Energiewechsel

Marburg-Biedenkopf: Exponat des Monats Mai im Hinterlandmuseum Schloss Biedenkopf ist ein Rasierpflegeset im Kasten

Pressemeldung vom 30. April 2015, 10:54 Uhr

Exponat stammt aus den 1940er Jahren

Marburg-Biedenkopf – Bei dem Exponat des Monats Mai 2015 handelt es sich um einen Schmuckkasten, der ursprünglich ein komplettes Rasierset für eine Nassrasur mit einem Rasiermesser enthielt, im Laufe der Zeit aber für verschiedene Pflegeutensilien verwendet wurde. Die Ausrüstung gehörte Friedrich Homrighausen, der aus Amtshausen (Bad Laasphe) stammte und seit den 1920er Jahren mit seiner Familie in Wallau wohnte.

Das Innere der roten Klappschachtel ist mit einem grauen Stoff ausgeschlagen und hat spezielle Vertiefungen zum Einlegen der Rasierutensilien. Fast alle Gegenstände liegen in ihrer originalen Verpackung mit den jeweiligen Herstelleraufdrucken. In den unterschiedlich großen Fächern liegen drei Klapprasiermesser, mehrere Schachteln mit Ersatzklingen für einen Hornhauthobel, ein aus zwei Teilen bestehender Hornhauthobel und mehrere Ersatzklingen sowie zwei Rasiersteine, einer davon original verpackt. Zudem befindet sich in einigen der Fächer eine Art Holzwolle.

Die Fächergröße stimmt nicht mit der Größe der eingelegten Gegenstände überein. Ein Rasierpinsel, ein Schälchen, Rasierseife oder ein Streichriemen zum Schärfen des Rasiermessers fehlen.

Die Vermutung liegt nahe, dass die originalen Gegenstände aus dem Kasten wohl vom ursprünglichen Besitzer verwendet bzw. aufgebraucht wurden. Mehrere Nachkäufe von Rasiermessern und -steinen sowie ein Hornhauthobel und dessen Klingen fanden dann ihren Platz in der bereits vorhandenen Rasiersetschachtel.

Der Schmuckkasten beherbergt zwei Schachteln mit dem Markenaufdruck ?Galano? der ?Emil Thiel/ Stahlwarenfabrik/ Solingen?. In einer Schachtel befindet sich eine Klinge mit Horngriff, die mit ?LouPer? beschriftet ist ? eine von Louis Perlmann 1909 in Solingen gegründete Firma. Die Klinge ist laut Aufschrift mit seinem ?Hohlschliff für den stärksten Bart? gedacht. In der anderen Schachtel dieser Art befindet sich ein Rasiermesser mit einem schwarzen Griff der ?Gebrüder Paul Gräfrath-Solingen?. Das Rasiermesser mit einem weißen Griff der Firma ?Herm. Konejung AG. Stahlwarenfabrik Solingen? befindet sich in einer Pappschachtel mit gleichem Herstelleraufdruck. Die Rasierklingen führen den Markennamen ?Anticor? der Firma ?Rotbart?. Der Hornhauthobel, der auseinandergebaut in ein kleines Kästchen passt, stammt ebenfalls aus dieser Produktreihe.

Neben einem bereits verwendeten Rasierstein befindet sich in dem Kasten ein original eingepackter Rasierstein der Marke ?Dusy?. Rasiersteine werden heute auch nach ihrem Inhaltsstoff und ihrer Form ?Alaunstifte? genannt. Sie wirken blutstillend und helfen bei kleinen Schnittverletzungen. Außerdem wurde in dem Kästchen ein kleines leeres Pappschächtelchen aufbewahrt, beschriftet mit ?Treibacher Zündstifte / Original Auermetall?. Zündsteine oder Zündmetalle dieser Art dienen der Erzeugung eines Zündfunkens und werden vorwiegend in Gas- und Benzinfeuerzeugen eingesetzt. Die ?Treibacher Industrie AG?, wie die Firma heute heißt, wurde 1898 in Kärnten (Österreich) gegründet. Sie produziert seit 1903 Zündsteine, auf die sie auch ein Patent hat.

Monika Strohmann stiftete bereits einige Gegenstände aus dem Besitz der Familie Homrighausen an das Hinterlandmuseum Schloss Biedenkopf. Das Rasierset erweitert die Museumssammlung aus dem Bereich Hygiene und Gesundheit.

Quelle: Landkreis Marburg-Biedenkopf / Presse- und Kulturarbeit

Share on Facebook Share on Google+

 Hinweis