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Marburg-Biedenkopf: Marburger Bündnis gegen Depression e.V. und Landkreis Marburg Biedenkopf richten Bürgerarbeitsplatz ein

Pressemeldung vom 10. Juni 2011, 15:00 Uhr

Die allgemeine Antragsfrist für Bürgerarbeitsplätze läuft am 31.10.2011 ab

Marburg-Biedenkopf – „In gemeinsamer Kooperation zwischen dem Marburger
Bündnis gegen Depression e.V., dem Landkreis Marburg-Biedenkopf und dem
Bundesverwaltungsamt in Köln konnte ein Bürgerarbeitsplatz eingerichtet
werden. Das Marburger Bündnis gegen Depression und der im Landkreis
zuständige Fachbereich KreisJobCenter haben dabei gemeinsam eine
Stellenbeschreibung entwickelt und eine passende Person zur Umsetzung des
Bürgerarbeitsplatzes gefunden“, erläuterte Erster Kreisbeigeordneter Dr.
Karsten McGovern. Das Bundesverwaltungsamt habe den Prozess produktiv
begleitet und eine Bewilligung bis 2014 für den vom Verein beantragten
Bürgerarbeitsplatz ausgesprochen.

Der Bürgerarbeitnehmer soll im Rahmen seiner Tätigkeit die Arbeit des Vereins
zusätzlich unterstützen, sodass durch öffentlichkeitswirksame Informationen
und Veranstaltungen auf psychische Erkrankungen aufmerksam gemacht werden
kann. Weiterhin soll über den Bürgerarbeitsplatz die Kooperation und
Vernetzung der vor Ort tätigen Einrichtungen wie Kliniken,
Beratungseinrichtungen und Wohlfahrtsverbände vertieft werden.

„Ich bin froh, wieder eine sinnvolle Beschäftigung gefunden zu haben“, so
Herr Tischler, der den Bürgerarbeitsplatz zum 1. Juni 2011 angetreten hat.
Prof. Dr. Tilo Kircher, Erster Vorsitzender des Vereins, bedankte sich für
die gute Zusammenarbeit mit dem Landkreis: „Ich bin extrem froh und dankbar,
dass wir diesen Arbeitsplatz bekommen haben.“ Er freute sich über die
kompetente Besetzung und dass durch die Unterstützung von Herrn Tischler
verschiedene für den Vereine wichtige Dinge angegangen werden können. Neben
der verstärkten Öffentlichkeitsarbeit zum Themenfeld Depression soll auch die
Kooperation der vor Ort mit dem Thema betrauten Einrichtungen wie Kliniken,
Beratungseinrichtungen, Wohlfahrtsverbände etc. intensiviert werden.

„Es ist gut, dass wir über das Modellprojekt Bürgerarbeit Initiativen mit
innovativem Charakter unterstützen können“, so Dr. McGovern. Gefördert werden
hierbei sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse (ohne
Versicherungspflicht in der Arbeitslosenversicherung) für zusätzliche und im
öffentlichen Interesse liegende Arbeiten. Insgesamt gab es zum Stichtag
24.05.2011 606 Aktivierungen im Landkreis. 37 Bürgerarbeitsplätze konnten
bislang bewilligt werden und zum 1.6.2011 waren 14 Plätze besetzt. Weitere
werden folgen. Dr. McGovern bedankte sich auch beim Bundesverwaltungsamt, mit
dem es eine gute Kooperation in der Abstimmung von möglichen
Bürgerarbeitsinhalten gebe.

Allgemein ist festzuhalten, dass die Bürgerarbeit aus zwei Phasen besteht,
der Aktivierungs- und der Beschäftigungsphase. In der Aktivierungsphase
(Mindestdauer: sechs Monate) geht es um die Beratung bzw. Standortbestimmung,
Vermittlungsaktivitäten sowie Qualifizierung und Förderung, sozusagen
vorbereitende Maßnahmen. Die eigentliche Bürgerarbeit folgt dann in der
Beschäftigungsphase am Beschäftigsungsort. Dazu gehört auch ein die
Beschäftigung begleitendes „Coaching“.

„Die Förderung erfolgt als nicht rückzahlbarer Zuschuss in Höhe eines
Festbetrages von 1.080 Euro monatlich zum Arbeitsentgelt und zum
Sozialversicherungsaufwand bei 30 Wochenstunden oder alternativ: 720 Euro bei
20 Wochenstunden. Die Förderung kann maximal für einen Zeitraum von 36
Monaten erfolgen“, erklärte Christoph Rathert, der beim KreisJobCenter für
die Bürgerarbeit zuständig ist. Für das begleitende „Coaching“ in der
Beschäftigungsphase würden keine zusätzlichen finanziellen Mittel durch den
Bund zur Verfügung gestellt. Anträge auf Bürgerarbeit müssen beim
Bundesverwaltungsamt in Köln gestellt werden und sind vorher mit dem
KreisJobCenter abzustimmen. Die Antragsfrist läuft am 31.10.2011 ab.

Als Bereiche kommen etwa Museen oder Bibliotheken für die Erweiterung von
Öffnungszeiten in Frage, aber auch Beschäftigungen in Kleiderkammern für
Bedürftige, Digitalisierung von Altbeständen in Archiven, Erstellung und
Anbringung von Informationstafeln und Schildern auf Rad- und Wanderwegen;
Aufstellen von Bänken und Hinweisschildern oder beispielsweise Wegbegleitung
von sozial bedürftigen Personen zu Behörden, Ärzten und weiterführenden
Hilfeangeboten.

Das Modellprojekt Bürgerarbeit wird mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds
und des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales finanziert. Weitere
Informationen befinden sich im Internet unter www. buergerarbeit.bund.de.

Quelle: Landkreis Marburg-Biedenkopf / Presse- und Kulturarbeit

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