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Lahn-Dill-Kreis: Mitentscheider statt Alleinverdiener – Ergebnis-Befragung „Online-Barometer – Vereinbarkeit für Väter“

Pressemeldung vom 2. Juni 2015, 13:58 Uhr

Die „neuen Väter“ wünschen sich partnerschaftliche Aufgabenteilung und Verantwortung sowie Zeit für ihre Familie anstatt alleine Karriere zu machen. Welche Unterstützung sie sich dabei von ihrem Arbeitgeber wünschen, haben sie im Online-Barometer rund um den Aktionstag des Bündnisses für Familie im
Lahn-Dill-Kreis verraten.

Damit beide Partner sich gemeinsam um die Kinder kümmern und beide arbeiten können, brauchen sie nicht nur eine partnerschaftliche Aufgabenteilung sondern auch Verständnis und Unterstützung in Gesellschaft und Beruf. Väter wünschen sich im Lahn-Dill-Kreis am meisten die Unterstützung bei der Ferienbetreuung und flexible Arbeitszeiten von ihrem Arbeitgeber. Während flexible Arbeitszeiten der Befragten bereits zu über 60 Prozent im Unternehmen angeboten werden und damit dieser Wunsch der Väter erfüllt sein dürfte, besteht das größte Defizit bei der Ferienbetreuung. Ebenfalls über 60 Prozent der Väter wünschen sich Ferienbetreuungsangebote, aber nur 15 Prozent werden vom Arbeitgeber hierbei unterstützt. Gar nicht im Maßnahmenkatalog der Arbeitgeber aufgenommen, ist die „Vermittlung haushaltsnaher Dienstleistungen“ (0,00 Prozent). In jedem vierten Unternehmen stehen jedoch „Beratungsmöglichkeiten und Informationsmaterialien für Väter“ zur Verfügung (25 Prozent).

Claudia Wagner, IHK Lahn-Dill und eine der Bündniskoordinatorinnen weiß, wie dringend der Wunsch nach Ferienbetreuung ist: „13 Wochen Schulferien können berufstätige Eltern

ohne Ferienbetreuungsangebote nicht überbrücken. Das kann den Umfang der Berufstätigkeit der Eltern insgesamt einschränken“. Mit dem Kindersommer in Wetzlar ist eine beispielgebende Ferienbetreuung von acht Unternehmen gelungen, die von der IHK koordiniert und auf andere Orte im Lahn-Dill-Kreis übertragen werden soll.

Seit 10 Jahren setzt sich das Bündnis für Familie im Lahn-Dill-Kreis für familienfreundliche Angebote ein. „Wir haben Väter gebeten, sich an der Umfrage zu beteiligen, um daraus Bedarfe zu ermitteln und Maßnahmen zu entwickeln, die unsere Region familienfreundlicher gestalten – denn Väterförderung ist ein Pluspunkt für alle“, gibt Meike Menn, Lahn-Dill-Kreis und Bündniskoordinatorin, zur Online-Befragung an. Mit dem Forum „Familienfreundlichkeit“, das in diesem Jahr zum vierten Mal stattfindet, werden nachahmbare Beispiele aus allen Kommunen vorgestellt.

Am 17. November 2015 feiert das Bündnis für Familie im Lahn-Dill-Kreis sein 10-jähriges Bestehen.

Anregungen und Wünsche der Befragten (auszugsweise)

„Gut wäre es, wenn Erziehungsarbeit vom Staat angemessen vergütet wird. Familienpolitik in Deutschland sollte nicht länger von Lobbygruppen gesteuert werden, insbesondere von solchen, bei denen Kinder nicht im Fokus stehen. Und toll wäre es auch, wenn Kommunalpolitiker die Rettung eines Schwimmbads nicht als Familienpolitik verkaufen würden, die Finanzierung von Kitas aber als reinen Kostenfaktor und Mitgrund für Steuererhöhungen benennen“ (Vater, 2 Kinder).

„Wieder eine Umfrage die typisch ist für Leute, die den ganzen Tag im Büro sitzen. Total ungeeignet für Monteure, Servicetechniker, LKW-Fahrer usw.“ (Vater, 1 Kind).

„Wenn die Angebote vorhanden sind, die Hürden für die Umsetzung groß sind, ist es trotzdem für Väter schwer. Auch die Aufgabenstellung des Vaters im Betrieb kann gegen die im Betrieb eingerichteten Angebote sprechen, so dass es trotzdem unmöglich ist oder nur stressreich wird, diese zu nutzen. Alles in allem sollten für beide Geschlechter immer die gleichen Rahmenbedingungen (incl. gleiche Arbeit, gleicher Lohn) gelten!“ (Vater, 3 Kinder).

Ergebnis Befragung „Online-Barometer – Vereinbarkeit für Väter“

Quelle: Lahn-Dill-Kreis / Servicedienst Kommunikation

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