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Main-Taunus-Kreis: „Das Thema lässt uns nicht los“

Pressemeldung vom 30. März 2017, 15:27 Uhr

„Terror in Europa – Worauf müssen wir uns vorbereiten?“ Dieser Frage sind bei einer Tagung im Landratsamt mehr als 150 Fachleute nachgegangen. Veranstalter waren der Main-Taunus-Kreis zusammen mit dem Landeskommando Hessen, dem Kommando Sanitätsdienstliche Einsatzunterstützung, der Notarztgemeinschaft Bad Soden und der Gesellschaft für Sicherheitspolitik. Zielgruppe waren vor allem Ärzte, Vertreter von Polizei, Bundeswehr und Rettungsdiensten.

„Das Thema lässt uns alle nicht los – dafür haben die Anschläge in Paris, Berlin und jüngst in London gesorgt“, so Landrat Michael Cyriax. „Umso wichtiger ist es, dass sich alle Organisationen auf solch einen Ernstfall vorbereiten und Hand in Hand arbeiten.“ Für einen Austausch zwischen den Akteuren wolle das Landratsamt mit einem „Forum zur Zivil-Militärischen Zusammenarbeit“ den passenden Rahmen bieten.

Hauptreferent war Oberfeldarzt Dr. Sebastian Hentsch, stellvertretender Klinikdirektor am Bundeswehrzentralkrankenhaus in Koblenz. Er hat zehn Auslandseinsätze absolviert, unter anderem in Afghanistan, Mali und Irak. Er ist Fachausbilder für Spezialkräfte und beschäftigt sich seit Jahren mit der Behandlung von Kriegsverletzungen. Ein Terroranschlag unterscheidet sich laut Hentsch stark von anderen Katastrophen: „So etwas ist kein größerer Autounfall. Wenn Menschen durch Sprengwaffen oder Infanteriegefechtswaffen verletzt werden, sind die Umstände der Terrorlage und das Ausmaß der Verwundungen mit zivilen Einsatzlagen nicht zu vergleichen.“ Hentsch zeigte während seines Vortrages auch Fotos von Verletzungen aus Einsätzen, die für die Besucher der Veranstaltung schwer zu ertragen waren. „Aber man muss solche Bilder gesehen haben, um den Unterschied zu einem ‚Massenanfall von Verletzten‘ zu verstehen.“

Nach Angaben von Oberfeldarzt der Reserve Dr. Ulrich Jürgens, der die Veranstaltung maßgelblich vorbereitet hat, sind seit den Anschlägen von Madrid im Jahr 2004 weit über 800 Menschen in Europa bei Terroranschlägen ums Leben gekommen. „Wir wollen keine Panik verbreiten. Aber wir wollen mit dieser Fachtagung dazu beitragen, auf den Ernstfall bestmöglich vorbereitet zu sein.“

Quelle: Main-Taunus-Kreis / Pressestelle

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