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Marburg: Bund will ehrenamtlichen Rettern offenbar den kostenlosen Impfschutz verweigern

Pressemeldung vom 17. August 2009, 15:35 Uhr

Im Verordnungsentwurf des Gesundheitsministeriums tauchen die Ehrenamtlichen nicht auf / Landrat: „Das ist ein Schlag ins Gesicht der Menschen, die sich ehrenamtlich einsetzen!“

Marburg. Als „Schlag ins Gesicht“ der ehrenamtlichen Einsatzkräfte der Katastrophenschutzorganisationen haben Landrat Robert Fischbach und Kreisbrandinspektor Lars Schäfer als Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes Marburg-Biedenkopf den jüngsten Entwurf der Impfverordnung der Bundesregierung bezeichnet. Ärzte, Pflegepersonal und Einsatzkräfte sollen demnach auf Kosten der Krankenkassen zuerst gegen die neue Grippe geimpft werden – den ehrenamtlichen Rettern soll dieser kostenlose Impfschutz aber offenbar verweigert werden.

Die Entwurfsfassung des Bundesgesundheitsministeriums, die am kommenden Mittwoch, 19. August 2009, von der Bundesregierung beschlossen werden soll, sieht vor, dass nur Beschäftigte der Vollzugspolizeien und der Berufsfeuerwehren den Impfschutz auf Kosten der Krankenkassen bekommen sollen. „Offenbar soll den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern der Freiwilligen Feuerwehren und der anderen Katastrophenschutzorganisationen dies verweigert werden. Das ist ungeheuerlich“, erklärte Lars Schäfer am Montag in Marburg.

„Die Ehrenamtlichen sind die tragende Säule im Katastrophenschutz – und somit auch im Pandemiefall. Wenn der Entwurf so beschlossen wird, hat dies zudem eine sehr negative Signalwirkung auf das Ehrenamt“, sagte Landrat Robert Fischbach, der als Brand- und Katastrophenschutzdezernent auch darauf hinwies, dass zum Beispiel die Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis mit in die Pandemieplanung eingebunden sind. Auch den ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Sanitätsorganisationen komme im Pandemiefall eine Schlüsselposition zu. „Es ist völlig unverständlich, warum trotz entsprechender Stellungnahmen der kommunalen Spitzenverbände und der Forderung nach einer rechtssicheren Formulierung für die ehrenamtlichen Retter genau die jetzt nicht von der Verordnung erfasst werden“, so der Landrat. Er appellierte an die Entscheidungsträger in Berlin und an die Verantwortlichen rund um Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt jetzt schnellstens die Notbremse zu ziehen und den Entwurf vernünftig nachzubessern.

Der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes, Lars Schäfer, befürchtet, dass durch diese Impfregelung unterschiedliche Schutzzonen geschaffen werden und eine funktionierende Gefahrenabwehr nur in Großstädten mit Berufsfeuerwehren möglich ist. „Auf dem Land wird der Brand- und Katastrophenschutz aber nun mal ehrenamtlich geleistet. Im Pandemiefall könnte das bedeuten, dass die Einsatzbereitschaft nicht mehr gesichert ist – mit unabsehbaren Folgen“, so Schäfer. Er hält es für unverantwortlich, ehrenamtliche Einsatzkräfte im Pandemiefall ohne Impfschutz zur Gefahrenabwehr einzusetzen.

Quelle: Stadt Marburg – Pressestelle

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