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Main-Taunus-Kreis: Gleich nach der Schule Azubi werden

Pressemeldung vom 6. Dezember 2016, 15:01 Uhr

Der Main-Taunus-Kreis will Haupt- und Realschülern dabei helfen, direkt nach der Schule eine Ausbildung zu beginnen. Dazu hat das „Netzwerk Schule und Beruf“ eine regionale Strategie für die kommenden drei Jahre erarbeitet und bei seiner letzten Sitzung mit dem Jugend- und Schuldezernenten Wolfgang Kollmeier sowie dem Sozialdezernenten, Johannes Baron, vorgestellt. Ein Schwerpunkt der Strategie besteht laut Kollmeier darin, die Schulabgänger bei der Berufsorientierung zu unterstützen und den direkten Einstieg in eine duale Berufsausbildung zu ebnen.

Zum Beispiel bekommen die Schüler den Ordner „Plan A“, in dem zahlreiche Berufe vorgestellt und Ansprechpartner genannt werden. Außerdem sei es wichtig, die Eltern in dieser Phase miteinzubeziehen, etwa durch regelmäßige Elternabende zum Thema. Ein wichtiger Punkt seien auch jährliche Kompetenzfeststellungen, bei denen die Fähigkeiten und Kenntnisse der Schüler in eine Datenbank einflössen. „So können die Schüler passgenau beraten und vermittelt werden“, so Kollmeier.

Nach Angaben von Wolfgang Kollmeier beginnt ein Viertel der Hauptschüler im Kreis gleich nach der Schule eine Ausbildung. „Diese Zahl ist im Vergleich nicht schlecht, wir wollen sie aber weiter steigern.“ Ein großer Teil der Schulabgänger besucht eine weiterführende Schule oder die Berufsfachschule, manche auch eine Fördermaßnahme. „Zwischen fünf und zehn Prozent der Hauptschüler – 30 in diesem Jahr – verlassen die Schule ohne Abschluss, haben aber die Möglichkeit, ihn schnell nachzuholen.“

Johannes Baron geht auch auf die rund 240 Flüchtlinge ein, die derzeit InteA-Klassen („Integration und Abschluss“) an den Berufsschulen im Kreis besuchen. Viele seien aufgrund der Sprachkenntnisse noch nicht soweit, eine Ausbildung anzufangen, sollten dennoch möglichst schnell schon in Betriebe hineinschnuppern, zum Beispiel bei einem Praktikum oder in einer Eingliederungsqualifizierung. „Deshalb setzen sich die Vertreter der Kammern und der Schulen unter der Federführung des Kreises an einen Tisch und besprechen sich ganz konkret: Was können die Schüler? Was brauchen die Betriebe? Was können die Betriebe anbieten? Um es neudeutsch zu sagen: Es geht dabei um das ‚Matching‘, um die Vermittlungsarbeit.“

Das Netzwerk Jugend und Beruf wird vom Main-Taunus-Kreis koordiniert. Dazu gehören außer der Kreisverwaltung das Staatliche Schulamt, die beruflichen und allgemeinen weiterführenden Schulen, die Industrie- und Handelskammer, die Handwerkskammer, die Kreishandwerkerschaft, die Arbeitsagentur und das Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft. Sie richten sich nach den Qualitätsstandards, die die landesweite Bildungsinitiative OloV („Optimierung der lokalen Vermittlungsarbeit“) seit 2009 vorgibt.

Quelle: Main-Taunus-Kreis / Pressestelle

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