Energiewechsel

Lahn-Dill-Kreis: Die „Magen-Darmgrippe“ geht um

Pressemeldung vom 22. Dezember 2016, 16:06 Uhr

In ganz Deutschland treten seit November 2016 wieder vermehrt Erkrankungen mit der sogenannten „Darmgrippe“ auf. Einer der Verursacher können Noroviren sein. Diese Viren sind weltweit verbreitet und für einen Großteil der nicht bakteriell bedingten Magen-Darm-Infekte verantwortlich. Besonders in Kindergärten, Krankenhäusern und Altenheimen kann der Erreger zu Ausbrüchen führen.

Übertragung – Symptome – Inkubationszeit – Krankheitsverlauf Die direkte Übertragung von Mensch zu Mensch ist in erster Linie die Ursache für die hohe Zahl an Norovirusinfektionen. Allerdings können Infektionen auch von kontaminierten Speisen (Salate, Krabben, Muscheln u.a.) oder Getränken ausgehen. Die Erkrankung verursacht in der Regel schwallartiges heftiges Erbrechen und starke Durchfälle. Es wird auch über zusätzliche Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen und Schüttelfrost berichtet. Gerade bei Kleinkindern und älteren Personen kann es im Rahmen dieser „Darmgrippe“ zu einem bedrohlichen Flüssigkeits- und Elektrolytverlust kommen, der eine Krankenhausaufnahme notwendig machen kann. Im Allgemeinen treten diese Symptome nach einer Inkubationszeit (Zeit von Aufnahme des Erregers bis zu ersten Krankheitssymptomen) von 6 bis 50 Stunden auf. Nach 12 bis 48 Stunden ist in der Regel der Spuk vorbei, bzw. geht es den Patienten deutlich besser. Noroviren werden über den Stuhl und das Erbrochene des Menschen ausgeschieden. Die Übertragung erfolgt fäkal-oral (z. B. über Handkontakt zu verunreinigten Flächen) oder über die Aufnahme virushaltiger Tröpfchen, die bei schwallartigem Erbrechen entstehen.

Da das Virus auch über eine längere Zeit mit dem Stuhl ausgeschieden werden kann (in der Regel 7 bis 14 Tage – aber auch länger), ist nicht nur in der akuten Krankheitsphase eine sorgfältige Sanitär- und Händehygiene notwendig.

Das Robert-Koch-Institut empfiehlt für Privathaushalte:

1. Vermeiden Sie Kontakt zu Erkrankten und achten Sie auf eine sorgfältige Händehygiene (sorgfältiges Händewaschen). Bei der Betreuung von Personen im eigenen Haushalt steht ebenfalls eine gute Hände- und Toilettenhygiene an erster Stelle. Tragen Sie zur Reinigung von Verschmutzungen durch z. B. Erbrochenes Haushaltsgummihandschuhe und verwenden sie Einwegtücher. 2. Erkrankte sollten während der akuten Phase der Erkrankung möglichst keinen Kontakt zu anderen Personen außer den Betreuungspersonen haben. Besonders gefährdet sind Kleinkinder und alte Menschen. 3. Geschirr kann wie üblich gereinigt werden. Erkrankte sollen möglichst keine Speisen für andere im Haushalt zubereiten. Auf besondere Händehygiene vor dem Essen ist unbedingt zu achten. Leib- und Bettwäsche sowie Handtücher sollten mit einem Vollwaschmittel bei Temperaturen von mindestens 60°C gewaschen werden. 4. Bei schweren Krankheitsverläufen sollte vor allem bei Kleinkindern, älteren Personen oder Personen mit Grunderkrankungen frühzeitig ein Arzt konsultiert werden.

Das Gesundheitsamt empfiehlt bei Erkrankungen innerhalb der Familie sehr zurückhaltend mit Besuchen in Gemeinschaftseinrichtungen (z. B. Altenheime, Krankenhäuser) zu sein. Auch nur leicht Erkrankte sollten auf Besuche in Krankenhäusern oder Altenheimen verzichten.

Eine Information der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zu Noroviren in verschiedenen Sprachen finden Sie im Internet unter www.infektionsschutz.de. Für weitere Fragen steht Ihnen das Gesundheitsamt des Lahn-Dill-Kreises telefonisch unter 06441 407-1621, Antje Koeppel und 06441 407-1622, Isabell Schmid zur Verfügung.

Quelle: Lahn-Dill-Kreis / Servicedienst Kommunikation

Share on Facebook Share on Google+

 Hinweis