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Marburg: Beim Thema Heimunterbringung hat sich der Landkreis im Vergleich zum Bundestrend positiv entwickelt

Pressemeldung vom 7. August 2009, 15:36 Uhr

Während bundesweit eine Zunahme zu verzeichnen ist, nimmt im Landkreis Marburg-Biedenkopf die Zahl der Heimunterbringungen ab

Marburg. Mit einer Presseerklärung hat das Statistische Bundesamt die Zahlen zur Heimerziehung im Jahr 2007 vorgelegt. Danach war eine Steigerung der neu begonnenen Hilfemaßnahmen im Bereich der Heimunterbringungen um 17 Prozent gegenüber dem Jahr 2006 zu verzeichnen. „Dieser Trend kann im Landkreis Marburg-Biedenkopf nicht bestätigt werden. Hier zeichnet sich ein gegenteiliges Bild ab“, stellte der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Karsten McGovern fest. Wurden im Jahr 2006 noch bei 72 jungen Menschen eine Heimerziehung oder eine andere betreute Wohnform begonnen, so konnte im Jahr 2007 ein Rückgang um 13,89 Prozent auf 62 begonnene Hilfemaßnahmen in diesem Bereich verzeichnet werden.

Ebenso spiegelt sich im Landkreis auch bei den Gründen, die zu einer Heimunterbringung geführt haben, nicht der Bundestrend wider. Waren in 2007 bundesweit mit 43 Prozent die eingeschränkte Erziehungskompetenz der Eltern der am häufigsten genannte Grund für eine Heimunterbringung, so stellt sich im Landkreis dieser Grund lediglich bei 19,61 Prozent der Eltern dar. Ebenso sind schulische bzw. berufliche Probleme bei den jungen Menschen im Landkreis lediglich bei 9,15 Prozent der begonnenen Heimunterbringungen der Grund gewesen, wo hingegen bundesweit dieser Grund bei 24 Prozent der jungen Menschen genannt wurde.

„Diese Vergleichsangaben dienen auch als Beleg für die gute und vorbeugende Arbeit, die der Landkreis durch den Fachbereich Familie, Jugend und Soziales leistet. Für uns ist gerade die Stärkung der Erziehungskompetenz der Eltern sehr wichtig“, betonte der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Karsten McGovern. Die Zahlen der Statistik zeigten, dass dies der richtige Ansatzpunkt war und ist. Die Erziehungskompetenz sei der Schlüssel zur Vorbeugung weiterer Probleme.

Nachfolgend eine Auswertung der Gründe, warum eine Hilfemaßnahme eingeleitet wurde, im Vergleich zwischen dem Bundesdurchschnitt und der Auswertung des Landkreises Marburg-Biedenkopf in Prozent.

Grund für die Unterbringung in einem Heim oder einer betreuten Wohnform
bundesweit in Prozent
LK Marburg-Biedenkopf in Prozent

Eingeschränkte Erziehungskompetenz der Eltern
43 Prozent
19,61 Prozent

Auffälligkeiten im sozialen Verhalten
35 Prozent
9,80 Prozent

Schulische bzw. berufliche Probleme der jungen Menschen
24 Prozent
9,15 Prozent

Gefährdung des Kindeswohls oder unzureichende Förderung und Betreuung der Kinder und Jugendlichen
22 Prozent
20,91 Prozent

Die Zahlen beziehen sich auf die vom Statistischen Bundesamt genannten Gründe für begonnene Hilfsmaßnahmen.

Für den Landkreis ist diese Entwicklung jedoch kein Grund, in seinen Anstrengungen nachzulassen. Erst jetzt wurde allen Kindertageseinrichtungen und Schulen im Landkreis Marburg-Biedenkopf eine vom Kinderschutz-Zentrum Berlin herausgegebene Broschüre „Kindeswohlgefährdung – Erkennen und Helfen“ informiert. Die Broschüre informiert über die Gefährdungen, denen Kinder ausgesetzt sein können. Die Publikation stellt ein umfassendes Nachschlagewerk für all diejenigen dar, die für einen verbesserten Schutz von Kindern genauer hinschauen und handeln möchten. Sie wendet sich an Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter, Erzieherinnen und Erzieher, Lehrerinnen und Lehrer, Fachkräfte aus dem medizinischen Bereich und ehrenamtlich in der Jugendhilfe Tätige und andere Interessierte.

Die Broschüre kann auf der Internetseite des Bundesministeriums für Familien, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), www.bmfsfj.de, unter der Rubrik Publikationen kostenlos bestellt oder als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Quelle: Stadt Marburg – Pressestelle

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