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Marburg-Biedenkopf: Lebensretter Euronotruf „112“ wird 25 Jahre alt

Pressemeldung vom 1. August 2016, 13:33 Uhr

Der Notruf 112 rettet Leben im Landkreis und europaweit

Am 29. Juli 1991 haben die damals zwölf EU-Staaten entschieden, als gemeinsame europäische Notrufnummer die „112“ einzuführen. Deutschland wurde bei dieser Entscheidung durch den damaligen Außenminister Hans-Dietrich Genscher vertreten. Die Auswahl der 112 als Notrufnummer geht zurück auf eine Empfehlung der Europäischen Konferenz der Verwaltungen für Post- und Fernmeldewesen (CEPT) von 1976. In Deutschland wurde die 112 bereits 1954 als Feuerwehrnotruf in den ersten Großstädten eingeführt. Ende Juli 2016 wird dieser Lebensretter also bereits 25 Jahre alt.

Der Notruf 112 kann vorwahlfrei gewählt werden und ist sogar in allen Staaten der EU kostenlos. Er verbindet Hilfesuchende automatisch mit der örtlichen 112-Notrufzentrale, über die sie die Feuerwehr oder medizinische oder polizeiliche Hilfe erhalten. Wer die 112 Notrufzentralen betreut, ist in den einzelnen Ländern unterschiedlich geregelt. Dies können die Rettungsdienste, Feuerwehren oder auch die Polizei sein. Im Landkreis Marburg-Biedenkopf landen die Notrufe direkt bei der Zentralen Leitstelle im Landratsamt in Marburg.

Interessanterweise ist die europaweite Gültigkeit des Notrufs 112 nicht so bekannt. Nach einer Studie der EU weiß nur jede fünfte Person in Deutschland, dass die 112 auch im Ausland funktioniert. Der europaweite Notruf gilt in allen EU-Staaten, der Schweiz, Island und Norwegen sowie in weiteren EU-Nachbarstaaten wie Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Mazedonien, Montenegro, der Republik Moldau, Russland, Serbien, Türkei und der Ukraine. Da er in vielen weiteren Staaten der Welt gewählt werden kann, sollte man sich vor Reisantritt darüber informieren.

Der europaweite Notruf 112 ist damit auch in Europa ein Symbol für Hilfe. Er ist ein bürgernahes und lebensrettendes EU-Produkt mit einem echten europäischen Mehrwert. Wenn es den Euronotruf nicht gäbe, so müssten die Bürgerinnen und Bürger über 40 Notrufnummern bei einer Reise durch alle EU-Staaten kennen.

Ein Geburtstagsgeschenk hat der Euronotruf schon im Jahr 2009 erhalten: Einen eigenen Aktionstag im Kalender. Der „Tag des europaweiten Notrufs 112“ wird jährlich am 11.2. begangen, denn da steckt die 112 schon im Datum.

Auf den Landkreis bezogen lassen sich beeindruckende Zahlen festmachen:

„Die Leitstelle ist rund um die Uhr besetzt. Jährlich werden von hier 45.000 Rettungsdiensteinsätze und rund 3.000 Feuerwehreinsätze disponiert. Die Mitarbeiter geben rund 200 Mal im Jahr Anleitungen bei Telefon-Reanimationen und Tipps bei Brandereignissen, vor allem zum richtigen Verhalten“, verdeutlichte Kreisbrandinspektor Lars Schäfer.

Maik Klein, Leider der Zentralen Leitstelle beim Kreis machte deutlich, dass „…wir durch die strukturierte Notrufabfrage – die maßgeblich mit unserer Zentralen Leitstelle mitentwickelt wurde – noch schneller helfen können. Wir arbeiten nach dem Grundsatz ‚Wir fragen und Sie antworten‘. Dieses System wird sukzessive von immer mehr Leitstellen umgesetzt und nicht nur in Hessen“, so Klein.

Die Leitstellendisponenten haben in der Regel gerade mal 60 Sekunden Zeit, um eine Alarmierungsentscheidung zu treffen.

Zusätzlich werden auch besondere Warnmedien, wie etwa KATWARN, oder auch zusätzliche Alarmierungen per SMS-Alarmierung umgesetzt. Auch die Alarmierung der sogenannten Voraushelfer erfolgt durch die Zentrale Leitstelle, ebenso wie die des Kriseninterventionsdienstes bei „Notlagen der Seele“.

Das schönste Gefühl für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist es, so Schäfer und Klein, wenn Telefon-Reanimationen zum gewünschten Erfolg führen und der Patient wieder atmet, bevor der Rettungsdienst eintrifft, der normalerweise maximal zehn Minuten bis zum Eintreffen benötigt. Die „112“ kann Leben retten!

Quelle: Landkreis Marburg-Biedenkopf / Presse- und Kulturarbeit

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