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Marburg: Landkreis setzt Projekt „Wahre Cunst“ an heimischen Schulen fort

Pressemeldung vom 12. August 2009, 15:49 Uhr

Jugendkonflikthilfe Marburg e.V. als Projektpartner an der Stadtallendorfer Georg-Büchner-Schule mit dabei

Marburg. Aus dem Problem eine Chance machen – das ist der Gedanke, der hinter dem Projekt „WC – Wahre Cunst“ des Landkreises Marburg-Biedenkopf als Schulträger steht. Mit dem Projekt hat der Kreis eine kreative Lösung des Problems stark sanierungsbedürftiger Schultoiletten gefunden. Mittlerweile läuft die „zweite Auflage“ des Projekts – unter leicht verändert Vorzeichen. „Wir haben dabei die Jugendkonflikthilfe Marburg e.V. als Projektpartner mit ins Boot geholt“, erläuterte der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Karsten McGovern bei der Vorstellung der Ergebnisse am Mittwoch an der Georg-Büchner-Schule in Stadtallendorf.

Waren es im ersten Teil des Projekts noch die Schüler selbst, die nicht nur Motive entwarfen sondern auch bei der Umsetzung selbst mit Hand anlegten, so erfolgte die handwerklich Umsetzung dieses mal in Zusammenarbeit mit der JUKO, die das Projekt als Qualifizierungsangebot für acht Jugendliche nutzte.

„Wir haben Fragebögen entwickelt und nach Vorstellungen und Wünschen der Schülerinnen und Schüler gefragt“, erläuterte Maria Flohrschütz von der Geschäftsführung der JUKO. Dabei konnten die Schülerinnen und Schüler ihrer Phantasie freien Lauf lassen und Entwürfe zeichnen. „Die meisten Vorschläge konnten auch übernommen werden“, so Maria Flohrschütz weiter.

„Die Toiletten an der Georg-Büchner-Schule waren noch funktionsfähig, nur Optik ließ zu Wünschen übrig“, so Dr. McGovern. Eine Komplettsanierung war also nicht erforderlich – und doch sollte etwas getan werden. „Die Toiletten sind an vielen Schulen ein Dauerthema. Im Vordergrund stehen dabei nicht nur Abnutzungserscheinungen. Häufig sind es auch kleine Unachtsamkeiten und in Einzelfällen auch mutwillige Beschädigungen, die Toilettenanlagen im Gebrauch einschränken“, erläuterte der Erste Kreisbeigeordnete.

Das Kunstprojekt „WC“ zielt darauf ab, durch Einbeziehung der Schülerinnen und Schüler einen besseren Umgang mit den Einrichtungen zu erreichen. „Uns ist klar, dass mit dem Kunstprojekt das Thema Toilettensanierungen nicht behoben werden kann. Der Landkreis als Schulträger wird nach und nach die notwendigen Sanierungsarbeiten in Angriff nehmen“, erklärte Schuldezernent Dr. McGovern weiter. Da die Sanierung nur schrittweise erfolgen könne, wolle der Kreis mit dem Kunstprojekt zur kreativen und schnellen Selbsthilfe beitragen, so Dr. McGovern.

Der Landkreis verbucht die Aktion als Erfolg: Nicht nur, dass die Schulklos jetzt viel ansehnlicher sind. Die Schulen, an denen das Projekt bereits erfolgreich über die Bühne gegangen ist, haben auch festgestellt, dass die von Schülern verschönerten Toiletten weniger verschmutzt sind und dass deutlich pfleglicher mit ihnen umgegangen wird. „Die Schüler haben hier selbst etwas geschaffen und Verantwortung übernommen. Jetzt achten sie darauf, dass ihr ,Werk‘ in Schuss bleibt“, lobte der Erste Kreisbeigeordnete

Auch der stellvertretende Schulleiter Urban Sersch lobte die Aktion: „Das ist ein sehr gutes Projekt. Schön ist es auch, dass viele Motive von den Schülern selbst kommen.“

Die JUKO Marburg e.V. hat mit ihrer Abteilung Jugendkompetenznetzwerk vier Toilettenanlagen in der Georg-Büchner-Schule renoviert und neu gestaltet. Das JUKO-Conciergeprojekt hat in den vergangenen Monaten mit acht Teilnehmern im Rahmen von Arbeitsgelegenheiten unter fachkundiger Anleitung eine Grundsanierung der Toilettenanlage an der Georg-Büchner-Schule ausgeführt.

„Für die Teilnehmer des Conciergeprojektes stehen die Vermittlung von berufsbezogenen Qualifizierungsmodulen und die Vermittlung von fachübergreifenden Schlüsselqualifikationen im Vordergrund. Aus Sicht der JUKO kann sich das Ergebnis sehen lassen“, betonte Maria Flohrschütz.

Die Jungentoilette wurde mit einer Meerwasserlandschaft gestaltet Die Toilettentüren zeigen die Embleme von Bundesligamannschaften. Die Mädchentoilette zeigt die zwei Hauptdarsteller aus der Kultserie „Spannkopf-Schwammkopf“.

Besonders erfreut ist JUKO-Geschäftsführerin über die win-win Situation für die beteiligten Kooperationspartner. So kann die Schule pünktlich zum Beginn des neuen Schuljahres und vorher bereits beim Landeskindertrachtenfest mit renovierten und schön gestalteten Toilettenanlagen aufwarten.

Aus Sicht der JUKO haben die Teilnehmer des Conciergeprojektes wertvolle und vielfältige Arbeitserfahrungen gemacht. In der Ausführung von Anstrichen im Innenbereich unter Berücksichtigung von Gestaltungsprinzipien wurden grundlegende Kenntnisse aus dem Qualifizierungsbaustein Anstrich- und Klebearbeiten des Ausbildungsberufes Maler/Lackierer vermittelt. Zudem konnten grundlegende Arbeitstechniken des Reinigens, Schleifens und Spachtelns von Fenstern und Türen erlernt werden.

Besonders hervorzuheben ist es, dass gerade im Projekt „Wahre Cunst“ ein hohes Maß an fachübergreifenden Schlüsselqualifikationen wie Kommunikationsfähigkeiten, Durchhaltevermögen, Verantwortungsübernahme und Planungsfähigkeit erworben wurden. Laut Maria Flohrschütz ist dieses ein erfreuliches Ergebnis. Denn die Erfahrungen belegen, dass junge Menschen ihre Chancen auf eine dauerhafte Integration in den Arbeitsmarkt erhöhen, wenn persönlichkeitsbezogene Fähigkeiten und Kompetenzen ausgeprägt sind. Dr. Karsten McGovern und Maria Flohrschütz sind sich einig, dass das Projekt „Wahre Cunst“ auch einen wertvollen Beitrag zur beruflichen Qualifizierung junger Menschen geleistet hat.

Quelle: Stadt Marburg – Pressestelle

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