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Nidda: Offizielle Eröffnung der Ausbauabschnitte am oberen Nidda-Radweg (Ranstadt, Nidda, Schotten) Stärkere Vermarktung kann beginnen

Pressemeldung vom 5. August 2009, 13:17 Uhr

Nidda. Viele Radler kennen und nutzen bereits die neuen Ausbauabschnitte des Nidda-
Radwegs im Bereich Ranstadt, Nidda und Schotten. Ganze 4,6 km sind in den vergangenen
12 Monaten mit einer Asphaltdecke versehen worden. Vorbei sind damit die Zeiten,
wo man auf grobem Schotter nur mühsam voran kam, Schlaglöchern ausweichen
musste oder über entstandene Querrippel wie über Wellblech holperte. Besonders die
Strecke zwischen Ranstadt und Nidda über den „Orbes“ wird vielfach gelobt, da dort
auch das problematische Steilstück an der Gemarkungsgrenze durch einen Neubau
beseitigt werden konnte. Jetzt windet sich der Weg dort sanft den Hang hinauf und ist
für jeden auch untrainierten Radfahrer und für Familien mit Kindern gut zu befahren.
Um diesen Neubau durchführen zu können, musste die Stadt Nidda die beiden
Grundstücke erwerben, über die nun der Radweg verläuft. Der Eingriff in die Natur wurde
durch Anpassung an das Gelände minimal gehalten. Radler haben oben angekommen
einen hervorragenden Blick auf die Randhöhen des Vogelsberges und in die Nidda-
Aue mit Ihren Feuchtwiesen, Kopfweiden und dem jenseits der Bahn angrenzenden
Schilfgebiet.
Hier, wo mit 3,6 km auch das längste Ausbaustück ist, findet nun die offizielle Eröffnung
statt, zu der die verschiedenen Beteiligten von den drei Kommunen und dem Zweckverband
Regionalpark Niddaradweg eingeladen wurden.
Symbolisch stehen die farbigen Bänder, die dabei durchschnitten werden, für die Naturräume
deren Grenzen der Fluss und der begleitende Radweg in seinem Verlauf überwindet.
So stehen die Farben Gelb und Grün für die „Kornkammer“ der Wetterau und
ihre Auengebiete während die Farben Rot und Dunkelgrün das Vulkangebiet Vogelsberg
und den Naturpark mit seinen Buchenwäldern vertreten sollen – eine Vielfalt, die
man am besten mit dem Rad „erfahren“ kann.
Man wundert sich vielleicht, dass erst jetzt die offizielle Eröffnung stattfindet. Der lange
Abschnitt über den Orbes war immerhin bereits zum Ende des letzten Jahres fertiggestellt
worden. Aber wie Bürgermeisterin Lucia Puttrich dazu bemerkte: „Wir wollten erst
alle Abschnitte fertig haben und sie dann zusammen eröffnen.“ Und es waren auch
noch Abschnitte zwischen Dauernheim und Ranstadt (600 m), bei Bad Salzhausen (400
m) und am Nidda-Stausee (Anschlüsse an den Seerundweg) auszubauen. „Es freut uns
natürlich, dass der Weg schon vor der Eröffnung so rege angenommen wird. Das ist ein
gutes Zeichen, für die Vermarktung, die nun erfolgen soll!“ sagte dazu Bürgermeisterin
Puttrich. Eine Ansicht, die auch Ihre Kollegen aus Ranstadt und Schotten, Bürgermeisterin
Susanne Schaab-Madeisky und Herr Bürgermeister Erhard Landmann nur bekräftigen
können, denn der Weg ist, was die Orte und die Landschaft angeht, außerordentlich
attraktiv – Natur und Kultur bieten zusammen viele reizvolle Aspekte.
Möglich wurde der Ausbau durch die erhebliche finanzielle Beteiligung des Landes am
Ausbau der Radfernwege. Der Nidda-Radweg ist über eine lange Strecke auch Teil des
hessischen Radfernweges (R4). Das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und
Landesentwicklung hatte deshalb das Ausbau-Projekt mit angeregt und im weiteren
unterstützt, woraufhin die Stadt Nidda Ende 2007 die Fördermittel für Ranstadt, Nidda
und Schotten beantragt hatte. Das Kompetenzcenter Verkehrsinfrastrukturförderung
des Amtes für Strassen und Verkehrswesen erteilte dann im vergangenen Jahr einen
Bescheid dazu. So konnten die Arbeiten Mitte 2008 vom Ingenieurbüro PIplus (Ober-
Mörlen) ausgeschrieben und an die Firma Caspar Bau GmbH (Lautertal) vergeben werden.
Die Federführung bei der Durchführung der Baumaßnahmen lag wiederum bei der
Stadt Nidda. Die reine Bausumme beträgt insgesamt rund 500.000,- €. Laut Bescheid
werden 75% aus dem sogenannten GVFG-Programm gedeckt und nochmal 5% der
Bausumme sollen aus sogenannten FAG-Mitteln hinzukommen. Den verbleibenden
