Zunge bei gestrecktem Hals weit heraus hängen, das Hecheln fällt schwerer und unterbleibt ganz. Hinzu kommt ein Flüssigkeitsmangel, der zur Bluteindickung führt. Über +40º Celsius pumpt der Organismus Blut vom Körperinneren in die äußeren Körperteile, um das Blut abzukühlen. Im weiteren Verlauf treten Schock, Kreislaufkollaps und der Tod ein. Das alles kann unter Umständen ganz schnell gehen – schon eine Viertelstunde kann über Leben und Tod entscheiden! Besonders gefährdet sind ältere, trächtige oder übergewichtige Tiere.

Die Reaktion des Hundes besteht normalerweise darin, dass er versucht, der Situation zu entkommen. Da er nicht aus dem Auto entweichen kann, entwickelt sich bei ihm eine schwere psychische Leidenssituation. Sie ist zu vergleichen mit der Panik des Menschen in lebensbedrohlichen Situationen. Heinz Schreiber: „Wer diese Situation bei einem Hund – oder bei einem anderen Tier – herbeiführt, verstößt gegen das Tierschutzgesetz!“

Nähere Informationen zum Thema sind bei der Abteilung Veterinärwesen und Verbraucherschutz in Herborn erhältlich, Tel.: 06441 407-7711.

Quelle: Lahn-Dill-Kreis / Servicedienst Kommunikation

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