Energiewechsel

Lahn-Dill-Kreis: „Resilienz – Kinder stark machen“

Pressemeldung vom 11. Oktober 2012, 09:55 Uhr

Wie können Kinder für die Widrigkeiten des Lebens gestärkt werden?

Zwei Tage lang haben sich in der Sport- und Bildungsstätte der
Sportjugend Hessen in Wetzlar über 25 Pädagoginnen aus
Kindertageseinrichtungen und Betreuenden Grundschulangeboten über das
Thema Resilienz (*) informiert. Referent Thomas Armbruster, Diplom
Psychologe und Erlebnispädagoge, hatte viele neue Erkenntnisse zu diesem
Thema mitgebracht.

(*) Wikipedia: Fähigkeit von Lebewesen (…), sich gegen erheblichen
Druck von außen selbst zu behaupten; Widerstandsfähigkeit.

Am ersten Tag befasste sich die Gruppe mit den Risiko- und
Schutzfaktoren, die die Entwicklung des Kindes beeinflussen können. Denn
aus einer amerikanischen Studie ging hervor, dass bestimmte
unterstützende, positiv beeinflussende Faktoren die Kinder später im
Leben resilienter machen. Kinder, die z. B. ein verständnisvolles und
die Entwicklung stark unterstützendes Umfeld hatten, schafften es, sich
aus der Grundschicht der Gesellschaft in eine höhere Schicht hinauf zu
arbeiten. Kindern, die diese Entwicklungsunterstützung nicht erhielten,
gelang auch der soziale Aufstieg nicht. Zu den wichtigsten
Schutzfaktoren gehören z. B. auch eine gute Selbstbehauptungs- oder eine
gute Konfliktbewältigungsstrategie. Zu den größten Risikofaktoren
gehören z. B. die Armut von Kindern und ihren Familien sowie
mangelnde Wertschätzung des Kindes.

Die Fachkräfte setzten sich nach einer Priorisierung der
Einflussfaktoren mit den wichtigsten auseinander, um heraus zu arbeiten,
wie die Risikofaktoren behoben und die Schutzfaktoren vermehrt werden
könnten. Durch eine große Methodenvielfalt gelang es Thomas
Armbruster, die Arbeitsgruppen zu guten Arbeitsergebnissen zu führen.
Die Pädagoginnen hatten viele gute Strategien und Methoden aus ihren
Einrichtungen mitgebracht, um die Schutzfaktoren zu stärken. Hier
konnten die Einrichtungen sehr viel voneinander lernen.

Immer wieder ging Thomas Armbruster dabei auch auf die besondere
Situation von Jungen ein. So verstünden Jungen meist nur
„aktionistisch“. Jungen brauchen kurze klare aktionsgeleitete
Ansprachen, um den Anforderungen der Erzieherinnen und Erzieher nach
zukommen. Jungen sollte auch in ihrem wilden Bewegungsdrang Raum gegeben
werden. Hierzu zeigte Thomas Armbruster u. a. ein Spiel (siehe Bild),
das aber auch mit Mädchen durchgeführt werden kann. In diesem Spiel geht
es darum, sich mit der Poolnudel gegenseitig zu schlagen, dabei aber den
anderen nicht zu verletzen. So kann der Impuls zum Raufen und Toben gut
kanalisiert werden.

Für eine gute Resilienz sei auch die so genannte Kompetenzinsel
besonders wichtig. Hiermit sind Kompetenzen gemeint, die schon im
Menschen vorhanden sind und immer mehr ausgebaut werden können. Diese
Inseln wachsen mit Erfolgerlebnissen und positiven Erfahrungen.

Am Ende der Veranstaltung waren alle Fachkräfte der Meinung, dass diese
Fortbildung unter der Anleitung des Referenten Thomas Armbruster sehr
empfehlenswert sei.

Infos zum Referenten
Thomas Armbruster, hat viele Jahre erlebnispädagogische Arbeit mit
Kindern und Jugendlichen durchgeführt, er ist Diplom-Psychologe, der in
seiner Praxis auch mit Eltern und Kindern arbeitet.

Quelle: Lahn-Dill-Kreis / Servicedienst Kommunikation

Share on Facebook Share on Google+

 Hinweis