Energiewechsel

Marburg-Biedenkopf: Heimische Gastronomen informieren sich über Allergien und Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten

Pressemeldung vom 29. Oktober 2012, 16:13 Uhr

Laktose-Intoleranz, Zöliakie und Co.: Allergiker willkommen! Neue Zielgruppen
gewinnen durch allergenfreie Speisen

Marburg-Biedenkopf -Gastronomen und Hoteliers aus dem Landkreis trafen sich
Ende Oktober im Kur- und Bürgerhaus in Bad Endbach zum Abschluss der
Veranstaltungsreihe „Barrierefreiheit für unsere Gäste!“. Die Veranstaltung
wurde im Rahmen des Gastronomen-Netzwerkes der Qualifizierungsoffensive des
Landkreises Marburg-Biedenkopf angeboten. Allergien und
Nahrungsmittelunverträglichkeiten standen im Mittelpunkt der Veranstaltung.

Die Referentin Sigrid Siebert ist Diätassistentin und Ernährungstherapeutin
und führt seit vielen Jahren Seminare zum Thema Allergien und
Unverträglichkeiten durch. In ihrem Vortrag zeigte sie Gründe für Allergien
und Unverträglichkeiten auf und gab Empfehlungen und praktische Tipps, wie
Hoteliers und Gastwirte auf die betroffenen Gäste eingehen können. Siebert
gab als generelle Handlungsempfehlung aus, dass Gastronomen sich im Vorfeld
überlegen sollten, welche Zielgruppe sie ansprechen möchten und was sie
tatsächlich in der Küche leisten können. Sie charakterisierte die Zielgruppe
der Personen mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder Allergien aus eigener
Erfahrung als sehr dankbar und treu, wenn sie einmal gute Erfahrungen gemacht
habe.

Siebert betonte: „Allergiker reagieren unabhängig von der Dosis immer auf den
Stoff, der nicht vertragen wird. Bei einer Unverträglichkeit aufgrund eines
Enzymproblems ist jedoch die Menge des aufgenommen Stoffes entscheidend für
das Ausmaß der Symptome.“ Bei einer Laktose-Intoleranz, die bei Erwachsenen
relativ häufig auftritt, wird beispielsweise der Milchzucker nicht vertragen.
Bei Betroffenen ist die Fähigkeit zum Abbau des Milchzuckers eingeschränkt,
da das zuständige Enzym (Laktase) fehlt. „Betroffene sollten den Milchzucker
meiden oder alternativ gleichzeitig mit dem Essen Laktase zu sich nehmen“,
empfahl Siebert. Hartkäseprodukte, Sahne und Butter würden jedoch recht gut
vertragen. Auch Sauermilchprodukte wie Buttermilch, Joghurt oder Kefir seien
für diese Zielgruppe in der Regel gut verträglich. Bei der
Fructose-Intoleranz ist dagegen der Abbau von Fruchtzucker behindert, der im
Haushaltszucker sowie in vielen Fertigprodukten enthalten ist. Der
Fruktose-Gehalt im Obst variiert je nach Sorte stark.

Als nächstes behandelte die Referentin die Zielgruppe der Personen mit einer
Hühnerei-Eiweiß-Intoleranz, die Eier in ihrer Nahrung ersetzen müssen. Sie
demonstrierte passende Ersatzprodukte und gab Tipps für die Küche.

Abschließend wendete sie sich der Autoimmunerkrankung Zöliakie zu, bei der
das Gluten nicht vertragen wird. Die Betroffenen sind zum Teil auf
Spezialprodukte angewiesen, da sie alle Getreidesorten mit hohem Glutengehalt
strikt vermeiden müssen (zum Beispiel Weizen, Gerste, Roggen oder Dinkel).
Gluten kommt in der Nahrungsmittelproduktion außerdem häufig als Emulgator,
Aromaträger und Stabilisator vor und ist daher nicht immer leicht zu
erkennen. Die Referentin, was beim glutenfreien Backen für ein gutes Gelingen
zu beachten ist und vermittelte sehr lebendig Kleinigkeiten, die den
Zöliakie-Betroffenen wichtig sind.

Im Rahmen der Veranstaltung konnten die Teilnehmer viele verschiedene
Spezialprodukte kennenlernen, die die Referentin zur Anschauung mitgebracht
hatte. Außerdem haben Spezialanbieter Produkte zur Verkostung sowie
Informationsmaterial zur Verfügung gestellt.

Das Projekt „Qualifizierungsoffensive“ des Hessischen Wirtschaftsministeriums
wird im Landkreis Marburg-Biedenkopf seit 1999 innerhalb der Stabsstelle
Wirtschaftsförderung umgesetzt und aus Mitteln des Landes Hessen und des
Europäischen Sozialfonds gefördert. Mit den Aktivitäten sollen in erster
Linie kleine und mittlere Unternehmen für den Nutzen und die Möglichkeiten
der beruflichen Weiterbildung sensibilisiert sowie dort beschäftigten
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern eine fundierte Unterstützung bei Fragen
zum Thema Weiterbildung geboten werden.

Quelle: Landkreis Marburg-Biedenkopf

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