Eigenanteil von ca. 20% sowie Teile des Grunderwerbs und die Planungskosten tragen
die Kommunen selbst und zwar in diesem Fall entsprechend den Kosten ihrer Ausbaustrecken.
Sie liegen zu knapp 2/3 bei der Stadt Nidda und zu etwa 1/3 bei der Gemeinde
Ranstadt, in Schotten handelte es sich nur um kleine Maßnahmen. Die Zusammenarbeit
zwischen den verschiedenen Beteiligten war im Übrigen hervorragend, so dass
sehr gute Lösungen für bestehende Probleme erreicht werden konnten. Ein Beispiel
sind die insgesamt drei errichteten Kfz-Sperren. Ziel war es, den landwirtschaftlichen
Nutzfahrzeugen die Durchfahrt zu ermöglichen, den privaten PKW-Verkehr jedoch zu
unterbinden. Denn die übliche illegale Nutzung von Feldwegen als Abkürzungen stellt
nicht nur eine Behinderung, sondern häufig auch eine massive Gefährdung anderer
Nutzer dar. Durch Fahrbahnmarkierung und Beschilderung wird jeweils deutlich auf die
KFZ-Sperren hingewiesen, um Unfälle zu vermeiden.
Den Ausbaukosten der Kommunen stehen in den nächsten Jahren auch Einsparungen
gegenüber, denn die vorher bestehenden Schotterwege hatten ständig hohe Unterhaltungskosten
verursacht. Und man verspricht sich natürlich eine Förderung des regionalen
Tourismus, zumal der Nidda-Radweg direkt in den Ballungsraum Rhein-Main führt.
Der Nidda-Radweg verläuft auf ca. 93 km vom Hohen Vogelsberg bis nach Frankfurt-Höchst.
Dabei folgt der Weg weitestgehend dem Lauf der Nidda, so dass es Richtung
Frankfurt fast immer bergab geht. Von Schotten bis Bad Vilbel-Gronau entspricht er
dem Radfernweg 4 (R4) des Landes Hessen und ist auch als „R4“ beschildert. In Kombination
mit dem öffentlichen Nahverkehr kann leicht eine Ein- oder Zweitagestour in die
eine oder andere Richtung unternommen werden. Dies war auch der Anlass, dass bereits
vor Jahren von Privatpersonen, Kommunen und dem Wetteraukreis damit begonnen
wurde, die touristische Entwicklung des Nidda-Radwegs voranzutreiben.
Das Projekt hatte dabei in den letzten Jahren viele Hürden zu nehmen, aber auch viele
Unterstützer gewonnen. So ist der Weg mittlerweile eine der Regionalparkrouten und
wird von der Regionalpark RheinMain Dachgesellschaft in der nächsten Zeit dementsprechend
mit einer durchgehenden Beschilderung ausgestattet. Ein eigener Zweckverband
für das Projekt hat sich 2007 gegründet. Diesem sind die Kommunen Ranstadt
und Nidda inzwischen beigetreten, was besonders den Karbener Bürgermeister Roland
Schulz als Verbandsvorsitzenden und seinen Mitarbeiter Ekkehart Böing als Geschäftsführer
freut. Auch Bürgermeister Alfons Götz aus Wöllstadt hatte als Stellvertretender
Verbandsvorsitzender die Erweiterung unterstützt, so dass im Wetteraukreis nun alle
Anlieger des Nidda-Radweges Mitglied im Zweckverband sind. Zusammen mit der Stadt
Schotten als Kooperationspartner und der Stadt Frankfurt, die den Grüngürtelradweg
entlang der Nidda unterhält, kann nun der Nidda-Radweg von der Quelle bis zur Mündung
gemeinsam weiterentwickelt und vermarktet werden. Dies zeigt sich z.B. daran,
dass der Nidda-Radweg seit diesem Jahr auf dem Flyer des Vulkanradweges mit dargestellt
ist – einschließlich der Möglichkeit ihn mit anderen Radwegen zu kombinieren.
Dies ist zumindest ein Beginn der Vermarktung.
Für die Zukunft ist auch eine Freizeitkarte und die Herrichtung von Attraktionspunkten
am Nidda-Radweg geplant. Eine Anbieterkooperation wie am Vulkanradweg soll die
Abstimmung und Vernetzung der Angebote am Weg leisten. So ist zu hoffen, dass die
Zielgruppe der Radfahrer künftig auch von Seiten der Gastronomie noch stärker wahrgenommen
wird. Denn neben einer guten Wegequalität und Beschilderung sind passende
Angebote ein entscheidender Faktor für die Attraktivität eines touristischen Weges.
Dass sich z.B. mit „Bett & Bike“ auch wirtschaftliche Perspektiven bieten, haben
zumindest bereits drei Unterkunftsbetriebe in Nidda erkannt. Der Abschluss der Veranstaltung
zur Eröffnung der Ausbauabschnitte findet deshalb auch bei einem dieser Betriebe
am Niddaer Marktplatz statt.

Quelle: Stadt Nidda – Pressestelle

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