Energiewechsel

Marburg: Aus Sicht der DLRG muss vom Schwimmen im Perfstausee derzeit abgeraten werden

Pressemeldung vom 14. August 2009, 13:44 Uhr

Gefährdung des Badebetriebes durch die Wasserpest (Elodea nutallii)

Marburg. Während einer Untersuchung vom 7. August 2009 dem Perfstausee eine ausgezeichnete Wasserqualität bescheinigt, wird in der gleichen Untersuchung auf die mögliche Gefährdung durch die sogenannte Wasserpest hingewiesen. Elodea nutallii, so der lateinische Namen der sich im Perfstausee und anderen Seen ausbreitenden bis zu drei Meter langen Wasserpflanze kann zu nicht ungefährlichen Beeinträchtigungen und zu Gefährdungen beim Baden führen. Das stellte eine Einschätzung der DLRG fest.

Der technische Betriebsleiter des Wasserverbandes Oberes Lahngebiet, Hartmut Klingelhöfer, erteilt aufgrund der ausgezeichneten Wasserqualität zwar einerseits kein Badeverbot, andererseits verweist er auf die Gefahren, ausgehend von den Wasserpflanzen, die keineswegs zu verharmlosen sind. Diese Wasserpflanzen können nach den Ausführungen der DLRG für Schwimmer eine Gefährdung darstellen. Gerät ein Schwimmer in einen mit Wasserpflanzen durchsetzten Bereich, kann unter Umständen schon die Berührung mit den Wasserpflanzen Angstzustände oder Panik auslösen. Ein Schwimmer kann sich außerdem durch hastige und ungeschickte Bewegungen in den Pflanzen verfangen. Ein Weiterschwimmen ist dann nicht mehr möglich, da sich Pflanzen um Arme, Schultern und Beine des Schwimmers legen können. Hiervon sind meist ängstliche oder ungeübte Schwimmer (häufig Kinder) betroffen.

Bei ruhigem Verhalten ist es ohne Probleme möglich, die Pflanzen abzustreifen und sich durch ruhige paddelnde Schwimmbewegungen in Rückenlage in Sicherheit zu bringen. In Panik geraten, sieht das jedoch ganz anders aus: Dann könnten sich die Badenden regelrecht in den Pflanzen verstricken.

Rettungseinsätze der DLRG werden durch die Wasserpflanzen stark behindert. Das Erreichen von Einsatzstellen ist bei größerer Entfernung zum Ufer nur mit erheblichem Zeitverzug möglich. Wegen des Bewuchses kann das Rettungsboot nicht verwendet werden und die schwimmerische Rettung wird behindert.

Bernd Buß, Technischer Leiter der DLRG Ortsgruppe Wallau (Lahn) rät deswegen derzeit vom Schwimmen im Perfstausee ab.

Der Aufenthalt in maximal hüft- bis brusttiefem Wasser kann dann als eher unproblematisch angesehen werden, wenn die Badenden auf Berührungen mit den Wasserpflanzen gefasst sind und nicht in Panik verfallen. Kinder sollten auf keinen Fall ohne Aufsicht ins Wasser gehen.

Quelle: Stadt Marburg – Pressestelle

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