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Marburg-Biedenkopf: Kontrolle der Notarzt-Protokolle durch den Landkreis abgeschlossen

Pressemeldung vom 5. Oktober 2012, 09:09 Uhr

Kreis hat rund 80 Notarzt-Einsätze überprüft – Behandlung in den meisten
Fällen nach den Regeln der Notfallmedizin, offene Fragen in Einzelfällen

Marburg-Biedenkopf – Im Fall des mutmaßlich falschen Arztes, der im Landkreis
Marburg-Biedenkopf auch als Notarzt eingesetzt wurde, ist die Überprüfung der
Notarzt-Einsatzprotokolle durch den Ärztlichen Leiter des Rettungsdienstes
des Landkreises Marburg-Biedenkopf abgeschlossen. „Wir haben knapp 80
Protokolle aus den Jahren 2003 und 2004 kontrolliert. In den meisten Fällen
wurden die Patienten nach den Regeln der Notfallmedizin behandelt. In
Einzelfällen sind dabei jedoch Fragen aufgekommen, die jetzt einer weiteren
Klärung bedürfen“, erläuterte der Ärztliche Leiter Dr. Erich
Wranze-Bielefeld. „Wir sind sehr froh, dass nach bisherigem Erkenntnisstand
kein Patient zu Schaden gekommen ist“, betonte Landrat Robert Fischbach.

Detailliertere Angaben zu den Fällen machte der Kreis aus Gründen des
Datenschutzes und mit Hinweis auf mögliche weitere Ermittlungen der
Staatsanwaltschaft nicht.

„Wir haben die entsprechenden handschriftlichen Protokolle aus dieser Zeit
sehr intensiv und kritisch überprüft. Die Ergebnisse sind also nach reiner
Aktenlage zustande gekommen. Zur Klärung noch offener Fragen sind in sechs
Einzelfällen jetzt weitere Prüfungen, Nachforschungen und Gespräche
erforderlich“, erklärte Dr. Wranze-Bielefeld. Der Landkreis als Träger des
Rettungsdienstes werde die fraglichen Fälle nun dem Universitätsklinikum
übermitteln und in Zusammenarbeit mit dem Klinikum prüfen, ob durch die
Behandlung des mutmaßlich falschen Arztes außerhalb des Krankenhauses
tatsächlich Patienten geschädigt worden sind.

„Wir können mit den vorliegenden Protokollen nur den kurzen Zeitraum
beurteilen, in dem der Rettungsdienst Kontakt zu Patienten hatte. Wie sich
der Zustand der Patienten nach deren Übergabe an das Klinikum weiter
entwickelt hat und ob durch die vorherige Behandlung im Rettungswagen Schäden
entstanden sind, können wir anhand dieser Protokolle nicht erkennen. Deshalb
leiten wir die entsprechenden Fälle an das Klinikum, damit der weitere
Verlauf mit Hilfe der im Krankenhaus vorhandenen Unterlagen beurteilt werden
kann“, erklärte der Mediziner.

Gleichzeitig sicherte der Landrat auch weiterhin ein transparentes Verfahren
und enge Zusammenarbeit mit anderen betroffenen Institutionen und
insbesondere auch mit den Ermittlungs- und Strafverfolgungsbehörden zu. „Es
geht jetzt darum, diesen Vorfall umfassend aufzuklären“, so Landrat
Fischbach. Er ist sich gemeinsam mit dem Ärztlichen Leiter des
Rettungsdienstes darüber einig, dass sehr hohe Qualitätsstandards und
vereinheitlichte Abläufe im Rettungsdienst in Kombination mit den nun
vorhandenen organisatorischen Strukturen des Zentrums für Notfallmedizin am
Universitätsklinikum und einer hochqualifizierten Ausbildung des
Rettungsdienstpersonals derartige Vorfälle heute nach menschlichem Ermessen
ausschließen.

Der mutmaßlich falsche Arzt, gegen sich die erhobenen Vorwürfe richten, war
2003 und 2004 vom Marburger Universitätsklinikum zum Notarztdienst eingeteilt
worden, obwohl offenbar die Voraussetzungen dafür nicht vorgelegen hatten.

Quelle: Landkreis Marburg-Biedenkopf

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