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Marburg-Biedenkopf: Theateraufführungen sollen wieder ein Höhepunkte der Herbstabende im Schloss Biedenkopf werden

Pressemeldung vom 29. Oktober 2012, 12:32 Uhr

Gisela-Maria Beck-Ensemble bringt „Erste Jugend“ von Christian Giudicelli auf
die Bühne

Marburg-Biedenkopf – Einen Höhepunkt der Herbstabende im Hinterlandmuseum
Schloss Biedenkopf sollen auch in diesem Jahr wieder die beiden
Theateraufführungen des Gisela-Maria Beck-Ensembles, der Theatergruppe der
Volkshochschule (vhs) des Landkreises Marburg-Biedenkopf bilden. Sie spielt
in der Inszenierung von Gisela Maria Beck das Stück „Erste Jugend“ von
Christian Giudicelli. Aufführungstermine sind Samstag, 3. November, und
Sonntag, 4. November, jeweils um 19:00 Uhr.

Das Stück „Erste Jugend“ setzt sich mit Gedanken auseinander, die der
französische Schriftsteller Albert Camus (1913 bis 1960) in seinem Gedicht
„Jung sein!“ behandelt hat. „Erste Jugend“ stammt aus der Feder des
französischen Autors Christian Giudicelli, der 1942 geboren wurde und in
Paris lebt.

Wer jetzt ein Stück für alte Menschen erwartet, täuscht sich. Wer eine
philosophische Abhandlung erwartet, täuscht sich ebenfalls. Dieses Stück ist
gerade für jungen Menschen gemacht, die sich wundern werden, was in zwei
„alten Schachteln“ steckt und alle werden herzlich lachen. Dafür sorgen schon
die beiden Schauspielerinnen Eleonore Plütschow und Helga Böhm, die mit dem
komischen Text meisterlich umgehen.

Simone (Eleonore Plütschow), die Witwe eines fliegenden Händlers für
Damenunterwäsche, trifft zufällig auf einem Schulfest Rene. Rene (Helga Böhm)
ist das, was man eine alte Jungfer nennt, sie war an der Schule Lehrerin und
besucht immer dieses Schulfest. Sie ist an ihrer Intellektualität gealtert.
Das wirkliche Leben hat sie nie erfahren dürfen. Ihr Denken und Handeln ist
dem „Höheren“ geweiht.

Simone dagegen hat täglich im Leben gebadet, nimmt kein Blatt vor den Mund.
Ihr Wortschatz ist gefüllt mit kräftigen Ausdrücken, die Rene noch nie gehört
hat. Ihr Mann, der auf den Märkten volksnah seine Ware verkaufte, war ein
guter Lehrmeister. Sowohl Rene als auch Simone sind mit dem Leben, das sie
führen müssen, unzufrieden. Beide beschließen, ihr Alter zu vergessen. Sie
verabreden sich, auszubrechen. Sie wollen ein freies Leben führen und sind
bereit, dafür einiges zu riskieren.

Bei ihrer Reise in die Freiheit, in die Jugend, erleben sie manches
Abenteuer. Es ist dabei unglaublich, auf welche Lösungen sie kommen, wenn
wieder ein, im ersten Moment, unlösbares Problem, den Weg versperrt.

Die Inszenierung von Gisela Maria Beck zeigt dem Publikum pralles, subtiles
Theater. Das Stück ist vergnügt und vergnüglich, bis zum letzten Augenblick.
Das Theaterstück ist am Samstag, 3. November, und am Sonntag, 4. November,
jeweils ab 19:00 Uhr im Schloss Biedenkopf zu sehen. Der Eintritt kostet zehn
Euro. Kartenreservierungen und Informationen unter der Telefonnummer 06461
924651 oder per E-Mail: hinterlandmuseum@t-online .de.

Aus technischen Gründen muss die für die ursprünglich für die Herbstabende
vorgesehene Aufführung von „Ball der Diebe“ entfallen.

Quelle: Landkreis Marburg-Biedenkopf

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