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Lahn-Dill-Kreis: Kreis-Gesundheitskonferenz 2012 – „Mundgesundheit und Pflege“

Pressemeldung vom 2. Oktober 2012, 08:50 Uhr

Der Gesundheitsdezernent des Lahn-Dill-Kreises, Wolfgang Hofmann, und
die Leiterin der Abteilung Gesundheit, Dr. Doris Heltweg, begrüßten am
26. September Zahnärztinnen und Zahnärzte, Vertretungen aus dem Pflege-
und Seniorenbereich und der Verwaltung zur Kreis-Gesundheitskonferenz im
Kreishaus in Wetzlar.

Wolfgang Hofmann: „Die Gesundheitskonferenz im Lahn-Dill-Kreis, die in
diesem Jahr zum 5. Mal stattfindet, hat sich bewährt. Sie stellt ein
wertvolles Instrument dar, um die gesundheitliche Versorgung der
Bürgerinnen und Bürger im Lahn-Dill-Kreis zu verbessern. Das
diesjährige Thema, die Mund- und Zahngesundheit pflegebedürftiger
Menschen, verdeutlicht in besonderer Weise die Bedeutung des
Leitgedankens der Gesundheitskonferenz: Die Verwaltung und die
verschiedenen Akteure der Gesundheitsversorgung und der
Gesundheitsvorsorge sollen besser miteinander vernetzt werden, um eine
möglichst gut abgestimmte bürgernahe Angebote im Lahn-Dill-Kreis
sicherzustellen.“

Kranke und pflegebedürftige Menschen machen häufig die Erfahrung, dass
Abstimmungsprobleme zwischen den verschiedenen Personen und
Organisationen auftreten, die für sie medizinische, pflegerische,
rehabilitative oder soziale Leistungen erbringen. Informationen werden
vielfach nur unzureichend ausgetauscht; häufig mangelt es an einer
Koordination der Einzelleistungen. Dies kann beispielsweise zu
Doppeluntersuchungen führen, aber auch zu Lücken in der gesundheitlichen
Versorgung. Derartige Abstimmungsprobleme resultieren aus den
Besonderheiten des deutschen Versorgungssystems, das durch eine starke
Segmentierung gekennzeichnet ist. Der Hessische Landesgesetzgeber ist
dieser Schwäche begegnet, indem er im Hessischen Gesetz über den
öffentlichen Gesundheitsdienst (HGöGD) den Gesundheitsämtern
koordinierende Aufgaben zugewiesen hat.

Örtliche Gesundheitskonferenzen können die Zusammenarbeit verbessern

Ein Instrument, um diese Koordinierungsaufgaben erfolgreich
wahrzunehmen, sind Gesundheitskonferenzen. Hier kommen an der
gesundheitlichen Versorgung und Vorsorge Beteiligte, z. B. Träger und
Anbieter medizinischer, pflegerischer und sozialer Leistungen,
Kostenträger und Selbsthilfegruppen, zusammen, um gemeinsam
gesundheitliche Probleme zu beraten, die sich auf örtlicher Ebene lösen
lassen. Gesundheitskonferenzen sollen zu einer stärkeren Vernetzung von
Organisationen und Berufsgruppen vor Ort beitragen, indem dort
erarbeitete Lösungen in gemeinsamer Verantwortung umgesetzt werden.

Mund- und Zahngesundheit pflegebedürftiger Menschen lässt sich
verbessern

Ziel der diesjährigen Gesundheitskonferenz „Mundgesundheit und
Pflege“ war es, die Zusammenarbeit zwischen
Zahnärztinnen/Zahnärzten und Pflegeheimen weiterzuentwickeln, um
so die Mund- und Zahngesundheit pflegebedürftiger Menschen im
Lahn-Dill-Kreis zu verbessern. Hier leben fast 9.000 pflegebedürftige
Menschen, von denen viele an Beschwerden im Mund- und Zahnbereich
leiden, die ihre Lebensqualität einschränken und schwere akute und
chronische Erkrankungen auslösen oder verschlimmern können. Zwischen dem
allgemeinen Gesundheitszustand und dem Zustand des Gebisses bestehen
zahlreiche Wechselwirkungen. So ist das beispielsweise das Risiko einer
Fehlernährung bei schlechtem Gebisszustand deutlich erhöht, auch treten
häufiger Lungenentzündungen oder Diabetes-Erkrankungen auf.

Bei pflegebedürftigen Menschen ist die zahnärztliche Behandlung und
Prophylaxe ebenso wie die tägliche Mund- und Zahnhygiene aus
unterschiedlichen Gründen schwierig umzusetzen. Zahlreiche Studien und
regionale Projekte, die eine verbesserte zahnärztliche Versorgung mit
einer intensiven Schulung der Pflegekräfte zur Mund- und Zahnpflege
verbinden, zeigen, dass die Mund- und Zahngesundheit und damit
Allgemeingesundheit und die Lebensqualität pflegebedürftiger Menschen
durch oftmals einfache Maßnahmen und neue Hilfsmittel deutlich
verbessert werden können.

Initiative zur Verbesserung der Mund- und Zahngesundheit im
Lahn-Dill-Kreis

Im Vorfeld der diesjährigen Gesundheitskonferenz hatten Angelika
Diringer-Seither, Ärztin in der Abteilung Gesundheit, sowie Dr. Carl
Wleklinski, Zahnarzt in der Abteilung Gesundheit, eine Umfrage zum
Bedarf an derartigen Maßnahmen in stationären Pflegeeinrichtungen
durchgeführt. 70 Prozent aller Pflegeheime im Lahn-Dill-Kreis, in denen
insgesamt 2300 Bewohnerinnen und Bewohner leben, äußerten großes
Interesse daran. Anschließend fragten die beiden Ärzte bei
Zahnärzten/Zahnärztinnen an, ob diese interessiert sind, das
Pflegepersonal in Altenpflegeheimen fortzubilden, indem sie dort
effektive Pflegetechniken und neue Hilfsmittel zur Erleichterung der
Mund- und Zahnpflege vorstellen. Die interessierten
Zahnärzte/Zahnärztinnen wurden bereits Ende August durch die
Abteilung Gesundheit didaktisch vorbereitet und mit den
Unterrichtsmaterialien vertraut gemacht; sie werden in Kürze mit den
Fortbildungen des Pflegepersonals beginnen. Auf der Gesundheitskonferenz
wurden nach einer intensiven Diskussion des Themas die weiteren Schritte
festgelegt.

Quelle: Lahn-Dill-Kreis / Servicedienst Kommunikation

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