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Marburg-Biedenkopf: Inszenierte Gerichtsverhandlung und Ausstellungseröffnung im Rahmen des Grimm-Jahres im Landratsamt fand sehr großes Interesse

Pressemeldung vom 11. Oktober 2012, 11:11 Uhr

Hans Gottlob Rühle als „Hoher Richter“ musste über Märchen und Plagiate
entscheiden

Marburg-Biedenkopf – Die Ausstellung mit dem Titel „GRIMMINALFALL Hänsel &
Gretel, Hommage an William Wechsler“ der Künstlergruppe „DAS DRITTE AUGE“ zum
Jubiläumsjahr „200 Jahre Kinder- und Hausmärchen der Gebrüder Grimm“ fand
sehr großes Interesse. Der große Tagungsraum im Landratsamt, in dem auch die
Kreistagssitzungen stattfinden, war bis auf den letzten Platz belegt. Rund
200 Besucher wollten sehen, was es mit dieser Veranstaltung auf sich hatte.

In dem Stück von Kerstin Weiß, die sich auch als „Staatsanwältin“ einbrachte,
ging es um zwei Anklagepunkte: Sowohl die Figuren des Märchens „Hänsel und
Gretel“ (Diebstahl, Mundraub, Vortäuschen falscher Tatsachen etc.), als auch
die Künstlerinnen und Künstler des „DRITTEN AUGES“ wurden wegen verschiedener
Vergehen „angeklagt“. In der amüsanten und interessanten
„Gerichtsverhandlung“ gefiel dem Publikum besonders Hans Gottlob Rühle, der
mit seinen Kommentaren beeindruckte. In weiteren Rollen neben Kerstin Weiß,
die überzeugend eine Staatsanwältin spielte, taten sich Bernd Wadenpfuhl als
Verteidiger und Philipp Layer als Gerichtsdiener hervor. Während das Gericht
sich zwischenzeitlich beriet, sangen Jana Degenbrodt und Sora Korkmaz den
„Abendsegen“ aus der Oper Hänsel und Gretel.

Im zweiten Teil der Verhandlung ging es vereinfacht ausgedrückt darum, ob die
Künstlergruppe „Das Dritte Auge“ ihre Exponate im Landratsamt ausstellen darf
oder nicht. Sie wurden beschuldigt, Plagiate geschaffen zu haben. Schließlich
stellte sich aber heraus, dass es keine Plagiate eines amerikanischen
Künstlers sein konnten, da dieser nur eine fiktive Person in einem Roman
spielt und gar nicht existiert. Unter großem Beifall wurden sowohl Hänsel und
Gretel als auch die Künstler freigesprochen und die Ausstellung konnte durch
den Ersten Kreisbeigeordneten Dr. Karsten McGovern eröffnet werden.

Dr. McGovern erläuterte, dass dies die erste Gerichtsverhandlung im
Landratsamt war und erstmals gerichtlich darüber entschieden werden musste,
ob nun eine Ausstellung in diesem Haus gezeigt werden dürfe oder nicht. Das
sei sonst Sache des Kreisausschusses. Er verwies darauf, dass die
Veranstaltung mit dem Titel „GRIMMINALFALL Hänsel & Gretel, Hommage an
William Wechsler“ als Beitrag der Künstlergruppe „DAS DRITTE AUGE“ zum
Jubiläumsjahr „200 Jahre Kinder- und Hausmärchen der Gebrüder Grimm“ sei. Er
bedankte sich bei den Künstlern und Schauspielern für die interessante
Veranstaltung und den beiden Sängerinnen für den gesungenen „Abendsegen“.

Die Ausstellung mit Werken von Bernd Brust aus Marburg (Malerei, Objekte),
Ursula Frohwein-Charissé aus Marburg (Malerei, Tiefdruck), Hilde Genz aus
Biedenkopf (Keramische Plastiken), Miltraud Menzel-Kräling aus Beltershausen
(Skulptur, Druckgrafik, Materialbilder), Michael Niemeyer-Milde aus der
Gemeinde Lahntal (Skulptur, Installationen), Gisela Weiß aus Marburg und
Amönau (Malerei, Radierung, Objekte) sowie Elke Willmund aus Wohratal
(Plastiken, Objekte) kann noch bis zum 1. November 2012 während der üblichen
Öffnungszeiten der Kreisverwaltung (Montag bis Donnerstag 7:00 bis 16:00 Uhr
und Freitag 7:00 bis 14:00 Uhr) besichtigt werden.

Quelle: Landkreis Marburg-Biedenkopf / Presse- und Kulturarbeit

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