Energiewechsel

Limburg: Das ‚Jobwunder‘ ist in Limburg-Weilburg Frauensache

Pressemeldung vom 1. Juni 2011, 16:06 Uhr

* Beschäftigungszuwachs bei den Frauen geht auf mehr Teilzeitarbeit zurück
* Zwei Drittel aller Geringverdiener sind Frauen
* Frauen sind häufiger von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen als Männer
* Mädchen auf der Ausbildungssuche haben bessere Schulabschlüsse als Jungs

Wie sich die Situation der Frauen auf dem heimischen Arbeitsmarkt in den letzten zehn Jahren verändert hat, beleuchtet jetzt eine neue Veröffentlichung von Iris Angrick, der Beautragten für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Limburger Arbeitsagentur.

Trotz zwischenzeitlicher Arbeitsplatzverluste konnte die Zahl der versicherungspflichtig Beschäftigten im Landkreis Limburg-Weilburg von 2000 bis 2010 insgesamt um 1.151 auf 45.052 gesteigert werden. Allerdings lag die Zahl der beschäftigten Männer im letzten Jahr noch 416 Zähler unter dem Wert des Jahres 2000. Anders bei den Frauen: Hier hat sich in den vergangenen zehn Jahren ein Beschäftigungszuwachs von 1.567 sozialversicherten Arbeitsplätzen eingestellt. Die Arbeitsplatzgewinne resultierten dabei vor allem aus der Zunahme der Teilzeitbeschäftigten, die um 30 Prozent gestiegen ist.

Obwohl sich die Zahl der teilzeitbeschäftigten Männer seit 2010 verdoppelt hat, ist Teilzeit weiterhin eine Frauendomäne. 1.201 oder 5,1 Prozent der erwerbstätigen Männer gehen einer Teilzeitbeschäftigung nach. Demgegenüber stehen 8.798 teilzeitbeschäftigte Frauen. Dies entspricht einem Anteil von 40,6 Prozent aller erwerbstätigen Frauen.

Ähnlich sieht es bei den 14.901 Geringverdienern im Landkreis Limburg-Weilburg aus. Die Zahl der geringfügig Beschäftigten ist seit der Einführung der 400-Eurogrenze im Jahr 2003 um mehr als zwanzig Prozent gestiegen. Rund zwei Drittel aller geringfügig Beschäftigten sind Frauen. 7.465 von ihnen haben außer ihrem „Mini-Job“ kein weiteres Erwerbseinkommen.

Auch bei der Entwicklung der Arbeitslosigkeit treten Abweichungen bei den Geschlechtern zu Tage. Im Jahresdurchschnitt 2010 lag die durchschnittliche Arbeitslosenquote bei den Männern in der Region bei 5,7 Prozent. Bei den Frauen betrug die Quote 6,4 Prozent.

Das Thema Langzeitarbeitslosigkeit wird zunehmend zu einem Frauenproblem. 33,3 Prozent der erwerbslosen Frauen sind seit über einem Jahr ohne Beschäftigung. Bei den Männern beträgt der Anteil lediglich 24,2 Prozent. Noch größer wird der Unterschied bei den Teilzeitarbeitsuchenden. Hier liegt der Anteil der erwerbslosen Frauen bei 42,2 Prozent. Nur 2,9 Prozent der arbeitslosen Männer suchen einen Teilzeitarbeitsplatz. Jeweils ein Viertel aller arbeitslosen Männer und Frauen ist älter als fünfzig Jahre.

Positive Botschaften hat Iris Angrick für junge Frauen: „Wenn es um Ausbildung geht, haben junge Frauen wegen ihres hohen Anteils qualifizierter Schulabschlüsse inzwischen wesentlich bessere Chancen“. Die Arbeitsmarktexpertin belegt dies mit Zahlen: Von den 841 Lehrstellenbewerberinnen des letzten Jahres verfügten 66,2 über einen Realschul- oder höheren Abschluss. Bei den Jungs (1.021 Bewerber) lag die Quote bei 54,8 Prozent.

Auffällig sei jedoch, dass die Bewerberinnen bei der Lehrstellensuche nur ein geringes Spektrum an Berufen nutzen. „Mehr als 60 Prozent der Mädchen aber ’nur‘ 45 Prozent der Jungs konzentrieren sich bei der Berufswahl auf einen der zehn am häufigsten nachgefragten Berufe“, so Angrick weiter. Auf der Wunschliste der Mädchen aus dem Kreis Limburg-Weilburg stehen Verkaufs- und Büroberufe auf den ersten Plätzen der beliebtesten Ausbildungsberufe. Bei den männlichen Ausbildungssuchenden ist der Kraftfahrzeugmechatroniker weiterhin der am häufigsten genannte Zielberuf.

Quelle: Agentur für Arbeit Limburg

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